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kurzbeschreibung
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Während sich deutsche und russische Truppen in Stalingrad gegenseitig
bekämpfen, sieht der Rest der Welt voll Furcht dem Ausgang dieser Schlacht
entgegen. Auch in Stalingrad ist der gefürchtete russische Präzisionsschütze
Vassili Zaitsev (Jude Law), der von dem ehrgeizigen Polit-Offizier Danilov
(Joseph Fiennes) zum Kriegshelden aufgebaut wird. Vassili erschießt einen
Gegner nach dem anderen. Sein legendärer Ruf führt allerdings bald zu
einem Duell mit dem besten Scharfschützen der deutschen Armee, Major König
(Ed Harris). Es kommt zu einem erbitterten Zweikampf, während um sie herum
die Schlacht tobt... (moviedata)
meine meinung |
Enemy
at the Gates ist einer der Filme, der gnadenlos bei den Kritikern
durchgefallen ist. Ich kann mich deren Meinung jedoch nicht anschließen.
Mir hat dieser Film sehr gut gefallen...
Verantwortlich für dieses Werk zeigt sich Jean-Jacques Annaud, dessen
Filme Der Name der Rose oder Sieben Jahre in Tibet mir durchaus
positiv in Erinnerung geblieben sind.
Mit Enemy at the Gates wagt er sich auf ein für ihn bisher
neues Gebiet, nämlich dem des Kriegsfilms. Hier stellt sich allerdings
schon die erste Frage, nämlich die ob dieser Film überhaupt
ein Kriegsfilm ist. Ich würde eher sagen, es ist ein Actionfilm der
sich in Zeiten des Krieges abspielt. Und sieht man ihn eher als einen
solchen, funktioniert er auch besser. Genau genommen kann ich nicht sagen,
was uns Annaud hier nun eigentlich zeigen möchte.
Der Film beginnt mit einer, wie ich finde, beeindruckenden Eröffnungssequenz.
Die russische Armee will um keinen Preis die strategisch wichtige Stadt
Stalingrad an die deutschen Truppen verlieren. So wird alles in Bewegung
gesetzt um dies auch zu verhindern. Somit werden alle verfügbaren
Männer quasi in das Kriegsgeschehen "getrieben" und schlicht
und einfach "verheizt". Die meisten von ihnen haben nicht die
geringste Chance. Auf der einen Seite "lauert" der Feind, dem
sie nicht Herr werden. Auf der Rückzugsseite finden sich die eigenen
Landsleute, die jeden der nicht kämpfen will kaltblütig erschiessen.
Nur wenige überleben dieses Gemetzel. Einer von ihnen ist Vassili
Zaitsev. Er trifft nach der Schlacht auf den ehrgeizigen Danilov und beweist
diesem eindrucksvoll wie er mit der Waffe umgehen kann. Danilov ist beeindruckt
und macht von nun an Vassili zu einer Art Volksheld.
Diese Eröffnungssequenz ist hart, brutal, erschreckend und hat eine
unglaubliche Wucht. Sie zeigt hier eindrucksvoll den Wahnsinn und vor
allem die Sinnlosigkeit des Krieges. Das einzige was man hier bemängeln
könnte ist die nicht zu übersehende Ähnlichkeit mit Spielbergs
Saving Private Ryan. Der ein oder andere
wird wohl zurecht sagen, dies sei denn doch ein wenig "geklaut".
Im weiteren Verlauf des Films erleben wir, wie aus Vassili wirklich ein
Volkheld wird. Und auf Grund seiner brillianten Leistungen als Scharfschüzte
kann er sich wohl auch zu recht als Held bezeichnen. Der Gegenseite ist
Vassili natürlich nicht verborgen geblieben und so schicken ihm die
Deutschen einen würdigen, wenn nicht überlegenen Gegner, und
zwar einen gewissen Major König.
Und ab diesem Zeitpunkt wird, wie anfangs schon erwähnt, aus dem
Film eher ein spannender Thriller, der sich von nun an hauptsächlich
mit dem "Duell" (so auch der deutsche Titel) der beiden Hauptpersonen
beschäftigt. Und dies bietet uns als Zuschauer reichlich Spannung
und Nervenkitzel, wenn auch leider der eigentliche geschichtliche Hintergrund
ein wenig vernachlässigt wird.
Dazu kommt eine weitere kleine Geschichte, welche auch von vielen als
überflüssig bezeichnet wurde, nämlich eine Liebesgeschichte
zwischen Vassili und einer Untergrundkämpferin namens Tania. Ich
persönlich finde diese Liebesgeschichte keinesfalls überflüssig
oder gar unpassend. Denn auch bei all den grausamen Kriegshandlungen darf
man das wahre Leben nicht vergessen. Und zu diesem gehört einfach
nun einmal der Wunsch nach Liebe und Zuneigung. Die Sehnsucht nach Geborgenheit
und damit verbunden ein Mensch, für den es sich zu überleben
lohnt.
Vom Rest der Story sollte sich aber jeder selbst überzeugen. Somit
sollte man so manchen Film einfach einmal eine Chance geben, auch wenn
viele Kritiker eher schlecht über ihn geurteilt haben.
Noch
ein paar Worte zur technischen Seite des Films. Mit über 180 Millionen
ist Enemy at the Gates bisher die teuerste europäische Produktion.
Nicht gerade wenig Geld für einen Film der "gefloppt" ist.
Doch sieht man sich einmal die Schauplätze genau an, wird man erkennen
wohin die Millionen geflossen sind. Das Set-Design ist überhaus gelungen
und vermittelt uns mehr als überzeugend die Stadt Stalingrad zur
damaligen Zeit.
Positive Worte auch zur Arbeit von Kameramann Robert Fraisse. Selbes gilt
für die sehr gute Musik von James Horner. Wobei mich allerdings das
Hauptmotiv der Filmmusik teilweise sehr stark an "Schindlers Liste"
erinnert hat...
Ausserdem ist der Film fabelhaft besetzt. Wir werden mit durchwegs brillianten
Schauspielern verwöhnt. Da ist zum einen Jude Law, der hier eindrucksvoll
zeigen kann, dass er auch Rollen abseits seines "Gigolo-Images"
durchaus meistern kann.
Über Ed Harris kann ich mir eigentlich die Worte sparen, denn ich
könnte mir keine schlechte Leistung dieses Schauspielers in Erinnerung
rufen.
Besonders positiv überrascht war ich allerdings von Rachel Weisz.
Ihr ist die Rolle der Tania quasi auf den Leib geschrieben. Bisher hatte
ich sie leider als weniger gute Schauspielerin in Erinnerung. Oder sagen
wir fairerweise, sie ist mir bisher nicht sonderlich aufgefallen. Dies
hat sich seit diesem Film schlagartig geändert. Ich finde sie einfach
mehr als fantastisch.
Sieht man den Film in der Originalfassung fällt eine Kleinigkeit
eher negativ auf. Jude Law und Rachel Weisz sind englische Schauspieler.
Und deren perfekte englische Aussprache passt irgendwie nicht zu den Rollen
die sie verkörpern, nämlich russiche Kämpfer. Andererseits
könnte ich mir auch nicht vorstellen, dass es besonders positiv klingen
würde, hätten sich die beiden einen russichen Akzent angeeignet...
Abschliessend kann ich nur noch einmal jedem raten, sich Enemy at the
Gates einmal anzusehen. Es ist oftmals schwierig Empfehlungen auszusprechen,
da jeder einen anderen und eigenen Filmgeschmack hat. So hat dieser Film
bei den Kritikern und an den Kinokassen nicht sonderlich gut abgeschnitten.
Mir hat er sehr gut gefallen. Zum einen liegt das an der nicht uninteressanten
und sehr spannenden Story, an den beeindruckend gestalteten Schauplätzen
und vor allem an den überzeugenden Leistungen der Schauspieler. Vielleicht
sollte man sich einfach überraschen lassen. Und sich bei der Story
nicht zu stark auf das Thema Kriegsfilm versteifen. Denn als solcher funktioniert
er in einer "abschreckenden Funktion" nur am Anfang.
dvd | code 1
Die Bildqualität gibt nicht den geringsten Anlass zu negativer Kritik.
So konnte ich keinerlei Mängel feststellen.
Das Highlight dieser DVD ist wohl der Ton. So hat dieser fast Referenzqualität
und kommt somit sehr nahe an Saving Private Ryan heran, welcher
wohl einen der besten Soundtracks überhaupt zu bieten hat. Bei Enemy
at the Gates kommen alle Lautsprecher voll zum Einsatz und machen
diese DVD zu einem Beispiel für das, was eine gute Dolby Digital
Anlage zu leisten vermag.
Aufgrund der Verleihpolitik für DVDs in Deutschland habe ich mich
für die Code 1 Version entschieden. Zwar gibt es diesen Film schon
als Verleihversion, die Kauf-DVD erscheint leider erst im April 2002.
Also rund ein halbes Jahr später. Ich kann mir nicht vorstellen,
wer sich nach solch einer langen Wartezeit noch zum Kauf dieser Scheibe
entschliesst...
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Pictures
© Paramount.
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