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 < back                                     ABOUT A BOY |
  info |

Länge: 97 Min.
Bildformat: 2,35:1, anamorph
Ton: Dolby Digital 5.1

Regie: Chris & Paul Weitz
Kamera: Remi Adefarasin
Musik: Badly Drawn Boy
Darsteller: Hugh Grant, Toni Collette, Nicholas Hoult, Rachel Weisz
  oscars |

Nominiert für:
Drehbuch



  zusammenfassung |

Film: A+
Kamera: A
Musik: A

Bildqualität: B+
Ton: A-
Extras: D
   
  kurzbeschreibung |

Will Freeman (Hugh Grant) ist ein Taugenichts wie aus dem Bilderbuch. Ohne auf Arbeit oder Ehre einen Pfifferling zu geben, lebt er von den Tantiemen seines Vaters und steigt Jungmüttern nach, die er am liebsten in einer Selbsthilfegruppe für Alleinerziehende niederstreckt. Dort ereilt im Gegenzug ihn das gerechte Schicksal, als er über den naseweisen und ausgesprochen hartnäckigen Sonderling Marcus (Nicholas Hoult) stolpert, der in dem Slacker prompt den idealen Daddy wittert. (moviedata)


meine meinung |

zu beginn ein paar worte zur romanvorlage. denn dem autor des buches "about a boy" haben wir diesen genialen film zu verdanken. die rede ist von nick hornby. sein buch "high fidelity" wird einigen vielleicht ein begriff sein. wenn nicht, kann ich nur jedem empfehlen, sich diese äußerst unterhaltsame lektüre einmal zu gemüte zu führen. von gleicher qualität, also ebenso unterhaltsam und amüsant, ist sein roman "about a boy". wenn man auf anspruchsvolle, originelle literatur steht, sollte man einfach einmal einen "hornby" gelesen haben... wer sich seine geschichten aber lieber ohne "buchstaben" zu gemüte führen möchte, der kann dies jetzt tun, nämlich mit der verfilmung seines letzten romanes. der vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch zu "high fidelety" einen film gibt, diesen habe ich aber noch nicht gesehen und eigentlich tut dies auch in bezug auf dieses review nichts zur sache.

bei nick hornby's erzählungen hat man immer das gefühl, dass etwas autobiografisches in seinen zeilen steckt. dies ist auch keinesfalls negativ gemeint, im gegenteil, dadurch werden seine erlebnisse erst so realistisch und liebenswert.
nun aber zum film. die geschichte ist schnell erzählt. sie handelt von will. und will führt eigentlich ein leben, dass sehr beneidenswert ist. sein vater landete in den fünfziger jahren einen riesenhit mit einem weihnachtslied. zwar schämt sich will für diesen song, andererseits kann er wohl sehr froh darüber sein. denn das lied bringt noch jahre später so viel geld ein, dass will noch nie arbeiten musste.
er hat alles wovon man nur träumen kann. eine wunderbare wohnung, perfekt eingerichtet und mit allen technischen rafinessen ausgestattet. die dinge die wir in unserer wohlverdienten freizeit tun, dafür hat will den gesamten langen tag zeit. so besteht sein leben aus baden, fernsehen, zum friseur gehen, musik hören usw.

es scheint, als wäre er mit seinem leben sehr zufrieden. aber schon bald erfahren wir, dass dem leider nicht so ist. denn bei all dem luxus in dem er sich aufhält, fehlt ihm leider etwas, was er nicht mit seiner kreditkarte kaufen kann, nämlich von anderen menschen geliebt zu werden. gleich zu anfang des films werden wir zeuge, wie es will schafft, immer wieder neue frauen aufzureißen. nachdem eine beziehung gescheitert ist, hat er plötzlich eine genial zu scheinende idee. er gibt sich als alleinerziehender vater aus und geht mit dieser lüge in eine selbsthilfegruppe. natürlich in eine gruppe in der ausschließlich alleinerziehende mütter zu finden sind. hier hofft er schon bald wieder ein neues date klar machen zu können.

die zweite hauptperson des films ist marcus. ein zwölfjähriger junge, von dem man nicht gerade sagen kann, er hätte es leicht. aufgrund der erziehung seiner vollkommen fertigen und durchgeknallten mutter wird er in der schule ständig gehänselt. doch seine mutter ist so sehr mit ihren eigenen problemen beschäftigt, dass es ihr gar nicht bewusst wird, was sie ihrem sohn doch eigentlich antut.

jedenfalls treffen will und marcus durch einen zufall aufeinander. es dauert eine zeit, bis beide herausfinden, dass sie sich doch gegenseitig brauchen. und somit wird will für marcus ein guter freund, ja quasi eine art ersatz für den vater, der die familie verlassen hat. und auch wenn man es zu anfang nicht für möglich halten wird, auch der kleine marcus wird in wills leben noch eine wichtige rolle spielen...

eigentlich habe ich schon fast zu viel über den film verraten, trotzdem konnte ich meine beschreibung einfach nicht kürzer machen. manche mögen es vielleicht nicht gleich erkennen, aber about a boy ist ein äußerst sehenswerter film geworden. ein film, der zwar einerseits absolut amüsant ist, den man andererseits aber schon fast als drama ansehen kann. denn eigentlich sind alle personen des films ganz und gar nicht mit ihrem leben zufrieden. aber was genau nun mit ihnen im lauf der geschichte passiert, das sollte jeder selber erleben.

regie bei about a boy führten die brüder chris und paul weisz. bisher waren sie mir recht unbekannt. nach etwas suchen, konnte ich rausfinden, dass sie beispielsweise für american pie verantwortlich waren. im vergleich zu diesem wirklich seichtem teenie-streifen haben sich die regisseure doch um einiges gesteigert.
denn dieser film ist wunderbar inszeniert und (soweit ich mich erinnern kann) hält er sich auch sehr gut an die romanvorlage. was aber viel wichtiger ist, die brüder weisz haben es geschafft, hornby's charme und witz perfekt auf die leinwand zu übertragen.

außerdem hatten sie ein fantastisches händchen was die auswahl der darsteller betrifft. somit bin ich der meinung, dass hugh grant einfach grandios in die rolle des will passt. ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich behaupte, dies war bisher seine stärkste leistung. wunderbar!
aber auch alle anderen schauspieler wurden perfekt ausgewählt. der junge, bisher unbekannte nicholas hoult schafft es gekonnt, das verzweifelte leben des marcus darzustellen. lob geht außerdem an toni collette als durchgeknallte mutter von marcus, bis hin zur immer wieder bezaubernden rachel weisz. ihr part ist leider ein wenig klein ausgefallen. vielleicht ist dies auch der einzige nachteil des films.

about a boy ist kein werk, bei dem es auf eine besonders hochwertige und künstlerische kameraarbeit ankommt. trotzdem sei kurz erwähnt, dass remi adefarisin (er wurde übrigens für elisabeth für den oscar nominiert) solide arbeit geleistet hat. der film ist sehr schön fotografiert.

ich denke, ich habe letztendlich alles wichtige über about a boy gesagt. für mich war dieser film ein highlight des letzten filmjahres. wenn es also auch einmal was anderes als stupide "action" sein darf, dann sei dieses werk jedem wärmstens empfohlen.


dvd | code 2

von der bildqualität der dvd bin ich leider etwas enttäuscht. ich hätte mir mehr brillanz gewünscht. der ganze film wirkt ein wenig farblos und matt. es kann natürlich sein, dass dies ein gestalterischer effekt der macher sein soll. trotzdem bin ich der meinung ein wenig mehr detailreichtum und schärfe hätte der dvd gut getan. so bleibt also letztendlich lediglich eine als "gut" zu bezeichnende bildqualität. allerdings muss ich sagen, dass man durchaus damit leben kann und dies keinesfalls gegen einen kauf dieser scheibe spricht!

der ton ist sehr gut. hier gibt es keinerlei anlass zu negativer kritik. allerdings sollte man keine effektgewitter erwarten. denn vorrangig spielt sich hier alles auf den vorderen lautsprechern ab. surround-effekte werden sehr selten und sparsam eingesetzt. außer bei ein paar umgebungsgeräuschen im freien, haben die rücklautsprecher so gut wie nichts zu tun.

die extras sind leider ein wenig enttäuschend. nun gut, die regisseure haben sich die mühe gemacht, eine audiokommentar aufzunehmen. wen so etwas aber nicht interessiert, dem mag das restliche zusatzmaterial etwas mager vorkommen. denn außer einem kurzem "making of" und ein paar nicht verwendeten szenen ist hier nicht viel interessantes zu finden. trotzdem - und vor allem natürlich wegen der qualität des filmes selbst - wird diese scheibe auf jeden fall ihren weg in meine sammlung finden!






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07/03/03