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 < back                                     A.I. - ARTIFICIAL INTELLIGENCE |
 

info |

2001

Länge: 145 Min.
Bildformat: 1,85:1
Ton: Dolby Digital 5.1 EX

Regie: Steven Spielberg
Kamera: Janusz Kaminski
Musik: John Williams
Darsteller: Haley Joel Osment, Jude Law, William Hurt

 

oscars |

Nominiert für:

Original Score
Visual Effects

 

zusammenfassung |

Film: B+
Kamera: A
Musik: A

Bildqualität: B
Ton: A
Extras: A

   
 

kurzbeschreibung |

In der Mitte des 21. Jahrhunderts wird ein neuer Computertyp erschaffen, der sich seiner eigenen Existenz bewußt ist. Er wird eingesetzt, um den Menschen zu helfen, mit der Klimakatastrophe fertig zu werden. Mit dem Schmelzen des Polar-Eises und der damit verbundenen Überschwemmung der Küstenstädte. Diese Form künstlicher Intelligenz wird bei Robotern eingesetzt. Auch der Android David Swinton (Haley Joel Osment), ein kleiner Junge, ist damit bestückt. Er begibt sich auf eine emotionale Reise, um herauszufinden, ob er jemals mehr sein kann, als eine Maschine ... (moviedata)


meine meinung |


>>> im Kino.

Wie manche vielleicht wissen, bin ich zwar ein großer Filmfan, sehe mir die Filme aber meistens erst zu Hause auf DVD an. In diesem Fall wollte ich eine Ausnahme machen. So war ich sehr gespannt auf diesen Film, da ich ein großer Anhänger von den Werken von Stanley Kubrick und Steven Spielberg bin. Leider wurde ich weitgehend von A.I. enttäuscht.

Im gewissen Sinne ist A.I. das Vermächtnis des 1999 verstorbenen Meisterregisseurs Stanley Kubrick. Seit mehr als 20 Jahren arbeitete er an diesem Film. Durch die verschiedensten Gründe wurde die Produktion aber immer wieder verschoben. Kubrick gab seine Idee an Steven Spielberg weiter. Er selbst wollte den Film produzieren, Spielberg sollte Regie führen. Es kam leider nie soweit...
Nach dem überraschenden Tod von Kubrick entschloss sich Spielberg, den Film alleine zu machen. Das Drehbuch stammt nun von ihm, visuell orientierte er sich an unzähligen Zeichnungen von Kubrick.

Der Film spielt in einer gar nicht so fernen Zukunft. Durch Klimakatastrophen kam es zu großflächigen Überschwemmungen ganzer Städte. Es gibt unzählige Menschen, die ums überleben kämpfen, aber auch einige andere, sagen wir einfach einmal "Reiche".
Die Forschung ist so weit fortgeschritten, dass Roboter, hier "Mechas" genannt, für die verschiedensten Bedürfnisse der Menschen gebaut werden. Trotz dem realitätsnahen Aussehen und den Fähigkeiten dieser Roboter fehlt ihnen immer noch eines - Gefühle zu geben und vor allem zu verstehen. Beispielsweise das Gefühl der Liebe.
Ein brillianter Wissenschaftler ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass es ihm gelingt solch einen "Mecha" zu bauen. Das Ergebnis ist der elfjährige David. Dieser künstliche "Mensch" soll sich nun in einer Familie bewähren, deren Kind schwerkrank ist und in einem komaähnlichen Zustand eingefroren wurde.

Als der Vater der Familie eines Tages den Roboter David mit nach Hause bringt, ist seine Frau sehr verstört. Sie möchte einfach nicht ihre Gefühle einem künstlichen "Menschen" weitergeben. Doch mit der Zeit gewöhnt sie sich an David und geht sogar so weit, bei ihm eine Funktion zu aktivieren, die die uneingeschränkte "Liebe" dieses Mechas zur Folge hat.

Das Blatt der "heilen" Familienidylle ändert sich schlagartig, als der kranke Sohn aus dem Koma erwacht. Dieser ist nun wieder die Nummer Eins in der Familie und der mittlerweile "fühlende" Roboter David hat mit diesen Veränderungen schwer zu kämpfen. Verschiedene heikle Situationen führen letztendlich dazu, dass die Mutter David zurückgeben muss. Doch es gelingt ihr nicht diesen der "Fabrik" auszuliefern, da sie weiss, dass dadurch seine Vernichtung vorprogrammiert wäre. So setzt sie ihn in einem verlassenen Waldstück aus. David ist nun vollkommen verwirrt auf sich allein gestellt. Er muss sich in einer für ihn neuen Welt zurecht finden. Und alles was er möchte ist, dass er für immer menschlich wird um dadurch die Liebe seiner Mutter zurückzugewinnen.

Ansich klingt diese Geschichte sehr interessant. Ist sie zu anfangs auch. Doch der Film lässt im letzen Drittel entscheidend nach und endet mit einem Finale, dass meiner Meinung nach vollkommen mißglückt ist. So habe ich das Kino mit zweigeteilten Gefühlen verlassen. Vor allem war ich kurz danach vollkommen enttäuscht. Irgend etwas hat mir an diesem Film gefehlt. Und das war ganz klar eine gewisse "Wucht". So interessant die Story auch sein mag, ihr fehlt einfach ein ganz wichtiges Detail. Sie konnte nicht das geringste Gefühl in mir wachrütteln. Der gesamte Film "plätschert" irgendwie dahin. Ich möchte nicht sagen, dass er mich gelangweilt hätte. Nein bestimmt nicht. Aber ihm fehlen einfach gewisse Höhepunkte. Szenen in denen man leidet, Momente in denen man ergriffen ist. Solche Stellen bietet A.I. einfach nicht.

Mittlerweile habe ich einige Kritiken zu A.I. gelesen. Einige lobten den Film als Meisterwerk, andere waren, genau wie ich, ein wenig enttäuscht. Mein Problem ist allerdings, genau zu beschreiben, was mir letztendlich nicht gefallen hat und vor allem kann ich nicht sagen, was man hätte besser machen können...
Ich möchte an dieser Stelle auf einen anderen Film von Spielberg zu sprechen kommen. Nämlich Amistad. Auch dieser gehört bestimmt nicht zu Spielbergs Meisterleistungen, doch eine Szene in der Mitte des Films werde ich wohl niemals vergessen. Und zwar die, in der gezeigt wird, was mit den Sklaven geschieht - wie unvorstellbar grausam sie behandelt wurden. Auch wenn mich der gesamte Film nicht so stark berührt hat, diese Szene schaffte es. Sie hat eine unglaubliche Stärke und Wucht die sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt hat.
Spielberg hat es in einigen Filmen geschafft solche überaus gefühlsstarken Momente zu erschaffen. Sei es in dem gerade erwähnten Amistad und natürlich auch in seinem wohl besten Werk Schindlers Liste. Doch solche Höhepunkte konnte ich in A.I. einfach nicht finden.

A.I. ist im Prinzip ein Science-Fiction-Märchen. So sehe ich hier einen Pinocchio Film der in der Zukunft spielt. Die Parellelen sind nicht zu übersehen, schon deshalb nicht, weil die Geschichte des "erschaffenen" Pinocchio auch in der Handlung von A.I. eine entscheidende Rolle spielt.

Sehr oft habe ich mir auch überlegt, was Kubrick wohl aus diesem Stoff gemacht hätte. Wäre daraus ein weiteres Meisterwerk ala 2001 entstanden? Vielleicht mit einem anderen, dafür vollkommen unverständlichen Schluß? Ich weiss es nicht. Und es macht auch keinen Sinn darüber nachzudenken. Der Film wurde von Spielberg gedreht und somit waren für mich eher Parallelen zu E.T. nicht zu übersehen.

Es mag sein, dass ich Morgen vollkommen anders über A.I. urteilen werde. Denn schon jetzt, ein paar Stunden nachdem ich den Film gesehen habe, wird mir bewusst, dass er durchaus zum nachdenken anregt. Doch trotz alledem bleiben die Vorzüge weitgehend in seiner visuellen Aussagekraft. Und diese ist wirklich nicht recht weit von einem Meisterwerk entfernt. Eins ist sicher, vielleicht hätte Kubrick aus dem Material einen anderen Film gemacht, doch hätte er ihn vor vielleicht fünfzehn Jahren gedreht, wäre bestimmt nicht ein so optisch überzeugender Film entstanden. (Andererseits ist dies eine "heikle" Behauptung, denkt man an die wegweisenden Special Effects von 2001!)
Was ich damit sagen möchte ist, dass A.I. im technischen Sinne brilliant geworden ist. Und die Visuellen Effekte gehen wirklich mittlerweile soweit, dass man sich die Welt in der David lebt nicht nur vorstellen kann - nein man "erlebt" sie regelrecht.

Zu verdanken haben wir dies zum einen der Tricktechnik Firma ILM, zum anderen aber auch dem wieder perfekt funktionierendem Zusammenspiel aus Regisseur Spielberg und Kameramann Janusz Kaminski.
So wird in A.I. vorzugsweise mit kalten Farben wie weiss und blau gearbeitet. Dies erschafft einen Effekt, der fabelhaft zu der Zukunftswelt passt in der sich die Handlung abspielt.
Doch auch das Setdesign, dass besonders bei der Gestaltung der futuristischen Großstädte zum Vorschein kommt wurde genial entworfen. Hier erleben wir die Zunkunft in absolut schrillen und bunten Farben.
Das i-Tüpfelchen ist wohl dann auch noch die vollkommen überzeugende Musik von John Williams.
Es zeigt sich also im Falle Spielberg, dass es durchaus Sinn macht, mit Menschen zusammen zu arbeiten, auf die man sich verlassen kann.

Nicht zu vergessen ist ausserdem die Leistung der Schauspieler. Herausragend ist hier natürlich die Darstellung von Jude Law als "Gigolo - Roboter". Die Auswahl der Rolle ist durchaus geglückt.
Eigentlich wollte Spielberg ja einen richtigen Roboter bauen lassen. Nachdem sich aber herausstellte, dass dies vielleicht nicht die klügtste Idee ist, entschloss man sich für Haley Joel Osment. Und was dieser Junge auch hier - nach seinem sensationellen Debut in The sixth sense - leistet ist unübertroffen. Er gehört unbestritten zu den besten Schauspielern seines Alters und wird uns bestimmt noch unzählige Male überraschen und begeistern. Da bin ich mir sicher! Er ist einfach brilliant.

Ich habe mir vorgenommen, mir A.I. nocheinmal anzusehen, wenn er auf DVD erscheint. Es kann sein, dass ich nach einem zweiten Versuch vollkommen anders über diesen Film urteilen werde. Doch dieses Zeilen sind das, was ich gefühlt habe, als ich A.I. zum ersten mal sah. Auch wenn ich nicht sonderlich begeistert war, so rate ich trotzdem jedem, sich diesen Film anzusehen. Es ist ein Werk über das man lange nachdenken kann, und über das man ausgiebige Diskussionen anstellen könnte. Leider konnte mich momentan nur die technische Seite überzeugen, die Story war mir einfach zu "dünn" und den Schluss finde ich schlicht und einfach "bescheuert".




>>> auf DVD.

Obwohl mich A.I. im Kino nicht 100% überzeugen konnte, habe ich mir die DVD gekauft. Wie ich auch seinerzeit schon geschrieben hatte, wollte ich dem Film eine zweite Chance geben. Und es hat auch geholfen, ihn besser zu finden.
Zwar bin ich immer noch der Meinung, dass es ihm grundsätzlich an "Wucht" fehlt, und auch beim zweiten Ansehen war ich nicht sonderlich berührt von der Geschichte. Trotzdem fand ich A.I. komischerweise entscheidend besser. Ich denke auch, dass man einfach in der Stimmung sein muss, um diesen Film genießen zu können.

Auf DVD habe ich A.I. in der Originalfassung gesehen. Und diese ist auch um einiges besser als die deutsche Synchronisation. Nachdem ich die Handlung ja noch im Gedächtnis hatte, konnte ich mich noch mehr auf die technische Seite des Films konzentrieren. Und obwohl ich schon damals recht positiv darauf reagiert hatte, mittlerweile bin ich schon fast begeistert. Und das gilt gleichermaßen für die fantastische Kameraarbeit von Janusz Kaminski, die wunderbare Musik von John Williams, wie auch für die genialen Spezialeffekte. Diese beindrucken meistens dadurch, dass man kaum erkennt wo und vor allem wie getrickst wurde.

Auch war ich wieder begeistert von der Leistung von
Haley Joel Osment, welcher seinen Part absolut überzeugend spielt.

Außerdem habe ich mich nochmal bemüht, darüber nachzudenken, was Stanley Kubrick wohl aus dem Stoff gemacht hätte. Und nach dem zweiten Ansehen bin ich der Meinung, dass Spielberg seine Visionen relativ gut umgesetzt hat. Ich denke Kubrick wäre mit dem Ergebnis zufrieden gewesen.
Diesmal hat mich auch der Schluß nicht so gestört wie damals im Kino. Ich bin zwar immer noch nicht vom Ende überzeugt, vielleicht ist es aber doch ganz gut gelungen.

Wie man sieht kann ich doch wieder nicht zu einem eindeutigen Ergebnis kommen. Zwar gefällt mir der Film mittlerweile sehr gut, das letzte Quentschen Begeisterung konnte ich aber doch wieder nicht erfahren. Trotzdem bin ich mir absolut sicher, dass man A.I. mehrmals sehen und in der Stimmung auf diesen Film sein muss. Alle, die in als Meisterwerk sehen, werden bestimmt noch einige interessante Details mehr erkennen. Alle anderen rate ich dem Werk noch eine zweite Chance zu geben. Am Ende bleibt aber meiner Meinung nach immer ein großer Freiraum für Diskussionen und Interpretationen. Und auch das mach einen Film interessant - nämlich wenn man ihn noch lange in Erinnerung behält und über ihn nachdenkt.


dvd |
code 2

Gleich zu Anfang: Ich habe es bisher keine Minute bereut, diese DVD gekauft zu haben. Zwar war ich von der Bildqualität ersteinmal ein wenig enttäuscht. Denn das Bild erscheint auf den ersten Blick keinefalls von einer aktuellen Produktion zu sein. Das Gesamtergebnis hängt womöglich von der Machart ab. Kameramann Kaminski arbeitet hier mit viel düsterem Licht und Nebel. Dies lässt den ganzen Film etwas verschwommen erscheinen. So hat man den Eindruck, die DVD könnte ein wenig mehr Detail und Schärfe vertragen. Trotzdem ist das Bild teilweise sehr grieselig. Ich kenne mich mit der Herstellung von DVDs nicht aus, aber wäre dies nicht zu vermeiden gewesen?

Positive Kritik gibt es dafür beim Ton. Leider verzichtet die deutsche Disc unverständlicherweise auf eine DTS-Spur. Schade eigentlich, wo doch gerade Spielberg dieses Tonverfahren mit ins Leben gerufen hat.
Trotzdem ist die Tonqualität sehr gut geworden. Die meiste Zeit ist der Film zwar relativ leise und ohne Effekte, dafür erschallen die Dialoge und auch die fabelhafte Musik von John Williams perfekt aus den Lautsprechern. Teilweise wird man dann doch mit einigen interessanten Effekten belohnt, beispielsweise beim "Fleischfest". Insgesamt gesehen ist die Abmischung perfekt.

Zwar hat sich Spielberg wieder nicht die Mühe gemacht einen Audiokommentar aufzunehmen, was aber dem restlichen Zusatzmaterial nicht schadet. Denn dieses ist von äußerst guter Qualität. So findet man zahlreiche, überaus interessante Informationen über die Hintergründe und Machart von A.I. Glücklicherweise ist das gesamte Extramaterial weitgehend "werbefrei". Damit meine ich, dass es keine langweiligen Making Ofs gibt, welche nur die ach so brillanten Leistungen von Regisseur und Darstellern in den Himmel loben.

Trotz des nicht gerade perfekten Bildes kann ich dieses DVD-Set im schönen Digipack nur jedem empfehlen.


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Pictures © Warner/Dreamworks.