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info |

Länge: 107 Min.
Bildformat: 2,35:1
Ton: Dolby Digital; DTS

Regie: David Fincher
Kamera: Conrad W. Hall, Darius Khondji
Musik: Howard Shore
Darsteller: Jodie Foster, Kristen Stewart, Forest Whitaker, Dwight Yoakam, Jared Leto

 

oscars |

Nominiert für:

-

 

zusammenfassung |

Film: A
Kamera: A
Musik: A

Bildqualität: A-
Ton: A
Extras: F

   
 

kurzbeschreibung |

Ein brutaler Einbruch in ihr frisch bezogenes Sandsteinhaus in New York treibt die geschiedene Meg Altman (Jodie Foster) und ihre Tochter Sarah (Kristen Stewart) in den Panic Room des Gebäudes, ein gepanzertes und mit allen denkbaren High-Tech-Geräten ausgestattetes Refugium, das die Bewohner vor jedweden Eindringlingen schützen soll. Die beiden können nicht ahnen, dass ausgerechnet dieser Panic Room das Ziel des genau geplanten Einbruchs von Burnham (Forest Whitaker), Raoul (Dwight Yoakam) und Junior (Jared Leto) ist. Und sie werden vor nichts Halt machen, bis sie bekommen, wonach sie suchen ... (quelle: off. website)


meine meinung |

Wie die meisten wahrscheinlich schon wissen, bin ich ein großer David Fincher Fan. Se7en ist mein absoluter Lieblingsfilm, aber auch Filme wie Alien3, The Game und Fight Club sind für mich kleine Meisterwerke. Immer wieder schafft es Fincher mich mit seinem unverwechselbaren Stil zu begeistern. Jetzt endlich legt er seinen neuesten Film vor: Panic Room. Ganz ehrlich gesagt, ich kann es mir nicht vorstellen, dass mich dieser Regisseur jemals enttäuschen könnte. Und auch diesmal hat er es geschafft, mich zu überzeugen...

Panic Room ist ein fabelhafter Film geworden. Und das obwohl die Handlung nicht gerade recht vielsprechend klingt. Aber gerade das hat sich im nachhinein als genial erwiesen. Der Film ist schon fast wie ein Bühnenstück. Das mag daran liegen, dass ledlich an einem einzigen Ort spielt, einem Haus in New York.

Dort beginnt auch gleich die Handlung. Meg Altman (Foster) besichtigt genau dieses Haus, dass sie zusammen mit ihrer Tochter bewohnen möchte. Und so soll es auch geschehen, die beiden ziehen ein. Meg hat sich von ihrem Mann getrennt und dies geht ihr auch sichtlich nach. Der neue Wohnort ist etwas seltsam und der Vorbesitzer hat sich ein kleines Extra "einbauen" lassen. Einen sogenannten "Panik Raum". Eine kleine Kammer, in der man sich vollkommen von der Außenwelt abkapseln kann. Der Panic Room ist quasi eine Stahlkammer, und es ist unmöglich dort einzudringen. Im Inneren bestückt mit allen nützlichen Überlebensgegenständen, sowie einem Telefonanschluss und mehreren Monitoren, könnte man diesen Raum fast schon als Bunker bezeichnen...

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Gleich in der ersten Nacht kommen drei Einbrecher in das Haus. Glücklicherweise kann sich Meg mit ihrer Tochter in den Panic Room retten. Das einzige Problem - genau in diesem Raum ist das versteckt, wegen dem die Einbrecher hier sind. Doch die kommen nicht rein und Meg samt Tochter nicht mehr raus. Und so versucht ab nun an jeder der beiden "Parteien" sein Ziel zu erreichen ...

Eigentlich klingt dies alles nicht gerade nach einem besonders spannenden Film. Doch gerade das Gegenteil trifft zu. Panic Room ist überaus spannend. Teilweise zehrt er sogar richtig an den Nerven und man fiebert regelrecht mit! Was dazu beiträgt, ist die nächtliche Atmosphäre, das ungewöhnliche Haus und die Enge des Panic Rooms. Und dies alles zusammen schafft eine Umgebung in der man sich einfach nicht wohl fühlen kann. Dies nutzt Fincher sehr gut aus und spielt somit mit unser aller Ängsten (ähnliches ist ihm schon mit Se7en gelungen). Wie er auch selbst sehr richtig in einem Interview erwähnt hat, würde der Film bei Tageslicht nicht funktionieren. Denn jeder von uns hat im Unterbewusstsein Angst in der Dunkelheit. Recht hat er!

Wie jeder Fincher Film ist auch Panic Room technisch gesehen perfekt. Seinem Stil bleibt er also wieder absolut treu und das schätze ich so sehr an diesem Regisseur. Bei Fincher würde wahrscheinlich jeder noch so billige Schrottfilm gut aussehen. Zu verdanken haben wir das natürlich auch seinem fabelhaften Team. Diesmal hat er sich Kameramann Conrad W. Hall ausgesucht, der schon bei einigen früheren Fincher-Filmen als Kameraoperator mitgewirkt hatte. Unterstützung erhält dieser vom genialen Darius Khondji, wohl einer der besten Kameramänner unserer Zeit. Khondji war übrigens für die brillante Optik von Se7en verantwortlich! Und so gibt es ähnlich wie in Fight Club auch hier wieder einige überragende Effekte und Kamerafahrten! Klasse!!

Was gibt es über die Schauspieler zu sagen? Dass sie allesamt perfekt arbeiten. Um ganz ehrlich zu sein, ich würde mich nicht gerade als Jodie Foster Fan bezeichnen. In diesem Fall kann ich allerdings nicht die geringste Kritik äußern. Ihre Darstellung der Meg war sehr gut. Auch die Rolle ihrer Filmtochter wurde mit Kristen Stewart grandios besetzt. Bei Forest Whitaker hatte ich ehrlich gesagt gewisse Zweifel. Ich habe immer noch seine fürchterliche Leistung in Species in Erinnerung. Ich war also nicht gerade begeistert, als ich seinen Namen in den Anfangstiteln (welche übrigens auch wieder fantastisch gemacht wurden) las. Doch auch in diesem Fall wurde ich eher positv überrascht. Er spielt seine Rolle sehr glaubwürdig und konnte mich somit durchaus überzeugen. Auch der Rest der Crew verrichtet seine Arbeit gekonnt...

Was soll ich zum Abschluss sagen? Panic Room ist ein äußerst sehenswerter Film geworden, den ich sehr genossen habe. Er ist von der ersten Minute an durchwegs spannend, bietet gute schauspielerische Leistungen und ist technisch brillant umgesetzt. Für mich ist dies ein weiteres Highlight in der Liste der überragenden Werke von David Fincher ...


dvd |

Panic Room erscheint hierzulande, wie auch in Amerika, vorerst in einer recht mageren Version. Bedenkt man die genialen Veröffentlichungen von Fight Club und Se7en bleibt eine große Enttäuschung nicht zu verbergen. Denn im Gegensatz zu diesen fantastischen DVDs, die vollgepackt sind mit äußerst interessantem Zusatzmaterial, bekommt man bei Panic Room reichlich wenig Extras. Um nicht zu sagen, so gut wie gar keine. Denn es ist schon fast übertrieben, einen Trailer und ein paar Filmographien als Bonus zu bezeichnen. Es ist zwar von einer Special Edition die Rede, ob und vor allem wann diese aber in die Läden kommt, ist bisher noch unbekannt. Dabei hätte ich mich auch bei diesem Werk von David Fincher auf Hintergrundinfos gefreut.

In Amerika erschien Panic Room bisher als sog. "Superbit"-Edition. Bei diesen DVDs wird vor allem auf eine hochwertige Bild-, bzw. Tonqualität wert gelegt. Da dies wohl mehr Speicherplatz erfordert, fallen Extras leider weg. Wie die Qualität der Code 1-Scheibe ist, kann ich nicht beurteilen. Es ist allerdings anzunehmen, dass für den deutschen Markt, das gleiche Master verwendet wurde. Vielleicht haben wir also auch hierzulande eine Superbit-DVD, auch wenn es nirgendwo erwähnt wird. Sollte dies also wirklich der Fall sein, dann bin ich ehrlich gesagt von der Bildqualität etwas enttäuscht. Zwar ist das Bild recht ordentlich, ihm fehlt aber einiges, um es als Referenz zu bezeichnen. Dies klingt jetzt vielleicht zu negativ, denn die Qualität ist wirklich gut. Finchers neuer Film spielt zu 90% im Dunkeln. Und trotzdem sind alle Details perfekt zu erkennen. Vielleicht ist es letztendlich die fehlende Schärfe, die etwas negativ auffällt. Jedenfalls hätte ich mir ein wenig mehr Brillanz gewünscht.

Der Ton allerdings gibt keinen Anlass zu negativer Kritik. Denn dieser wurde wunderbar abgemischt. Der Sound, bzw. die Soundeffekte unterstützen fabelhaft die düstere Stimmung des Films. Leider hatte ich bisher nicht die Zeit, die Tonspuren miteinander zu vergleichen. Hier ist vom deutschen DTS-Ton die Rede. Und nachdem dieser für mich perfekt war, werde ich mir wohl auch nicht die Mühe machen, nachzuforschen, ob die anderen Spuren Vor- oder Nachteile bieten. Panic Room ist nicht unbedingt ein Sound-Spektakel, aber der Ton passt absolut perfekt zu dem was man auf dem Bildschirm zu sehen bekommt.

Sollte man sich diese DVD kaufen, oder doch vielleicht auf eine Special Edition warten? Ganz ehrlich gesagt, hätte ich mir schon ein paar Extras gewünscht. Trotzdem habe ich mir die Scheibe gekauft und habe es bisher keinesfalls bereut. Wer den Film mag, wird zugreifen, vor allem weil ein Verkaufspreis von ca. 20 Euro die Entscheidung etwas leichter macht. Letztendlich kann man nichts falsch machen, hat diesen genialen Film im Regal und kann somit entspannt darauf hoffen, was vielleicht noch kommen wird...



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Pictures © Columbia.



05/06/02