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info |

2001

Länge: 183 Min.
Bildformat: 2,35:1
Ton: Dolby Digital 5.1

Regie: Michael Bay
Kamera: John Schwartzman
Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Ben Affleck, Josh Hartnett, Kate Beckinsale

 

oscars |

Sound Editing

Nominiert für:

Original Song
Sound
Visual Effects

 

zusammenfassung |

Film: D+
Kamera: A
Musik: A

Bildqualität: A-
Ton: A
Extras: C

   
 

kurzbeschreibung |

New Jersey 1941. Rafe McCawley (Ben Affleck) und Danny Walker (Josh Hartnett) sind seit ihren Kindertagen beste Freunde. Wie Brüder sind sie aufgewachsen und das Fliegen war schon immer ihre große Leidenschaft. Inzwischen sind sie waghalsige junge Piloten im U.S. Army Air Corps. Bis eine eigenmächtige Entscheidung Rafes ihre Freundschaft auf die Probe stellt: Er hat sich als Freiwilliger zum "Eagle Squadron" gemeldet, einer Gruppe amerikanischer Soldaten, die auf Seiten der Engländer kämpft. Rafe lässt nicht nur seinen besten Freund zurück, sondern auch seine große Liebe Evelyn (Kate Beckinsale). Sie ist eine mutige junge Frau, die Rafe im Militärkrankenhaus kennen lernte, in dem sie als Krankenschwester arbeitet. Während Rafe in England sein Leben aufs Spiel setzt, werden Evelyn und Danny nach Pearl Harbor auf Hawaii versetzt ... (moviedata)



meine meinung |

Nach Bad Boys, The Rock und Armageddon haben wir mit Pearl Harbor nun den vierten Film von Regisseur Michael Bay vor uns. Nachdem ich bisher ein großer Fan von Bay's Werken war, habe ich mich sehr auf seinen neuen Film gefreut. Umso enttäuschter war ich nach den drei Stunden in denen er versucht, etwas besonderes zu erschaffen. Denn Pearl Harbor ist leider nur eine mittelmässige Arbeit geworden.

Dies hat vielerlei Gründe. Der größte davon ist womöglich, dass Bay versucht an den Erfolg von Titanic anzuknüpfen. Hat beim Untergang des Luxusschiffes noch die Mischung aus Lovestory und Katastrophe funktioniert, so ist dies bei Pearl Harbor von der ersten Minute an zum Scheitern verurteilt.
Michael Bay ist ein Actionregisseur. Dass er auf diesem Genre durchaus etwas zu leisten vermag, hat er mit seinen bisherigen Filmen eindrucksvoll bewiesen. Ich bin der Meinung, er sollte beim Actionfilm bleiben und die Finger von Liebesgeschichten lassen. Denn leider gelingt es ihm nicht eine einzige Minute den Figuren Leben einzuhauchen, geschweige denn Gefühle zu vermitteln. Die erste Stunde von Pearl Harbor ist nicht nur langweilig sondern auch reichlich bescheuert.

Rafe und Danny sind seit ihrer Kindheit die besten Freunde. Und schon damals war es beider größter Traum in einem Flugzeug zu sitzen. Ein paar Jahre später soll sich dieser Traum erfüllen. Sie sind beide bei der Armee gelandet. Bei einigen Untersuchungen lernt Rafe die Krankenschwester Evelyn kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Doch ihre Liebe wird auf eine große Probe gestellt, als sich Rafe freiwillig zu einem gefährlichen Kampfeinsatz meldet. Und auch schon kurz darauf stürzt der Pilot ab und wird für tot erklärt.
Mittlerweile sind Danny und Evelyn auf den Stützpunkt Pearl Harbor versetzt worden. Das Leben der beiden ändert sich schlagartig, als Danny der Krankenschwester die schlechte Nachricht vom Verlust des Freundes überbringen muss. Doch wie soll es anders sein - aus Trauer wird Liebe und die zwei finden zueinander. Dass Rafe den Absturz überlebt hat konnte schliesslich keiner ahnen...


Dies sind also die Ereignisse, bis der grosse Angriff der Japaner auf Pearl Harbor beginnt. Und wie schon gesagt, ist dies leider mehr als langweilig inszeniert. Und auch wenn wir teilweise mit wunderschönen Bildern überschüttet werden, so kommt nicht der geringste Funken Gefühl rüber. Was soll also diese Liebesgeschichte, wenn sie einen nicht im Geringsten berührt? Klischeehafter hätte man diesen Part des Films wirklich nicht mehr gestalten können. Und auch die Dialoge sind von derart schlechter Qualität, dass man nur noch sehnsüchtig auf den großen Angriff wartet.

Doch auch dieser fällt dramturgisch gesehen vollkommen ins Wasser. Hat Michael Bay versucht, sich bei seiner Rahmenhandlung am Erfolg von Titanic zu orientieren, so will er mit der vierzigminütigen Schlachtsequenz womöglich an Spielbergs Saving Private Ryan anknüpfen. Doch weder das eine noch das andere ist ihm gelungen. Denn obwohl der grausame Angriff auf Pearl Harbor wohl eine der dunkelsten Ereignisse amerikanischer Geschichte sein mag, so kommt davon leider nicht viel rüber. Hier sind tausende Menschen ums Leben gekommen und der Zuschauer konzentriert sich einzig und allein auf die Special Effects. Da hilft leider auch nicht der Versuch, das Ganze mit grausamen Bildern darzustellen.

Den weiteren Verlauf der Handlung versucht man am besten zu vergessen. Denn auch die Personen in diesem Film gedenken nur kurz an die unschuldig getöteten Menschen und machen sich sogleich an die Arbeit für einen lächerlich wirkenden Vergeltungsschlag.

Ich muss zugeben, dass ich nicht unbedingt ein As in Geschichte war. Somit fehlt mir bei diesem Film jeglicher Bezug zur Realität. Das heisst, ich hätte mir mehr Informationen über die Hintergründe des Angriffs gewünscht. So werden wir stundenlang mit einer sinnlosen Liebesgeschichte aufgehalten. Hätte man uns doch lieber erklärt, warum genau es zu diesem Angriff der Japaner kam.

Die Story konnte mich also nicht gerade überzeugen. Wie sieht es mit den Schauspielern aus? Leider auch nicht viel besser. In Ben Affleck sah ich schon immer einen schlechten Darsteller. Und auch hier konnte er mich absolut nicht überzeugen. Fast könnte man sagen, dies wäre die schlechteste Leistung seiner Laufbahn. Auch Newcomer Josh Hartnett hat nicht mehr zu bieten als ein paar einstudierte Gesichtsaudrücke. Meistens schaut er daher wie ein geprügelter Hund. Und Kate Backinsale? Man hat den Eindruck sie ist einzig und allein dazu da, den beiden anderen schlechten Schauspielern eine Daseinsberechtigung zu geben. Faireweise sollte man allerdings anmerken, dass sie noch die überzeugendste Leistung in diesem Film abgegeben hat.
Selbst Oscarpreisträger Cuba Gooding Jr. kann diese Riege nicht retten. Als heldenhafter Schiffskoch, der in größter Not zum Maschinengewehr greift, macht er sich mehr als lächerlich. Über Alec Baldwin, in der Rolle des patriotischen Helden, möchte ich gleich gar nichts mehr sagen...

Doch bei all diesen überaus negativen Gedanken sollte man Pearl Harbor doch noch ein paar Pluspunkte zukommen lassen. Schafft man es, die schlechte Story zu verdrängen, so bekommt man einen fantastisch aussehenden Film zu Gesicht.
Pearl Harbor ist fabelhaft fotografiert. Wenn nicht zu sagen, in manchen Szenen, einfach wunderbar gefilmt.
Auch das Set Design und die Special Effects sind fantastisch. Der Angriff auf Pearl Harbor ist technisch gesehen mehr als perfekt inszeniert. Hier zeigt Bay wiederum was er kann, nämlich - wie oben schon erwähnt - gute Actionfilme machen. Das schlimme in diesem Fall ist nur, dass man sich über die genialen Effekte freut, mit denen ein überaus schlimmes Ereignis gezeigt wird.

Pearl Harbor ist ein schlechter Film. Ein schlechter Versuch, an vorherigen Erfolgen anzuknüpfen. Mit durchwegs schlechten Darstellern und einem bescheurtem Drehbuch. Einzig und allein aus technischer Sicht kann dieser Film voll und ganz überzeugen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Bay gründlich über diesen Ausrutscher Gedanken macht und uns beim nächsten Mal wieder pure Action auftischt. Darin ist er Spezialist. Liebesgeschichten und "Katastrophen", auch noch mit politischem Hintergrund, zählen eindeutig nicht zu seinen Stärken.



dvd | code 2

So enttäuschend der Film auch ist, an der Qualität der DVD gibt es nichts auszusetzen. Meinungen darüber, dass die Bildqualität nicht dem heutigen Standard entspricht, kann ich nicht teilen. Ich persönlich konnte keine Mängel feststellen. Das Bild ist scharf, die Farben sind brilliant.

Auch der Ton ist perfekt. Dialoge, Musik und Effekte werden sehr gut wiedergegeben. Und gerade letzere sind zahlreich vorhanden. Ein großer Pluspunkt ist auch die Abmischung des gesamten Tons. Hier gibt es keine großen Dynamikunterschiede zwischen leise und laut. Und auch bei den Actionszenen bleiben die Dialoge klar verständlich.


Das Zusatzmaterial gehört leider auch nicht zu den Besseren. Dafür ist eindeutig zu wenig vorhanden. Wenigstens das Making Of bietet ca. 40 Minuten interessante Informationen.
Trotzdem - wer den Film mag, wird wohl auch an dieser DVD große Freude haben.



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Pictures © Touchstone.