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info |

Länge: 132 Min.
Bildformat: 2,35:1, anamorph
Ton: Dolby Digital 5.1

Regie: Ang Lee
Kamera: Frederick Elmes
Musik: Mychael Danna
Darsteller: Tobey Maguire, Skeet Ulrich, Jewel

 

oscars |

Nominiert für:
--

 

zusammenfassung |

Film: C+
Kamera: B+
Musik: A-

Bildqualität: B+
Ton: B+
Extras: -

   
 

kurzbeschreibung |

1862, Amerika im Bürgerkrieg, irgendwo an der Grenze zwischen Kansas und Missouri: Jake Roedel (Tobey Maguire) und Jack Bull Chiles (Skeet Ulrich), Kameraden seit Kindheitstagen, kämpfen gemeinsam auf der Seite der Südstaatler. Allerdings haben sie sich nicht der offiziellen Armee, sondern Black John (James Cavieziel) und seinen "Bushwhackers" angeschlossen, einer Rebellentruppe, die versteckt in den Wäldern zwischen allen Fronten ihren persönlichen Rachefeldzug führt. (moviedata)


meine meinung |

Ride with the Devil ist der Film, den Regisseur Ang Lee vor seinem Erfolg Crouching Tiger, Hidden Dragon gedreht hat. Nachdem mir bisher all seine Werke sehr gut gefallen haben, war ich sehr gespannt darauf, auch diesen Film anzusehen. Leider wurde ich enttäuscht. Denn Ride with the Devil ist unbestritten nicht gerade Ang Lee's bester Film.

Einen Großteil der Enttäuschung möchte ich aber gleich einmal mir selbst zuschreiben. Der Film handelt vom amerikanischen Bürgerkrieg. Es tut mir leid, aber dieses Thema hatten wir schon allzu oft. Es interessiert mich einfach nicht mehr! So war für mich die erste Stunde tödlich langweilig. Doch nur an meinem Desinteresse kann es auch nicht gelegen haben. Mir fehlte hier einfach der gewisse "Drive", der einen Film vorantreibt. So konnte ich mich dabei beobachten, von jedem kleinsten Umgebungsgeräusch abgelenkt zu werden.
Ride with the Devil
schafft es einfach nicht zu fesseln. Trotz gut gemeinter Enttäuschungs- und Racheszenen fehlt hier einfach die "Wucht". Selbst die zahlreichen Kämpfe sind mir zu "lahm" inszeniert.

Vielleicht liegt auch es auch hier wieder an meinem fehlenden Wissen über diesen Bürgerkrieg, aber ich konnte mich einfach mit den Hauptpersonen nicht indentifizieren. Ich sah leider keinen besonderen Sinn in ihrem Handeln. Vor allem die Rolle von Jack Bull Chiles (Skeet Ulrich) war für mich völlig uninteressant. Dies fiel mir besonders an der Stelle auf, an der Jack aufgrund einer schweren Verletzung stirbt. Plötzlich war er nicht mehr dabei und es machte mir nicht das geringste aus.
Auch vorher, als Jake Roedel (Tobey Maguire) zu hören bekommt, daß sein Vater ermordet wurde, kam in mir nicht das geringste Trauergefühl auf. Vor allem weil diese Tatsache eine Minute später schon wieder vergessen ist und in keiner weiteren Sekunde des Films erwähnt wird. Auch bei Jake selbst wird anscheinend nicht das geringste Trauer- oder Rachegefühl herforgerufen. Man muss sich das einmal überlegen! Sein Vater ist gestorben. Wäre das nicht für jeden von uns ein Grund traurig zu sein?

Auch der wohl grausamste und bedeutenste Moment des Films, der Angriff auf die Stadt Lawrence, Kansas erweckte in mir nicht die Gefühle, die er womöglich ansprechen sollte. Und obwohl hier unzählige unschuldige Menschen getötet werden, empfand ich für dieses Gemetzel unverständlicherweise zu wenig Mitgefühl.

Ich möchte mich mit meinen Gedanken nicht zu weit gegen Ang Lee lehnen, aber ich bin mir nicht sicher, was er eigentlich mit diesem Film vor hatte. Ein Drama über den amerikanischen Bürgerkrieg? Oder eher eine ausführliche Darstellung einiger darin verwickelter Personen, "gewürzt" mit einer Romance?
Ich muss zugeben, daß mich diese kleinen romantischen Einlagen, in Form einer Liebesgeschichte, um einiges mehr gefesselt haben, als jede allzu opulent inszenierte Schlachtszene. Und dies haben wir, meiner Meinung nach, vor allem Jewel zu verdanken. Wie wir wissen, ist sie ja eigentlich Sängerin. Doch ich finde sie beweist hier sehr beindruckend, dass sie auch großes Talent für die Schauspielerei hat.

So ist für mich der romatische Teil dieses Films eindeutig seine Stärke. Dies hat mich wohl auch dazu gebracht, nicht vorzeitig die Stop-Taste der Fernbedienung zu drücken.

Wie schon erwähnt, konnte mich Jewel in ihrer Rolle als Sue Lee mehr als überzeugen. Wie sieht es mit den anderen Schauspielern aus?
Skeet Ulrich ist nicht gerade das, was ich als "überzeugend" bezeichnen würde. Vielleicht liegt es auch in diesem Fall wieder an mir, denn Ulrich ist mir vollkommen unsympathisch. Ich mag ihn einfach nicht.
Tobey Maguire allerdings würde ich als ernstzunehmenden Newcomer bezeichnen. Was sein Können allerdings hierzulande ein wenig trübt ist seine deutsche Synchronstimme. Ich hatte leider nie die Möglichkeit, Magurie im Original zu hören, aber in deutsch hat man immer den Eindruck ein Kind vor sich zu haben. Es passt irgendwie nicht. Aber hierzu kann ich mich eigentlich gar nicht äußern. Vielleicht ist seine Synchronstimme ja perfekt ausgesucht worden. Trotzalledem halte ich Tobey Maguire für einen sehr guten Darsteller.
Die wohl beste Rolle im Film, wie auch beste Leistung als Schauspieler hat Jeffrey Wright als schwarzer Sklave Holt. Ihm kauft man wenigtstens seine Wünsche, Ängste, Hoffnungen und Ziele ab.

An dieser Stelle bitte ich alle, die Ride with the Devil noch nicht gesehen haben, den folgenden Absatz zu überspringen:
Was mich am meisten an diesem Film gestört hat, waren seine "Lücken" in der Erzählung. Einige wichtige Szenen wurden mir einfach zu wenig beleuchtet. Oder besser gesagt, am Ende einfach vergessen.
Ride with the Devil
ist ein Film, der quasi "mittendrin" aufhört. Dabei gäbe es noch so viele Dinge zu beantworten. Am Ende sehen wir die Verabschiedung von Jake und Holt. Schluß und Abspann.
Was aber passiert mit unseren Personen? Funktioniert die praktisch "erzwungene" Ehe zwischen Jake und Sue Lee? Was werden sie tun? Wird Jake es schaffen, nicht mehr zu kämpfen um sich ausschließlich seiner Familie zu widmen? Wird Holt seine Mutter finden, oder während der Suche sterben, weil man ihn für einen flüchtenden Sklaven hält? Manchen mag solch ein Schluß gefallen, mir persönlich nicht...

Wie man durch meine Worte unschwer erkenne kann, konnte mich persönlich Ride with the Devil nicht überzeugen. Diejenigen, die sich mehr für den geschichtlichen Hintergrund des amerikanischen Bürgerkrieges interessieren, werden dem Film wohl mehr Pluspunkte zuschreiben können.
Ride with the Devil ist wirklich kein schlechter Film und er kann stellenweise mit sehenswerten Szenen und wunderbaren Bildern begeistern. Trotzdem bin ich am Ende der Meinung, dass Ang Lee's Stärke mehr in romatischen Stoffen liegt. Das er fantastische Filme machen kann hat er mit seinen anderen Werken durchaus bewiesen.


dvd | code 2

Die deutsche DVD ist leider auch eine große Enttäuschung. Es ist anzumerken, dass es sich hierbei lediglich um die Verleihversion des Films handelte. Bleibt zu hoffen, dass die Kauffassung einiges mehr zu bieten hat.
Das Bild dieser DVD ist durchwegs gut, erreicht aber wahrlich keine Referenzqualität. Der Ton bietet zwar bei den Kampfszenen einige nette Effekte, konnte mich aber letztendlich nicht sonderlich überzeugen. Alles klingt mir hier zu "blechern".
An Extras ist nichts vorhanden. Sogar an einer englischsprachigen Fassung wurde gespart, was ich als besonders enttäuschend empfand.




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