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 < back                                     BOOGIE NIGHTS |
  info |

Länge: 155 Min.
Bildformat: 2,35:1, anamorph
Ton: Dolby Digital 5.1

Regie: P. T. Anderson Kamera: Robert Elswit
Musik: Michael Penn
Darsteller: Mark Wahlberg, Burt Reynolds, Heather Graham, Julianne Moore
  oscars |

Nominierung für :
Bestes Drehbuch
Beste Nebendarstellerin (Moore)
Bester Nebendarsteller (Reynolds)
  zusammenfassung |

Film: A
Kamera: A
Musik: B

Bildqualität: A
Ton: B
Extras: B
   
  kurzbeschreibung |

In einem Nachtclub in San Fernando Valley wird der Erwachsenenfilmregisseur Jack Horner 1977 auf den 17jährigen Tellerwäscher Eddie Adams aufmerksam, dessen gutgefüllter Hosenschritt ihn für eine phänomenale Karriere im Pornobusiness geradezu prädestiniert. Eddie enttäuscht Jacks Erwartungen nicht. Dank der Größe seines gottgegebenen Talents und geradezu sagenhafter Stehkraft wird der Junge unter dem Pseudonym Dirk Diggler zum Superstar der Branche. Doch mit dem Beginn des neuen Jahrzehnts muß Dirk seinem exzessiven Lebenswandel Tribut zollen. Der Absturz ins Bodenlose ist vorprogrammiert...


meine meinung |


"Boogie Nights" ist die zweite Regiearbeit von Paul Thomas Anderson. Wie in der Kurzbeschreibung bereits erwähnt wird, handelt der Film vom Auf- und Abstieg des 17jährigen Pornodarstellers Eddie Adams. Auf den ersten Blick erscheint die Handlung nicht gerade spektakulär. Die Geschichte, die uns Anderson hier in zweieinhalb Stunden erzählt ist allerdings mehr als interessant. Und dies liegt vor allem daran, dass es Anderson auch hier gelingt, allen Personen ausreichend Platz einzuräumen. So erleben wir im Verlauf des Film unterschiedliche Geschichten und vor allem Probleme von ebenso unterschiedlichen Menschen. Beginnend mit der Karriere des jungen Eddie, der mit Hilfe eines bekannten Pornofilmregisseurs bald unheimliche Erfolge feiern darf. Eddie, der sich sehr bald Dirk Diggler nennt, schmeisst seine Schule hin und widmet sich ausschließlich dem Filmemachen. Von seiner Mutter mehr oder weniger "vertrieben" begibt er sich in die Obhut seines Förderers, dem Regisseur Jack Horner. Zu anfangs ist er ungemein von diesem neuen Leben im Reichtum begeistert. Wir erleben seinen rasanten Aufstieg. Von der ersten Party in Horners Haus, über den ersten Drehtag bis hin zu einer Filmpreisverleihung, bei der Diggler alle wichtigen Preise bekommt. (Unter anderem auch für "Bestes Geschlechtsteil", einem nicht unwichtigen Detail für das Geheimnis seines Erfolges). Doch wie sollte es anders kommen, Diggler dreht durch, hält sich für den Besten und verscherzt sich somit die Zusammenarbeit mit Horner, der ihn, nach einem heftigen Streit, aus dem Haus wirft. Ab diesem Zeipunkt beginnt Dirks Abstieg. Die üblichen Dinge wie Misserfolg, Geldsorgen und auch Drogenprobleme machen ihm das Leben nicht gerade leicht... Doch nicht nicht nur die Hauptgeschichte macht diesen Film so sehenswert. Nein, auch die Erlebnisse der anderen Beteiligten werden perfekt geschildert. Zum Beispiel die Geschichte von Jack Horner (Burt Reynolds), der immer davon träumt, einen "richtigen" Film (abseits vom Pornobusiness) zu drehen. Seine Freundin (Julianne Moore) und Hauptdarstellerin ist völlig am Ende, weil sie Aufgrund ihres Jobs ihr Kind nicht mehr sehen darf und dies mit Drogen zu verdrängen versucht.

Auch das hübsche "Rollergirl" (Heather Graham), die aufgrund ihrer Lebensart und ihrer Dienste für Horner ihre Ausbildung beendet, kommt mir dem Leben nicht mehr sonderlich gut zurecht. Der Kameraassistent (Macey) der ständig seine Frau beim Geschlechtsakt mit anderen Männern erwischt, schafft sich dieses Problem mit Gewalt vom Leib. All diese Geschichten sind fabelhaft erzählt und werden von einem genialen Schauspielerteam brilliant verkörpert. Es gibt keinen Schauspieler in "Boogie Nights" der hier zu unrecht besetzt wurde. Wohl auch ein Grund für Anderson, die meisten Crewmitglieder für seinen späteren Film "Magnolia" nocheinmal zu verpflichten. "Boogie Nights" ist teilweise ein äußerst amüsanter Film, zeigt aber zugleich die Probleme, die mit Ruhm und Erfolg verbunden sind. Die Zeit, in der die Geschichte spielt, wird mit Hilfe von perfektem Setdesign, passenden Klamotten und vor allem aufgrund guter Musik sehr gut eingefangen. Wie auch später bei "Magnolia" ist für die brilliante Kameraarbeit Robert Elswit verantwortlich. Anderson gibt uns mit "Boogie Nights" auf gekonnte Art und Weise einen Einblick in die damalige amerikanische Pornoindustrie und zeigt uns die schrägen, ja teilweise kaputten Typen, die hier ihre Finger (nur die Finger???) im Spiel hatten. Übrigens gelingt es ihm, dieses etwas "schmuddelige" Thema vollkommen seriös darzustellen... "Boogie Nights" ist ein äußerst unterhaltsamer und sehenswerter Film. Die zweieinhalbstündige Laufzeit vergeht wie im Fluge und ist keine Minute lang verschwendetes Filmmaterial! So bleibt am Ende nur noch einmal zu erwähnen, dass Paul Thomas Anderson wohl einer der besten Regisseure unserer Tage ist. Mit Hilfe eines genialen Drehbuchs (übrigens auch von ihm) und überaus brillianten Schauspielern schafft er es immer wieder, kleine Meisterwerke für die Filmgeschichte zu erschaffen!


dvd | code 1

Wie bei "Magnolia" und "Se7en" ist es "New Line Cinema" auch hier wieder gelungen, eine mehr als perfekte DVD in den Handel zu bringen. Warum schaffen es eigentlich deutsche Verleihfirmen nicht, solch bemerkenswerte "Special-Editions" zu veröffentlichen? "Boogie Nights" ist zwar auch als deutsche Fassung erhältlich, wer aber nur ein wenig Wert auf gute Qualität legt, sollte sich die amerikanische Fassung zulegen. So wurde für diese Disc das Filmmaterial neu remastert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und überzeugt mit perfekter Bildqualität. Auch der Ton wurde glasklar abgemischt, wenn auch von den hinteren Lautsprechern so gut wie nichts zu hören ist. Trotzdem bleibt ein stimmiger Raumeindruck, der sich beispielsweise bei den zahlreichen Musikstücken bemerkbar macht. Fans, die sich allerdings eine Test-DVD für ihre Heimkinoanlage erhoffen, werden wohl enttäuscht sein. Das Zusatzmaterial ist ordentlich. Im Vergleich zu "Magnolia" ist hier sogar ein Audiokommentar von Anderson verfügbar. Ansonsten sind noch zahlreiche "Deleted Scenes" zu sehen und der Cast & Crew Bereich ist sehr ausführlich ausgefallen. Ein Making Of wie bei "Magnolia" wäre allerdings sehr wünschenswert gewesen. Und bitte vergesst nicht, einmal die versteckten Szenen (zwischen den Colour-Bars) anzusehen!


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pictures © by New Line Cinema Productions