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 < back                                     DER KRIEGER + DIE KAISERIN |
 

info |

Länge: 130 Min.
Bildformat: 2,35:1
Ton: Dolby Digital 5.1, DTS 5.1

Regie: Tom Tykwer
Kamera: Frank Griebe
Musik: Tom Tykwer, Johnny Klimek, Reinhold Heil
Darsteller: Franka Potente, Benno Fürmann, Joachim Król

 

auszeichnungen |

deutscher filmpreis in silber

 

zusammenfassung |

Film: A
Kamera: A+
Musik: A

Bildqualität: A
Ton: A
Extras: A

   
 

kurzbeschreibung |

Sissi arbeitet als Krankenschwester in einer psychiatrischen Anstalt, hat nie etwas anderes kennengerlent. Auch Bodo, der arbeitslose Ex-Soldat, lebt seit dem Tod seiner Frau in seiner eigenen Welt. Schicksal oder Zufall? Bei einem Autounfall kreuzen sich ihre Wege, als Bodo Sissi das Leben rettet, danach aber spurlos verschwindet. Sissi, die sich magisch zu ihm hingezogen fühlt, macht sich auf die Suche und findet ihn schließlich. Doch um seine Liebe zu gewinnen, muss sie mehr wagen, als sie sich je hätte träumen lassen. (Covertext)



meine meinung |

Ganz ehrlich gesagt - ich bin kein großer Fan des Deutschen Films. Im Gegenteil - ich muss zugeben, dass mich deutsche Filme normalerweise nicht im geringsten interessieren. Manche mögen mir das übel nehmen, aber überblickt man einmal die Werke der letzen Jahre, so findet man nicht sonderlich viel Gutes. Meistens bekommen wir irgendeinen sinnlosen Schrott vorgesetzt, der uns bewusst werden lässt, dass ganz einfach wenig Talente in unserem Land zu finden sind.

Doch eines dieser wenigen Talente ist Tom Tykwer. Schon seine letzte Arbeit Lola rennt war etwas neues, etwas besonderes. Tykwer ist ein Regisseur, der versucht, sich vom üblichen deutschen Mainstream abzuheben. Und man muss zugeben, es gelingt ihm auch. Sogar sehr gut.

Der Krieger + Die Kaiserin ist sein vierter Film. Und nachdem mich Lola rennt wirklich fasziniert hat, ging ich sehr gespannt an dieses Werk heran. Was allerdings sofort auffällt - und dies ist jetzt nicht im geringsten negativ gemeint - sein neuer Film hat ein komplett anderes Tempo. War Lola rennt von der ersten Minute an wahnsinnig schnell, lässt sich Der Krieger + Die Kaiserin unglaublich viel Zeit.

Mit einer fast bedrohlichen Ruhe beginnen wir die Charaktere kennenzulernen. Da ist zum einen Sissi, die als Krankenschwester in einer psychiatrischen Anstalt arbeitet. Und wir treffen auf Bodo, einem unheimlich traurig wirkenden Ex-Soldat, der auf der Suche nach einem Job ist.

Schon nach wenigen Minuten werden klar, dass beide Hauptpersonen ein wenig verrückt sind. Bei Sissi hat dies womöglich zur Ursache, dass sie eben in einer Irrenanstalt arbeitet. Solch ein Job kann nicht spurlos an einem vorüber gehen. Was aber ist mit Bodo geschehen? Fast ständig sieht man ihn weinen. Natürlich fragen wir uns, was in seiner Vergangenheit furchtbares geschehen ist. In der ersten viertel Stunde lernen wir auch noch Walter kennen, Bodo's Bruder. Dieser erscheint komischerweise ganz "normal". Er scheint schon hier der ruhende Pol der Geschichte zu sein und im gewissen Sinne "zwischen" den Beiden zu stehen.

Ein schwerer Unfall bringt die Story voran. Sissi wird von einem Lastwagen angefahren und liegt im Sterben, als plötzlich ihr Retter - in Gestalt von Bodo - auftaucht und sie auf außergewöhnliche Weise ins Leben zurückholt. Danach ist er verschwunden. Doch Sissi kann diesen Mann einfach nicht vergessen. Sie möchte sich bei ihm bedanken, möchte wissen, ob dies eine vorherbestimmte Situation war, die ihr Leben ändern könnte. Sie macht sich auf die Suche nach dem "Krieger".

Als sie ihn dann endlich gefunden hat, stößt sie auf unerwartete Kälte und Abneigung ihres Gegenübers. Das erste Mal gibt sie verstört auf, gibt nach als Bodo sie wegschickt. Doch trotz dieser Härte, trotz der Verachtung kann sie ihn einfach nicht vergessen. Vielleicht ist dies ihre erste große Liebe, vielleicht ist dies nicht nur der Retter ihres Lebens, sondern auch derjenige, der sie aus ihrem üblen Alltag der Irrenanstalt befreien kann. Sissi gibt nicht auf...

Der weitere Verlauf der Geschichte erzählt und, was mit den Beiden passiert. Im Prinzip ist dies eine Liebesgeschichte. Doch wahrlich keine Gewöhnliche. Man findet keinerlei Punkte, die darauf hindeuten, dass Sissi und Bodo jemals zueinander finden werden...

Der Krieger + Die Kaiserin ist ein besonderer Film. Ein Film auf den man sich einlassen muss. Ein Film, dem man Zeit geben muss. Und dies ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Mich hat er von der ersten Minute an wahnsinnig fasziniert. Und dies liegt zum einen an der interessanten Geschichte, aber auch daran, wie der Film gemacht wurde. Hier möchte ich auf die fabelhafte Kameraarbeit von Frank Griebe anspielen. Ich könnte keinen deutschen Kameramann nennen, der ähnlich geniale Arbeit leistet. Schon Lola rennt war sehr gut gefilmt. Doch hier hat Griebe noch eins draufgesetzt. Er überrascht uns mit unzählig vielen ungewöhnlichen Einstellungen und Kamerafahrten. Doch dem nicht genug - durch die perfekt ausgewählte Beleuchtung gibt er jeder einzelnen Szene einen unübertroffenen "Touch". Jede Einstellung, jede Nahaufnahme, jede Fahrt macht Sinn und schafft es, diesen Film als ein überaus gelungenes Gesamtwerk in Erinnerung zu behalten.

Auch die Schauspieler sind wunderbar. Beginnen wir mit Benno Fürmann. Leider muss ich auch hier zugeben, dass ich diesen Typ nicht leiden kann. Ich kann gar nicht beschreiben, wie dermaßen unsympathisch mir dieser Darsteller ist. Wenn man ihn in Interviews sieht, möchte man aufgrund seiner fürchterlichen Arroganz sofort den Fernseher ausschalten. Vielleicht ist diese Abneigung ein Grund dafür, dass er mir hier so gut gefallen hat. Denn die Rolle des undurchschaubaren Soldaten Bodo spielt er sehr sehr gut. Auch Joachim Król beweist eindrucksvoll, dass er einer der besten deutschen Schauspieler ist. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Nebendarsteller, die bis ins kleinste Detail fabelhaft besetzt wurden.
Am besten gefallen hat mir allerdings Franka Potente. Sie spielt die Sissi einfach wunderbar. Und ich bin mir sicher, dass dies nicht gerade einfach war. Sissi ist eine außergewöhnliche Person. Sagen wir einmal sie ist ein 25 Jahre altes Kind. Schon immer lebt sie im Schwesternwohnheim der Irrenanstalt. Außer bei Spaziergängen mit Patienten kommt sie nicht aus der Anstalt heraus. Man könnte fast meinen, sie ist darin genauso gefangen, wie all die anderen Patienten. Somit ist Sissi absolut weltfremd und wirkt vollkommen verstört. Und auch wenn sie es sich vielleicht selbst nicht eingestehen will - ihr Leben ist trist und überaus traurig. Und all das darzustellen ist meiner Meinung nach eine beachtliche Leistung von Franka Potente. Für mich ist dies eindeutig ihre bisher stärkste Rolle.

Abschließend kann ich nur jedem raten, sich diesen Film einmal anzusehen. Er bietet fabelhafte, anspruchsvolle Unterhaltung. Zu verdanken haben wir dies zum einen der Regiearbeit von Tom Tykwer, seinen fabelhaften Darstellern und seinem Team, allen voran Kameramann Frank Griebe, der es geschafft hat, dass ich diesen Film noch lange in Erinnerung behalten werde. Dies ist großes Kino und hat mir gezeigt, dass es scheinbar doch noch Talente gibt, die das eher schlechte Image des deutschen Films retten können.


dvd | code 2

Die DVD kam zwei Monate später in den Handel. Dies lag daran, dass Regisseur Tykwer nicht mit der Bildqualität zufrieden war. Ich weiß nicht, wie die Qualität vorher war, jetzt gibt es auf jeden Fall nichts daran auszusetzen. Leider habe ich den Film nicht im Kino gesehen, doch kann ich mir gut vorstellen, dass die fantastischen Bilder von Kameramann Frank Griebe sehr gut auf das Medium DVD gebracht wurden.

Auch die Tonqualität ist sehr gut. Zwar ist dieser Film sehr dialoglastig und bietet nicht viel Raum für spektakuläre Soundeffekte. Dafür genug Platz für die schöne Musik und einige nette Umgebungsgeräusche. Das Beste an dieser Abmischung ist allerdings, dass es hier keinerlei Dynamikunterschiede gibt. Die Lautstärke des Tons ist durchwegs gleich. So etwas gefällt mir besonders gut, denn der ständige Griff zum Lautstärkeregler bleibt einem dadurch erspart.

Der Krieger + Die Kaiserin erscheint auf zwei DVDs. Dies bietet Platz für ausreichend Zusatzmaterial. Neben dem Filmton in Dolby Digital und DTS gibt es zwei interessante Audiokommentare, einen von Regisseur Tom Tykwer und einen von Kameramann Frank Griebe, zusammen mit Cutterin Mathilde Bonnefoy. Auf DVD 2 findet man ein 36minütiges Making Of, herausgeschnittene Szenen, einen Storyboard/Film Vergleich, Infos über die Musik und Special Effects, ein Musikvideo und das komplette Drehbuch.

Somit kann man diese Scheibe mit ruhigem Gewissen empfehlen. Sehr gute Bildqualität, perfekter Ton und zahlreiche interessante Zusatzinformationen machen diese DVD eindeutig zu einem Kauftipp!



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