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 < back                                     ENEMY AT THE GATES |
 

info |

2001

Länge: 127 Min.
Bildformat: 2,35:1
Ton: Dolby Digital 5.1,

Regie: Jean-Jacques Annaud
Kamera: Robert Fraisse
Musik: James Horner
Darsteller: Jude Law, Rachel Weisz, Ed Harris

 

oscars |

Nominiert für:
-

 

zusammenfassung |

Film: A-
Kamera: B+
Musik: B+

Bildqualität: A
Ton: A+
Extras: B-

   
 

kurzbeschreibung |

Während sich deutsche und russische Truppen in Stalingrad gegenseitig bekämpfen, sieht der Rest der Welt voll Furcht dem Ausgang dieser Schlacht entgegen. Auch in Stalingrad ist der gefürchtete russische Präzisionsschütze Vassili Zaitsev (Jude Law), der von dem ehrgeizigen Polit-Offizier Danilov (Joseph Fiennes) zum Kriegshelden aufgebaut wird. Vassili erschießt einen Gegner nach dem anderen. Sein legendärer Ruf führt allerdings bald zu einem Duell mit dem besten Scharfschützen der deutschen Armee, Major König (Ed Harris). Es kommt zu einem erbitterten Zweikampf, während um sie herum die Schlacht tobt... (moviedata)


meine meinung |

Enemy at the Gates ist einer der Filme, der gnadenlos bei den Kritikern durchgefallen ist. Ich kann mich deren Meinung jedoch nicht anschließen. Mir hat dieser Film sehr gut gefallen...

Verantwortlich für dieses Werk zeigt sich Jean-Jacques Annaud, dessen Filme Der Name der Rose oder Sieben Jahre in Tibet mir durchaus positiv in Erinnerung geblieben sind.
Mit Enemy at the Gates wagt er sich auf ein für ihn bisher neues Gebiet, nämlich dem des Kriegsfilms. Hier stellt sich allerdings schon die erste Frage, nämlich die ob dieser Film überhaupt ein Kriegsfilm ist. Ich würde eher sagen, es ist ein Actionfilm der sich in Zeiten des Krieges abspielt. Und sieht man ihn eher als einen solchen, funktioniert er auch besser. Genau genommen kann ich nicht sagen, was uns Annaud hier nun eigentlich zeigen möchte.

Der Film beginnt mit einer, wie ich finde, beeindruckenden Eröffnungssequenz. Die russische Armee will um keinen Preis die strategisch wichtige Stadt Stalingrad an die deutschen Truppen verlieren. So wird alles in Bewegung gesetzt um dies auch zu verhindern. Somit werden alle verfügbaren Männer quasi in das Kriegsgeschehen "getrieben" und schlicht und einfach "verheizt". Die meisten von ihnen haben nicht die geringste Chance. Auf der einen Seite "lauert" der Feind, dem sie nicht Herr werden. Auf der Rückzugsseite finden sich die eigenen Landsleute, die jeden der nicht kämpfen will kaltblütig erschiessen. Nur wenige überleben dieses Gemetzel. Einer von ihnen ist Vassili Zaitsev. Er trifft nach der Schlacht auf den ehrgeizigen Danilov und beweist diesem eindrucksvoll wie er mit der Waffe umgehen kann. Danilov ist beeindruckt und macht von nun an Vassili zu einer Art Volksheld.

Diese Eröffnungssequenz ist hart, brutal, erschreckend und hat eine unglaubliche Wucht. Sie zeigt hier eindrucksvoll den Wahnsinn und vor allem die Sinnlosigkeit des Krieges. Das einzige was man hier bemängeln könnte ist die nicht zu übersehende Ähnlichkeit mit Spielbergs Saving Private Ryan. Der ein oder andere wird wohl zurecht sagen, dies sei denn doch ein wenig "geklaut".


Im weiteren Verlauf des Films erleben wir, wie aus Vassili wirklich ein Volkheld wird. Und auf Grund seiner brillianten Leistungen als Scharfschüzte kann er sich wohl auch zu recht als Held bezeichnen. Der Gegenseite ist Vassili natürlich nicht verborgen geblieben und so schicken ihm die Deutschen einen würdigen, wenn nicht überlegenen Gegner, und zwar einen gewissen Major König.
Und ab diesem Zeitpunkt wird, wie anfangs schon erwähnt, aus dem Film eher ein spannender Thriller, der sich von nun an hauptsächlich mit dem "Duell" (so auch der deutsche Titel) der beiden Hauptpersonen beschäftigt. Und dies bietet uns als Zuschauer reichlich Spannung und Nervenkitzel, wenn auch leider der eigentliche geschichtliche Hintergrund ein wenig vernachlässigt wird.

Dazu kommt eine weitere kleine Geschichte, welche auch von vielen als überflüssig bezeichnet wurde, nämlich eine Liebesgeschichte zwischen Vassili und einer Untergrundkämpferin namens Tania. Ich persönlich finde diese Liebesgeschichte keinesfalls überflüssig oder gar unpassend. Denn auch bei all den grausamen Kriegshandlungen darf man das wahre Leben nicht vergessen. Und zu diesem gehört einfach nun einmal der Wunsch nach Liebe und Zuneigung. Die Sehnsucht nach Geborgenheit und damit verbunden ein Mensch, für den es sich zu überleben lohnt.

Vom Rest der Story sollte sich aber jeder selbst überzeugen. Somit sollte man so manchen Film einfach einmal eine Chance geben, auch wenn viele Kritiker eher schlecht über ihn geurteilt haben.


Noch ein paar Worte zur technischen Seite des Films. Mit über 180 Millionen ist Enemy at the Gates bisher die teuerste europäische Produktion. Nicht gerade wenig Geld für einen Film der "gefloppt" ist. Doch sieht man sich einmal die Schauplätze genau an, wird man erkennen wohin die Millionen geflossen sind. Das Set-Design ist überhaus gelungen und vermittelt uns mehr als überzeugend die Stadt Stalingrad zur damaligen Zeit.
Positive Worte auch zur Arbeit von Kameramann Robert Fraisse. Selbes gilt für die sehr gute Musik von James Horner. Wobei mich allerdings das Hauptmotiv der Filmmusik teilweise sehr stark an "Schindlers Liste" erinnert hat...

Ausserdem ist der Film fabelhaft besetzt. Wir werden mit durchwegs brillianten Schauspielern verwöhnt. Da ist zum einen Jude Law, der hier eindrucksvoll zeigen kann, dass er auch Rollen abseits seines "Gigolo-Images" durchaus meistern kann.
Über Ed Harris kann ich mir eigentlich die Worte sparen, denn ich könnte mir keine schlechte Leistung dieses Schauspielers in Erinnerung rufen.
Besonders positiv überrascht war ich allerdings von Rachel Weisz. Ihr ist die Rolle der Tania quasi auf den Leib geschrieben. Bisher hatte ich sie leider als weniger gute Schauspielerin in Erinnerung. Oder sagen wir fairerweise, sie ist mir bisher nicht sonderlich aufgefallen. Dies hat sich seit diesem Film schlagartig geändert. Ich finde sie einfach mehr als fantastisch.
Sieht man den Film in der Originalfassung fällt eine Kleinigkeit eher negativ auf. Jude Law und Rachel Weisz sind englische Schauspieler. Und deren perfekte englische Aussprache passt irgendwie nicht zu den Rollen die sie verkörpern, nämlich russiche Kämpfer. Andererseits könnte ich mir auch nicht vorstellen, dass es besonders positiv klingen würde, hätten sich die beiden einen russichen Akzent angeeignet...

Abschliessend kann ich nur noch einmal jedem raten, sich Enemy at the Gates einmal anzusehen. Es ist oftmals schwierig Empfehlungen auszusprechen, da jeder einen anderen und eigenen Filmgeschmack hat. So hat dieser Film bei den Kritikern und an den Kinokassen nicht sonderlich gut abgeschnitten. Mir hat er sehr gut gefallen. Zum einen liegt das an der nicht uninteressanten und sehr spannenden Story, an den beeindruckend gestalteten Schauplätzen und vor allem an den überzeugenden Leistungen der Schauspieler. Vielleicht sollte man sich einfach überraschen lassen. Und sich bei der Story nicht zu stark auf das Thema Kriegsfilm versteifen. Denn als solcher funktioniert er in einer "abschreckenden Funktion" nur am Anfang.


dvd | code 1

Die Bildqualität gibt nicht den geringsten Anlass zu negativer Kritik. So konnte ich keinerlei Mängel feststellen.
Das Highlight dieser DVD ist wohl der Ton. So hat dieser fast Referenzqualität und kommt somit sehr nahe an Saving Private Ryan heran, welcher wohl einen der besten Soundtracks überhaupt zu bieten hat. Bei Enemy at the Gates kommen alle Lautsprecher voll zum Einsatz und machen diese DVD zu einem Beispiel für das, was eine gute Dolby Digital Anlage zu leisten vermag.

Aufgrund der Verleihpolitik für DVDs in Deutschland habe ich mich für die Code 1 Version entschieden. Zwar gibt es diesen Film schon als Verleihversion, die Kauf-DVD erscheint leider erst im April 2002. Also rund ein halbes Jahr später. Ich kann mir nicht vorstellen, wer sich nach solch einer langen Wartezeit noch zum Kauf dieser Scheibe entschliesst...


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