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info |

Länge: 145 Min.
Bildformat: 2,40:1
Ton: Dolby Digital, DTS

Regie: Steven Spielberg
Kamera: Janusz Kaminski
Musik: John Williams
Darsteller: Tom Cruise, Colin Farrell, Max von Sydow, Samantha Morton

 

oscars |

nominiert für:

Toneffektschnitt

 

zusammenfassung |

Film: A-
Kamera: A+
Musik: A

Bildqualität: A
Ton: A
Extras: A

   
 

kurzbeschreibung |

Im Jahr 2054 ist die Mordrate in Washington auf Null gesunken. Verantwortlich für diesen bemerkenswerten Erfolg ist ein Fahndungsprogramm namens Pre-Crime: Drei Hellseher mit Spezialgebiet Mordvision sagen Verbrechen vorher, die dann von Cops wie John Anderton (Tom Cruise) schon in der Vorbereitung vereitelt werden. Das Programm ist ethischerseits nicht ganz unumstritten, und als Anderton sich eines Tages selbst auf der Fahndungsliste wiederfindet, beginnt auch er zu zweifeln. (moviedata)


meine meinung |

Als großer Fan von Steven Spielberg freut es mich immer wieder, wenn ein neuer Film dieses großartigen Regisseurs in die Kinos kommt. Es gibt so gut wie keinen Film von Spielberg, der mich enttäuscht hätte. Im Gegenteil, er schafft es wohl immer wieder sein Publikum zu begeistern, egal welchem Stoff er sich auch zuwendet. Grundsätzlich ist der Großteil von Spielbergs Filmen wohl als sog. "Popcorn-Kino" zu bezeichnen. Mit Werken wie Schindlers Liste (welcher wohl einer der besten und wichtigsten Filme überhaupt ist), hat er aber bewiesen, dass er nicht nur für angenehme Unterhaltung sorgen kann, sondern dass er es schafft, auch ernsthafte Themen gekonnt zu inszenieren. Jetzt liegt sein neuestes Werk vor: Minority Report. Und was soll ich sagen, als dass mich dieser Film von Anfang an überzeugen konnte.

Spielberg entführt uns mit seinem Hauptdarsteller Tom Cruise in eine nicht allzu weit entfernte Zukunft. Eine Welt, die man sich heute schon sehr gut vorstellen kann. Und bei all den Grausamkeiten die tagtäglich in unserer Gegenwart geschehen, ist dies eine Zukunft die man sich (ansatzweise) vielleicht sogar wünschen kann. Denn im Washington des Jahres 2054 gibt es keine Morde mehr. Diese werden mit Hilfe von sogenannten "Pre-Cogs", drei Menschen die in die Zukunft sehen können, wirkungsvoll verhindert. Das System nennt sich "Precrime". Und alle vorhergesehenden Verbrechen werden vor der Tat selbst von Polizisten gestoppt. Einer von ihnen ist John Anderton. Er ist voll und ganz von seiner Arbeit und deren Erfolgsquote überzeugt.
Leider verlief sein bisheriges Leben weniger erfolgreich. Sein Sohn wurde entführt, seine Frau hat ihn verlassen. So versucht der Cop mit Hilfe von Drogen dies alles zu vergessen... Doch plötzlich wendet sich das Blatt. Denn Anderton wird überraschend selbst Opfer des Systems. Angeblich soll sehr bald einen Menschen töten. Ihm bleiben nur 36 Stunden Zeit, das Ganze aufzuklären...

Somit gestaltet sich die Story des Films relativ einfach. Was nicht heißen soll, dass der Film von nun an uninteressant wird. Im Gegenteil, jetzt fängt die ganze Geschichte erst richtig an und wir jagen zusammen mit dem Hauptdarsteller im Dunkeln und hoffen zwei Stunden später auf die erlösende Aufklärung des Ganzen.
So gut dieses Justizsystem der Zukunft auch klingen mag, spätestens als unsere Hauptperson angeklagt wird, beginnt man an ihm zu zweifeln. Man kann sich einfach nicht vorstellen, dass Anderton einen Mord begehen wird. Das Erfolgsrezept von "Precrime" gerät ins Wanken. Mehr sollte man nun auch gar nicht von der Handlung wissen, den Rest muss man einfach gemeinsam mit dem Hauptdarsteller erleben.


Mit Minority Report ist Spielberg wieder zum (anfangs erwähnten) Popcorn-Kino zurückgekehrt. Aber zu einem, dass letztendlich doch ein wenig zum Nachdenken anregt. So ist dieser Film also kein reinrassiges Action-Spektakel, nein, zwischen all den sagenhaften Special-Effects gibt es immer wieder Momente, über die man sich Gedanken macht. Vor allem macht man sich Sorgen darüber, ob die Zukunft wirklich so aussehen wird. Wird es eine ähnliche Welt geben, in der es möglich ist, jeden Bewohner nahezu hundertprozentig zu überwachen? Letztendlich kann man nur hoffen, dass Spielbergs Film eine Vision bleibt. Denn am Ende hat wohl jeder Mensch auch das Recht auf ein gewisses Privatleben.

Kommen wir zur technischen Seite des Films. Wieder einmal hat Spielberg seine altbewährte Crew zusammen gerufen. Und das ist auch gut so. Denn es sind Leute, die ihn kennen, die es verstehen, seine Visionen perfekt umzusetzen. Wieder einmal beweist John Williams, dass er einer der besten Komponisten ist und wieder einmal war ich von der fantastischen Kameraarbeit von Janusz Kaminski mehr als begeistert. Vom Stil her ähnelt Minority Report sehr stark Spielbergs letztem Film AI. Und sehr oft hat man den Eindruck, dass es sich hier um eine optische Fortsetzung von AI handelt. Nur in einer anderen Stadt mit einer anderen Story. Dies lässt sich auch an sehr deutlich an Kaminskis Photografie erkennen. Minority Report hat einen überragenden Stil. Farben wurden äußerst sparsam eingesetzt, was den Film eine gewisse Härte und Kälte verleiht. Außerdem ist der gesamte Film sehr kontrastreich gefilmt, was die gesamte Optik umso interessanter macht.

Die Schauspieler, allen voran natürlich Tom Cruise, spielen sehr überzeugend. Hier gibt es keinerlei Anlass zur Kritik. Auch alle Nebendarsteller wurden perfekt besetzt. So muß man nicht erwähnen, dass Max von Sydow ein sehr guter Schauspieler ist. Aber auch die eher unbekannten Darsteller wie Colin Farrell oder Samantha Morton machen ihre Arbeit perfekt.

Um zum Ende zu kommen - ich kann Minority Report nur jedem empfehlen. Denn er bietet über zwei Stunden absolut sehenswerte Unterhaltung. Einzig und allein ein paar kleine Logikfehler könnten womöglich noch das Filmerlebnis trüben. Auch sollte man sich nicht vom Trailer in die Irre führen lassen. Denn durch diesen erwartet man eher einen Actionkracher, welche MR eigentlich gar nicht ist... Trotzdem konnte mich der Film durchaus überzeugen und Steven Spielberg bleibt unbestritten einer meiner Lieblingsregisseure...


dvd | code 2

In manchen Foren konnte man lesen, dass einige Käufer wohl ganz und gar nicht mir der Bildqualität von Minority Report zufrieden sind. Diese Meinung kann ich keinesfalls teilen. Dazu sei vielleicht folgendes erwähnt. Kameramann Janusz Kaminski hat hier seinen (mit Saving Private Ryan begonnenen) Stil fast schon im übertriebenen Sinne angewandt. Entstanden ist eine Optik, die dem ein oder anderen womöglich überhaupt nicht gefallen mag. Ich finde sie mehr als genial. Aufgrund des besonderen Looks mag man vielleicht den Eindruck haben, hier stimmt was nicht. Man sollte beruhigt sein. Denn ich bin mir sicher, genau SO wollten Spielberg und Kaminski diesen Film auch auf DVD haben.

Auch mit dem Ton kann man mehr als zufrieden sein. Ich muss gestehen, ich habe mir nicht die Mühe gemacht, alle Tonspuren miteinander zu vergleichen. Mein Urteil bezieht sich in diesem Falle auf die DTS-Spur. Und diese ist mehr als perfekt. Selbst wenn ich wollte, ich könnte keine negative Kritik äußern.

Ähnliches gilt für das Zusatzmaterial. Auch hier wird dem Filmfan einiges an Hintergrundinformation zum Film geboten. Insgesamt also eine perfekte DVD die man sich ruhigen Gewissens kaufen kann.

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Pictures © dreamworks.



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17/04/03