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 < back                                     RIFIFI | THE CRITERION COLLECTION
 

info |

1955

Länge: 118 Min.
Bildformat: 1,33:1
Ton: Dolby Digital 1.0,

Regie: Jules Dassin
Kamera: Philippe Agostini
Musik: Geroges Auric
Darsteller: Jean Servais, Carl Möhner, Robert Manuel

 

oscars |

Nominiert für:
-

 

zusammenfassung |

Film: A
Kamera: A
Musik: B

Bildqualität: B
Ton: B
Extras: B

   
 

kurzbeschreibung |

After making such American noir classics as The Naked City and Brute Force, blacklisted director Jules Dassin went to Paris and embarked on his masterpiece: a twisting, turning tale of four ex-cons who hatch one last glorious heist in the City of Lights. At once naturalistic and expressionistic, this melange of suspense, brutality, and dark humor was an international hit and earned Dassin the Best Director prize at the Cannes Film Festival. (Cover)


meine meinung |

Eigentlich sollte man meinen Jules Dassin wäre Franzose. Nein, er wurde in Amerika geboren. Im Jahre 1950 allerdings hat er Schwierigkeiten in der "McCarthy-Ära" und kommt vor das Komitee des verbissenen Kommunistenjägers. Er muss Amerika verlassen und geht nach Paris. Hier dreht er seinen ersten europäischen Film, der sogleich ein Erfolg wird: Rififi.

So einfach die Geschichte auch klingen mag, so genial ist der Film.
Wir treffen auf den gerade aus dem Knast entlassenen Tony. Dieser hatte sich damals geweigert, seinen noch sehr jungen Mitstreiter Jo nach einem Einbruch zu verraten und musste somit fünf Jahre im Gefängnis absitzen. Als er aus der Haft entlassen wird, planen seine damaligen Freunde Jo und Mario, einen neuen Einbruch. Sie wollen in einem Juweliergeschäft die Scheibe einschlagen um Diamanten zu klauen. Zu anfangs lehnt Tony aber ab. Erst als er erfährt, dass seine damalige Liebe Mado nicht auf ihn warten konnte, und sich mit einem anderen Mann getröstet hat, stimmt er enttäuscht dem "Bruch" zu.

Allerdings möchte er sich nicht mit einem kleinen Diebstahl abgeben, nein er will das große Geld, und das ist im Tresor des Juweliers zu finden...
Der Film teilt sich quasi in drei Akte. Im ersten lernen wir die Personen kennen und erleben wie die drei den Einbruch planen. Zu ihrer Unterstützung holen sie sich noch den italianischen Safeknacker Cesar. Dieser wird übrigens von Regisseur Dassin selbst dargestellt, allerdings wurde er in den Credits unter einem falschen Namen aufgeführt.
Die gesamte Planung erweist sich nicht gerade als einfach, ist doch in dem Geschäft eine hochmoderne Alarmanlage installiert, die erst einmal ausgetrickst werden will.


Der zweite Teil des Films beschäftigt sich mit dem Einbruch selbst. Die nun folgenden dreissig Minuten sind wohl das Beste was man, in Bezug auf Einbruchszenen, jemals auf der Leinwand gesehen hat. Und wenn einem diese Szene bekannt vorkommen mag, dann bestimmt nur, weil sie im nachhinein so oft kopiert wurde.
In diesen dreissig Minuten hat der Regisseur vollkommen auf Musik verzichtet. Ausserdem wird kein einziges Wort gesprochen. Wir hören lediglich Geräusche. Dies erzeugt eine so gnadenlos gute Spannung, dass man fast selbst aufhört zu atmen, weil man denkt, die vier Einbrecher dadurch zu verraten.

Diese Einbruchszene wird so realistisch und bis ins kleinste Detail gezeigt, dass sie in manchen Ländern als eine Art "Anleitung" angesehen wurde. Daraufhin wurde der Film teilweise sogar verboten.
In einem anderen Review habe ich eine sehr treffende Bemerkung zu dieser Sequenz gelesen, die ich hier einfach erwähnen muss. So schrieb der Autor: "Wenn sie an dieser Stelle Rififi nicht lieben, überprüfen sie ihren Herzschlag, womöglich sind sie bereits tot!"

Der Rest des Films beschäftigt sich, wie so viele andere dieser Art, mit den Schwierigkeiten der "Gangster" nach dem Einbruch. Doch diese restlichen genialen Minuten sollte jeder selber erleben und so spare ich mir jedes weitere Wort um nichts zu verraten. So viel sei aber trotzdem gesagt, was hier noch passiert ist nicht weniger spannend und brilliant als der Einbruch selbst...

Wie ich mittlerweile schon öfter bemerkt habe, war ich lange Zeit kein besonders grosser Fan von Filmklassikern. Und wie jedesmal muss ich auch in diesem Fall jedem, der ähnlich dachte wie ich, dazu überreden, sich auf solche "alten Schinken" einzulassen. Denn was wir hier geboten bekommen, kann von der Qualität, oftmals keine moderne Produktion erreichen.

So auch im Falle von Rififi. Dieser Film ist genial. Zwar werden einige wohl bemängeln, dies sei doch nichts Neues. Stimmt, das könnte man denken. Aber nur deswegen, weil sich allzu viele nachfolgende Produktionen dieses Meisterwerk zum Vorbild genommen haben. Auch ich hatte bis vor kurzem Rififi nicht gesehen. Mit der Neuauflage der Firma "Criterion" wurde ich allerdings auf diesen Klassiker aufmerksam. Ich las viele Kritiken. Und alle waren sich einig: dieser Film ist ein überaus sehenswertes Stück Filmgeschichte. Ich kann mich dieser Meinung nur anschliessen.

Wenn man bedenkt, dass der Film mittlerweile weit über 40 Jahre alt ist, dann ist die Machart umso faszinierender. Die Atmosphäre, die hier dargestellt wird ist brilliant. Selbes gilt auch für die Schauplätze. Die Stadt Paris wird zu einer optimalen Kulisse für die Geschehnisse.
Die Schauspieler, hier sei vor allem Jean Servais in der Rolle des Tony erwähnt, sind allesamt fantastisch. Auch hätte ich es während des Films nicht für möglich gehalten, dass die Rolle des Tresorknackers und Frauenhelds Cesar, von keinem anderen als dem Regisseur selbst gespielt wurde.

Für viele Filmfans ist Rififi ein Meisterwerk des "Film Noir". Ich kann mich diesen Meinungen nur anschliessen, denn dies ist ein Werk, dass man gesehen haben sollte. Wer sich auch nur ein bisschen für einen guten Kriminalfilm interessiert, wird hiermit seine wahre Freude haben. Somit sollten alle, die mir nicht glauben, Rififi eine Chance geben. Zwar wird er womöglich nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfilmen zählen, aber er ist verdammt nah dran, ein solcher zu werden...


dvd | code 0

Auch hier kann ich nur wieder anmerken, dass man das Alter dieses Films nicht vergessen darf. So ist die Qualität von Rififi sehr gut. Der Schwarz-Weiss Film erstrahlt in einem äusserst gutem Kontrast. Das heisst, schwarz ist auch wirklich schwarz, während die hellen und weissen Bereiche fast schon zu leuchten scheinen. Ich kann mich wirklich nicht beklagen und kann auch diesmal nur wieder Criterion ein Lob aussprechen. Diese Leute bemühen sich wirklich immer wieder, alte Filme in bestmöglicher Qualität auf DVD zu bringen.

Auch der Ton hat mich angenehm überrascht. Zwar ist hier lediglich eine Mono Tonspur vorhanden, diese klingt aber sehr gut. Die Stimmen, Geräusche und Musikeinlagen klingen äußerst klar und sind immer gut verständlich. Verständlich im Sinne von optimal zu hören, da ich leider der französichen Sprache nicht mächtig bin. Ich rate trotzdem allen, sich diesen Film im Original mit Untertiteln anzusehen. Wie auch bei allen anderen Synchronfassungen verliert der Film sonst einiges an Atmosphäre. Ausserdem ist dies ein Klassiker des französichen Films, somit hat er auch das Recht, in seiner Originalsprache angesehen zu werden.

An Extras ist nicht sonderlich viel vorhanden. Doch dafür sind diese umso interessanter. So findet man ein Interview mit Regisseur Jules Dassin, Produktionsnotizen, einige Produktionsfotografien und Zeichnungen des Set Designers Alexandre Trauner. Ein Original Kinotrailer rundet das Zusatzmaterial ab.

Nebenbei sei noch bemerkt, dass diese DVD mit Ländercode 0 ausgeliefert wird. Sie kann also auch auf deutschen Geräten abgespielt werden.


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Pictures © Rialto Pictures /Criterion.