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kurzbeschreibung
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1862, Amerika im Bürgerkrieg, irgendwo an der Grenze zwischen Kansas und
Missouri: Jake Roedel (Tobey Maguire) und Jack Bull Chiles (Skeet Ulrich),
Kameraden seit Kindheitstagen, kämpfen gemeinsam auf der Seite der Südstaatler.
Allerdings haben sie sich nicht der offiziellen Armee, sondern Black John
(James Cavieziel) und seinen "Bushwhackers" angeschlossen, einer Rebellentruppe,
die versteckt in den Wäldern zwischen allen Fronten ihren persönlichen
Rachefeldzug führt. (moviedata)
meine meinung |
Ride
with the Devil ist der Film, den Regisseur Ang Lee vor seinem Erfolg
Crouching Tiger, Hidden Dragon
gedreht hat. Nachdem mir bisher all seine Werke sehr gut gefallen haben,
war ich sehr gespannt darauf, auch diesen Film anzusehen. Leider wurde
ich enttäuscht. Denn Ride with the Devil ist unbestritten
nicht gerade Ang Lee's bester Film.
Einen Großteil der Enttäuschung möchte ich aber gleich
einmal mir selbst zuschreiben. Der Film handelt vom amerikanischen Bürgerkrieg.
Es tut mir leid, aber dieses Thema hatten wir schon allzu oft. Es interessiert
mich einfach nicht mehr! So war für mich die erste Stunde tödlich
langweilig. Doch nur an meinem Desinteresse kann es auch nicht gelegen
haben. Mir fehlte hier einfach der gewisse "Drive", der einen
Film vorantreibt. So konnte ich mich dabei beobachten, von jedem kleinsten
Umgebungsgeräusch abgelenkt zu werden.
Ride with the Devil schafft es einfach nicht zu fesseln. Trotz gut
gemeinter Enttäuschungs- und Racheszenen fehlt hier einfach die "Wucht".
Selbst die zahlreichen Kämpfe sind mir zu "lahm" inszeniert.
Vielleicht liegt auch es auch hier wieder an meinem fehlenden Wissen über
diesen Bürgerkrieg, aber ich konnte mich einfach mit den Hauptpersonen
nicht indentifizieren. Ich sah leider keinen besonderen Sinn in ihrem
Handeln. Vor allem die Rolle von Jack Bull Chiles (Skeet Ulrich) war für
mich völlig uninteressant. Dies fiel mir besonders an der Stelle
auf, an der Jack aufgrund einer schweren Verletzung stirbt. Plötzlich
war er nicht mehr dabei und es machte mir nicht das geringste aus.
Auch vorher, als Jake Roedel (Tobey Maguire) zu hören bekommt, daß
sein Vater ermordet wurde, kam in mir nicht das geringste Trauergefühl
auf. Vor allem weil diese Tatsache eine Minute später schon wieder
vergessen ist und in keiner weiteren Sekunde des Films erwähnt wird.
Auch bei Jake selbst wird anscheinend nicht das geringste Trauer- oder
Rachegefühl herforgerufen. Man muss sich das einmal überlegen!
Sein Vater ist gestorben. Wäre das nicht für jeden von uns ein
Grund traurig zu sein?
Auch der wohl grausamste und bedeutenste Moment des Films, der Angriff
auf die Stadt Lawrence, Kansas erweckte in mir nicht die Gefühle,
die er womöglich ansprechen sollte. Und obwohl hier unzählige
unschuldige Menschen getötet werden, empfand ich für dieses
Gemetzel unverständlicherweise zu wenig Mitgefühl.
Ich möchte mich mit meinen Gedanken nicht zu weit gegen Ang Lee lehnen,
aber ich bin mir nicht sicher, was er eigentlich mit diesem Film vor hatte.
Ein Drama über den amerikanischen Bürgerkrieg? Oder eher eine
ausführliche Darstellung einiger darin verwickelter Personen, "gewürzt"
mit einer Romance?
Ich muss zugeben, daß mich diese kleinen romantischen Einlagen,
in Form einer Liebesgeschichte, um einiges mehr gefesselt haben, als jede
allzu opulent inszenierte Schlachtszene. Und dies haben wir, meiner Meinung
nach, vor allem Jewel zu verdanken. Wie wir wissen, ist sie ja eigentlich
Sängerin. Doch ich finde sie beweist hier sehr beindruckend, dass
sie auch großes Talent für die Schauspielerei hat.
So ist für mich der romatische Teil dieses Films eindeutig seine
Stärke. Dies hat mich wohl auch dazu gebracht, nicht vorzeitig die
Stop-Taste der Fernbedienung zu drücken.
Wie schon erwähnt, konnte mich Jewel in ihrer Rolle als Sue Lee mehr
als überzeugen. Wie sieht es mit den anderen Schauspielern aus?
Skeet Ulrich ist nicht gerade das, was ich als "überzeugend"
bezeichnen würde. Vielleicht liegt es auch in diesem Fall wieder
an mir, denn Ulrich ist mir vollkommen unsympathisch. Ich mag ihn einfach
nicht.
Tobey Maguire allerdings würde ich als ernstzunehmenden Newcomer
bezeichnen. Was sein Können allerdings hierzulande ein wenig trübt
ist seine deutsche Synchronstimme. Ich hatte leider nie die Möglichkeit,
Magurie im Original zu hören, aber in deutsch hat man immer den Eindruck
ein Kind vor sich zu haben. Es passt irgendwie nicht. Aber hierzu kann
ich mich eigentlich gar nicht äußern. Vielleicht ist seine
Synchronstimme ja perfekt ausgesucht worden. Trotzalledem halte ich Tobey
Maguire für einen sehr guten Darsteller.
Die wohl beste Rolle im Film, wie auch beste Leistung als Schauspieler
hat Jeffrey Wright als schwarzer Sklave Holt. Ihm kauft man wenigtstens
seine Wünsche, Ängste, Hoffnungen und Ziele ab.
An dieser Stelle bitte ich alle, die Ride with the Devil noch nicht
gesehen haben, den folgenden Absatz zu überspringen:
Was
mich am meisten an diesem Film gestört hat, waren seine "Lücken"
in der Erzählung. Einige wichtige Szenen wurden mir einfach zu wenig
beleuchtet. Oder besser gesagt, am Ende einfach vergessen.
Ride with the Devil ist ein Film, der quasi "mittendrin"
aufhört. Dabei gäbe es noch so viele Dinge zu beantworten. Am
Ende sehen wir die Verabschiedung von Jake und Holt. Schluß und
Abspann.
Was aber passiert mit unseren Personen? Funktioniert die praktisch "erzwungene"
Ehe zwischen Jake und Sue Lee? Was werden sie tun? Wird Jake es schaffen,
nicht mehr zu kämpfen um sich ausschließlich seiner Familie
zu widmen? Wird Holt seine Mutter finden, oder während der Suche
sterben, weil man ihn für einen flüchtenden Sklaven hält?
Manchen mag solch ein Schluß gefallen, mir persönlich nicht...
Wie man durch meine Worte unschwer erkenne kann, konnte mich persönlich
Ride with the Devil nicht überzeugen. Diejenigen, die sich
mehr für den geschichtlichen Hintergrund des amerikanischen Bürgerkrieges
interessieren, werden dem Film wohl mehr Pluspunkte zuschreiben können.
Ride with the Devil ist wirklich kein schlechter Film und er kann
stellenweise mit sehenswerten Szenen und wunderbaren Bildern begeistern.
Trotzdem bin ich am Ende der Meinung, dass Ang Lee's Stärke mehr
in romatischen Stoffen liegt. Das er fantastische Filme machen kann hat
er mit seinen anderen Werken durchaus bewiesen.
dvd | code 2
Die deutsche DVD ist leider auch eine große Enttäuschung. Es
ist anzumerken, dass es sich hierbei lediglich um die Verleihversion des
Films handelte. Bleibt zu hoffen, dass die Kauffassung einiges mehr zu
bieten hat.
Das Bild dieser DVD ist durchwegs gut, erreicht aber wahrlich keine Referenzqualität.
Der Ton bietet zwar bei den Kampfszenen einige nette Effekte, konnte mich
aber letztendlich nicht sonderlich überzeugen. Alles klingt mir hier
zu "blechern".
An Extras ist nichts vorhanden. Sogar an einer englischsprachigen Fassung
wurde gespart, was ich als besonders enttäuschend empfand.
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Pictures
© 2000 by Universal Pictures
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