FILM-KUNST.COM
      
DVD & FILM REVIEWS // +05
   
   FK °°

 


 < back                                      BEING JOHN MALKOVICH |
  info |

Länge: 108 Min.
Bildformat: 1,85:1, anamorph
Ton: Dolby Digital 5.1

Regie: Spike Jonze
Kamera: Lance Acord
Musik: Carter Burwel
Darsteller: John Malkovich, John Cusack, Cameron Diaz
  oscars |

Nominierung für:
Beste Regie
Bestes Drehbuch
Beste Nebendarstellerin
  zusammenfassung |

Film: A
Kamera: B
Musik: B

Bildqualität: B
Ton: B
Extras: C
   
  kurzbeschreibung |

Craig Schwartz schlägt sich als Puppenspieler an Straßenecken durchs Leben. Um endlich richtig Geld zu verdienen, nimmt er einen Job in der Registratur an. Dabei entdeckt er eines Tages zufällig eine Tür... ein Tor ins Gehirn des Schauspielers John Malkovich. Fünfzehn Minuten lang erlebt er, wie John Malkovich denkt und fühlt. Er IST John Malkovich! Und plötzlich findet er sich auf einer Autobahn mitten in New Jersey wieder. Ein super Trip! Gemeinsam mit seiner attraktiven Kollegin Maxime und seiner tierverrückten Ehefrau heckt er den Plan aus, andere für nur 200 Dollar pro Person in Johns Kopf hineinzulassen. Kein schlechtes Geschäft - zunächst...


meine meinung |


"Being John Malkovich" ist ein ganz besonderer Film. Dies gleich zum Anfang. Beginnen wir mit der Story. Es gibt tausende von Filmen, die nach dem selben Prinzip arbeiten, etwas neues, gar besonderes sein möchten und dann doch wieder nur auf schon dagewesene Klischees aufbauen. Nicht so bei diesem Film. Die Idee ist Klasse. Sie ist neu, ja fast genial! Fünfzehn Minuten im Innern von John Malkovich... Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, für kurze Zeit jemand anderes zu sein? Zu denken, ja gar zu fühlen wie dieser Mensch? Regisseur Spike Jonze (bekannt vor allem als Schauspieler im Film "Three Kings") bringt uns diesem Gedanken ein Stück näher. Und zwar auf eine äußerst originelle Art und Weise. Ganz ehrlich, nach "Three Kings" hätte ich niemals gedacht, welches Talent in diesem "Typen" verborgen ist. "Being John Malkovich" erzählt uns die Geschichte des Puppenspielers Craig Schwartz. Er ist ein Genie als Spieler, aber trotzdem wenig erfolgreich. Auf ständiges Drängen seiner Frau entschliesst er sich dazu, einen Job als Archivar anzunehmen. Und schon zu diesem Zeitpunkt beginnt der Film unheimlich witzig zu werden. Es hat mich unglaublich amüsiert, wie Craig, das erste Mal die lediglich 1,5 Meter hohen Räume seiner neuen Firma betritt. Was sich hier an Witz vor den Augen des Betrachters abspielt, sucht seinesgleichen in der Filmgeschichte. Fabelhaft! Nach einigen Tagen Arbeit entdeckt Schwartz hinter einem Aktenschrank einen versteckten Tunnel. Er kriecht hinein und Sekunden später befindet er sich im Kopf des Schauspielers John Malkovich. Fünfzehn Minuten später wird er quasi am anderen Ende der Stadt wieder "ausgespuckt". Völlig verwirrt, erzählt er seiner neuen Kollegin Maxime (in die er sich, nebenbei bemerkt, verliebt hat) von seinem Erlebnis. Diese wittert sofort ein Geschäft mit der Entdeckung und die beiden gründen eine Scheinfirma, mit der sie Trips in das Gehirn von Malkovich verkaufen. Nun gut, soviel Informationen erhalten wir bereits nach der Lektüre des Covertextes. Wie geht es nun weiter? Dieses Erlebnis möchte ich an dieser Stelle jedem selbst überlassen. Nur soviel noch, jeder der Hauptakteure benutzt von nun an Malkovich dafür, seine Vorlieben auszuspielen. Bleibt nur noch die Frage, was denkt der Schauspieler über den Missbrauch seines Kopfes? "Being John Malkovich" lebt zum einen, wie schon erwähnt, von der originellen Story des Drehbuchautors Charlie Kaufmann und der brillianten Regiearbeit von Spike Jonze. Außerdem vollbringen die Schauspieler hier Höchstleistungen. Auch wenn Chathrine Keener für Ihre Rolle als Maxime als beste Nebendarstellerin nominiert war, gebührt der wahre Ruhm wohl eher Cameron Diaz. Schon alleine ihr Mut zur Häßlichkeit (jeder, der den Film gesehen hat, weiss wohl was ich meine) zusammen mit einem durchgehend überzeugendem Spiel, macht sie meiner Meinung nach, zu einer völlig unterschätzten Schauspielerin. Dass John Malkovich gewohnt souverän agiert müsste man eigentlich gar nicht erwähnen. Sein Auftritt als "lebende" Marionette ist womöglich schon das Geld dieser DVD wert! Lediglich das letzte viertel des Films ist dann wohl doch etwas heftig und hätte vielleicht ein wenig geschickter gelöst werden können. Trotzdem ist Spike Jonze mit "Being John Malkovich" ein brillantes Regiedebut gelungen, dass auf "mehr" hoffen lässt! Unbedingt ansehen!!!!


dvd | code 2

Die Qualität der DVD ist eigentlich sehr ordentlich. Das Bild hat zwar nicht gerade Referenzqualität ist aber durchgehend in Ordnung. Auch der Ton ist vielleicht nicht gerade zum Vorführen der Anlage geeignet, was bei einem Film dieser Art aber kein negativer Kritikpunkt sein sollte. An den Stellen, an denen es Sinn macht, werden die hinteren Lautsprecher geschickt eingesetzt, wie beispielsweise, wenn wir uns mit den Darstellern im Kopf von Malkovich befinden. Das Extramaterial ist meiner Meinung nach etwas zu mager ausgefallen. Noch dazu, weil die DVD die Aufschrift "Special Edition" trägt. Hier findet man lediglich nocheinmal die kompletten Fernsehberichte, die schon während des Films ausschnittweise zu sehen sind. Außerdem Cast and Crew Infos, Trailer und ein kurzes Interview mit Spike Jonze. Was wirklich fehlt ist ein Audiokommentar des Regisseurs. Gerade bei so einem genialen Film hätte ich mir solch eine Zusatzinformationsquelle wirklich gewünscht. Insgesamt trotzdem eine sehr gute Disc, die man ohne Bedenken kaufen kann!


< top