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info |

Länge: 131 Min.
Bildformat: 1,85:1, anamorph
Ton: Dolby Digital 5.1, DTS

Regie: Ridley Scott
Kamera: John Mathieson
Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Anthony Hopkins, Julianne Moore, Ray Liotta, Gary Oldman

 

oscars |

Nominiert für:
--

 

zusammenfassung |

Film: B+
Kamera: A
Musik: A

Bildqualität: A
Ton: A
Extras: A

   
 

kurzbeschreibung |

Sieben Jahre sind vergangen, seit Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) aus der Gefangenschaft fliehen konnte. Sieben Jahre, seit FBI-Agentin Clarice Starling (Julianne Moore) ihn zum ersten Mal in einem Hochsicherheitsgefängis für psychisch Kranke traf. Heute genießt Lecter sein Leben in Europa, geht seinen Gelüsten nach und kostet alle Vorzüge einer freien unbewachten Welt aus. Aber Starling hat ihre Begegnung mit Dr. Lecter niemals vergessen. Seine Stimme verfolgt sie noch immer im Schlaf. Und es gibt noch jemanden, der sich an Dr. Lecter erinnert: Mason Verger (Gary Oldman) ist von der Idee besessen, Rache zu nehmen. Er war Dr. Lecters sechstes Opfer, und obwohl er dabei schrecklich entstellt wurde, hat er überlebt. Verger erkennt schnell: Wenn er Lecter überlisten will, braucht er einen Köder, dem der Doktor nicht widerstehen kann - Clarice ... (moviedata)


meine meinung |

Als ich 1999 Hannibal, die Fortsetzung des Romans "Das Schweigen der Lämmer" des amerikanischen Autors Thomas Harris las, war ich mehr als enttäuscht. Einen größeren Schwachsinn hätte sich der Autor wohl nicht mehr einfallen lassen können, dachte ich mir seinerzeit. Alle, die diesem Roman etwas positives zusprachen, konnte ich einfach nicht verstehen.
So bin ich immer noch der Meinung, daß Harris' Roman zu einem der schlechtesten Bücher der letzen Jahre gehört. Das einzige Lob, daß ich dem Autor zusprechen konnte war, daß er sich über 500 Seiten "Schwachsinn" einfallen lies.
Aber in diesem Fall geht es nicht um das Buch, sondern um den Film. Und der ist verglichen mit der Romanvorlage ein Meisterwerk!

Nun gut, der Inhalt ist leider dem des Buches sehr ähnlich, d. h. Hannibal hält sich recht gut an die Vorlage (bis auf den Schluß, aber das ist auch besser so!). Somit sollte ich auch hier übelste Kritik ausüben, tue es aber nicht. Denn ich habe versucht, das Buch so gut wie möglich zu vergessen und mich hautpsächlich auf die "bewegten" Bilder zu konzentrieren. Und diese sind fantastisch. Dazu aber später.

Die Story teilt sich in zwei Handlungsstränge. Der eine spielt in Amerika und befasst sich zum einen mit der FBI-Agentin Clarice Starling (Julianne Moore). Zu Beginn des Films wird sie in eine Schießerei verwickelt, bei der einige Personen ums Leben kommen. Ziel dieses Einsatzes ist es, eine gefährliche Verbrecherin zu stellen. Leider geht alles schief und Starling erschiesst (quasi in "Notwehr") die Verdächtige, die als Selbstschutz ein Kind vor sich trägt. Diese Tötung machen einige Veranwortliche des FBI Clarice zum Vorwurf. Sie gehen später sogar so weit, sie vom Dienst zu suspendieren. Weiterhin versucht Starling immer noch, den damals entflohenen Verbrecher, Hannibal Lecter zu finden.
Doch nicht nur sie ist auf der Suche nach Lecter, nein auch ein damaliges "Opfer" von ihm setzt alles in Bewegung um sich an ihm zu rächen. Mason Verger (Gary Oldman) wurde seinerzeit von Lecter dazu "überredet" sich die eigene Haut vom Leibe zu ziehen. Dementsprechend furchtbar ist sein Gesicht entstellt. Dieser Teil der Geschichte ist für mich der schlechtere Teil des Films. Die Rachelust von Verger und seine Ziele, Lecter zur Strecke zu bringen sind für mich mehr als an den Haaren herbeigezogen. So läßt er beispielsweise Wildschweine züchten, und plant, Hannibal von diesen bei lebendigem Leib auffressen zu lassen. Hmmm - naja gut, wem's gefällt, für mich ist dies ein riesengroßer Schwachsinn.

Kommen wir zum zweiten Handlungsstrang. Er beschäftigt sich mit Lecter selbst, der nach Florenz "geflohen" ist, um dort ein neues Leben zu beginnen. Kurz nachdem ich mir die Frage stellte, warum denn in Italien Lecter niemand erkenne, obwohl er auf der Internetseite des FBI zu den zehn meistgesuchtesten Verbrechern gehört, wittert auch schon ein Commissario den Braten (Wildschweinbraten - nein, Scherz beiseite). Der Polizist findet heraus, dass ein gewisser Dr. Fell der Gesuchte sein könnte, und geht einen Pakt mit Mason Verger ein. Bewusst versucht er den Fall auf eigene Faust zu lösen, ist doch eine Belohnung von drei Millionen Dollar auf Lecter ausgesetzt.


Dieser Teil des Films gehört eindeutig zu seinen Stärken. Die Szenen in Florenz sind fantastisch. Zum einen werden wir mit brillianten Bildern der Stadt belohnt, zum anderen erleben wir hier Hannibal von einer ganz neuen Seite kennen. Und mir ging es den gesamten Films so, dass man sich wohl eher auf die Seite von Lecter "gesellt". Ich habe sein Handeln sehr genossen. Ihn dabei zu beobachten, wie in Restaurants sitzt und genüsslich einen Tropfen Rotwein zu sich nimmt oder Klavier spielt, fand ich sehr überzeugend.
Weitere Beschreibungen spare ich mir an dieser Stelle, um nicht allzu viel zu verraten. Dass dieses Stück des Films schließlich mit einer grausamen Tat endet, wird sich ohnehin jeder denken können, schließlich ist dies ja ein Thriller.

Auch vom Rest des Films sollte man sich überraschen lassen. Zwar ging meine Begeisterung, aufgrund der nicht so überzeugenden Story, wieder ein wenig zurück, ich würde den weiteren Verlauf jedoch nicht als "schlecht" bezeichnen, denn auch hier werden einige "geschmackvolle" Bilder zu sehen sein, die dem ein oder anderem "sanften" Gemüt wohl ordentlich auf den Magen schlagen könnte.

Hannibal ist ein durchwegs guter Film geworden. Was ich sehr oft zu hören bekam, oder in Kritiken lesen konnte, war, daß er zu wenig Spannung hätte. Im Vergleich zum "Schweigen der Lämmer" mag dies wohl korrekt sein. Ich persönlich könnte jedoch keine langweilige Minute bemängeln. Denn gerade die Ruhe und das Handeln der Personen, vor allem natürlich von Hannibal selbst, machen erst den "Flair" dieses Films aus.
Es stimmt, die Fortsetzung wird wohl nie die Qualität des Vorgängers erreichen, auf seine Art und Weise sollte man Hannibal aber als eigenständiges Werk betrachten und versuchen Das Schweigen der Lämmer zu vergessen. Denn Hannibal ist einfach ganz anders.


Ein weiterer großer Angriffspunkt der Kritiker war die Brutalität in Hannibal. Nun gut, einige Szenen im Mittelteil, und das für manche Gemüter wohl dann doch recht heftige (kulinarische) Ende sprechen durchaus für die Freigabe ab 18 Jahren. Für Kinder und Jugendliche ist dies unbestreitbar der falsche Film! Teilweise war sogar von einem Verbot die Rede, was ich dann aber doch für reichlich übertrieben erachte.

Aufgrund des Drehbuchs waren bei Hannibal, zwei wichtige Personen des ersten Teils nicht mehr mit von der Partie. So lehnten Regisseur Jonathan Demme und Schauspielerin Jodie Foster "dankend" ab.
Also nahm Ridley Scott, dessen letzer Film Gladiator recht erfolgreich war, die heikle Aufgabe an sich. Ich muss sagen, es ist ihm gelungen. Gerade mit seinem bewährten Team aus Kameramann John Mathieson, Editor Pietro Scalia und Komponist Hans Zimmer hat er es geschafft, aus einer eher schlechten Romanvorlage einen sehenswerten Film zu machen. Denn gerade optisch ist Hannibal brilliant geworden.

Nicht zu vergessen ist natürlich Anthony Hopkins, der schon in Das Schweigen der Lämmer Hannibal Lecter absolut fantastisch dargestellt hat, und dafür völlig zurecht mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Seine Leistung setzt er auch hier gekonnt und überzeugend fort. Und wir alle wissen, dass ohne Hopkins dieser Film nichts geworden wäre.
Nachdem ich kein sonderlich großer Fan von Jodie Foster bin, habe ich sie hier auch nicht sonderlich vermisst. So sehe ich in Julianne Moore einen würdigen Ersatz. Sie ist meiner Meinung nach die bessere Schauspielerin. Was natürlich auch hier wieder ins Spiel kommt, ist die Tatsache, dass man Hannibal mit dem Vorgänger vergleicht. Natürlich auch bei der Hauptdarstellerin. Logischerweise ist man zu Anfangs ein wenig verwirrt und es fällt ein bisschen schwer, Julianne Moore mit der Figur "Starling" in Verbindung zu bringen.
Auch der Rest ist durchaus gut besetzt. Nachdem ich leider auch Ray Liotta nicht ausstehen kann und er mir immer äußerst unsympatisch ist, ist er wohl eine sehr glückliche Wahl für die Rolle des ebenfalls unsympatischen Paul Krendler.
Auch Giancarlo Giannini, als korrupter italienischer Inspektor Pazza, konnte mich überzeugen.
Über die Leistung von Gary Oldman kann man sich wohl streiten, hätte doch jeder unter der entstellten Fratze von Mason Verger mit Hilfe eines guten Maskenbildners ein gutes Bild abgegeben...

Ich denke bei Hannibal ist es Ridley Scott sehr gut gelungen, (mit Hilfe seines perfekten Teams aus Kameramann, Editor, Komponist und Schauspielern) aus einem eher schlechten Thema einen sehr sehenswerten Film zu machen. Vielleicht hat er es in "meinem" Fall einfach geschafft, mich mit teilweise wunderschönen Bildern von der seichten Story abzulenken. Bei einigen mag dies möglicherweise nicht funktionieren, mir jedoch hat Hannibal sehr gut gefallen. So bleibt nur noch eines zu sagen: "Bon Appétit"!


dvd | code 2

Lange habe ich überlegt, ob ich mir wirklich die Code 2 Version von Hannibal kaufen solle. Der einzige Grund warum ich letztendlich doch zur deutschen Scheibe gegriffen habe, war wohl der geringere Preis.

Fangen wir mit den lobenswerten Punkten an. Die Bildqualität ist sehr gut. Genau so sollte eine aktuelle Produktion auf DVD aussehen. Gute Farben, keinerlei Störungen und ein gestochen scharfes Bild. Glückwunsch! Auch der Ton ist überraschend gut. So gehört Hannibal zu einer der lobenswertesten Scheiben der letzten Monate.
Auch für die Verpackung hat sich die deutsche Firma BMG Mühe gegeben. So werden die beiden DVD's (ich spreche hier von der 18er Version) sehr schön in einem Pappschuber präsentiert. In diesem Schuber befindet sich ein Faltcover, dass dem Design eines Notizbuches von Hannibal Lecter nachempfunden wurde. Nun gut, das Ganze erinnert schon ein bisschen an die Verpackung von "Seven", aber lassen wir das durchgehen.

Auch das Zusatzmaterial gibt keinerlei Anlass zur Kritik. Dieses wurde komplett von der US-Version übernommen. Zu finden ist zum einen ein Audiokommentar von Ridley Scott, ein 74minütiges Making Of, 13 Deleted Scenes (ca. 30 Minuten), einige Multi-Angle Features, Bilder und Biografien. Sehr schön!

Nun aber zu meiner Kritik. Und dies fängt schon mit einem Satz an, den ich so abgrundtief liebe: "Untertitel aus lizenzrechtlichen Gründen bei der englischen Sprachversion nicht ausblendbar". Ein großes Dankeschön für dieses nette Feature!
Es ist zwar wunderbar, dass diese DVD eine Originalversion in Dolby Digital 5.1 EX und DTS ES bietet, doch wenn ich gezwungen werde mir den Film durch riesige Untertitel versauen zu lassen, dann hätte man sich diese Tonspuren sparen können.
Man könnte nun zur Verteidigung der Firma sagen, nun gut, dies ist eine DVD für den deutschen Markt, nicht jeder versteht Englisch, also haben wir netterweise dem Film deutsche Untertitel spendiert. Akzeptiert - sehe ich ein!
Doch dann verstehe ich folgendes nicht: weder der Audiokommentar noch die zahlreichen Extras
haben deutsche Untertitel - und dabei sind alle Zusatzinfos ausschliesslich in englischer Sprache vorhanden. Somit ist die Bonus DVD, für alle, die kein Englisch verstehen für den Mülleimer gedacht! Und das ist wahrlich eine Frechheit!



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Pictures © 2001 Metro-Goldwyn-Mayer.