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FILM-KUNST.COM DVD & FILM REVIEWS // +05 |
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| warnung
| Solltet Ihr "Se7en" noch nicht gesehen haben, bitte ich Euch, NICHT weiter zu lesen. Es werden hier Details besprochen, die den gesamten Genuss zunichte machen würden! Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr an dieser Stelle schon erfahren möchten wie der Film endet! story | Se7en - Sieben Tage - Sieben Todsünden - Sieben Morde... Der Erfolg von Se7en liegt vielleicht auch daran, dass dieser Film in so vielen Dingen anders ist. Se7en ist zwar im gewissen Sinne eine klassische Kriminalgeschichte, allerdings ohne die in diesem Genre üblichen bewusst übertrieben gezeichneten Helden. Außerdem hat man am Anfang bestimmt nicht die geringste Ahnung davon, wie der Film enden wird. Grundsätzlich ist eigentlich ziemlich wenig Gewalt im ganzen Film. Zwar werden die Tatorte (und Opfer) schonungslos gezeigt, nie aber der Mord selbst. Die Tat spielt sich in den Köpfen der Zuschauer ab. Hinterher hat man allerdings den Eindruck, "alles" gesehen zu haben. Die Szene in der Bibliothek ist für die weitere Handlung sehr wichtig. Hier wird gezeigt, wie Sommerset zu begreifen versucht, was hinter den Morden steckt. Ihm scheint es grundsätzlich wichtiger zu erörten was der Killer denkt. Er forscht hauptsächlich nach den Motiven von John Doe (dies ist übrigens die allgemeine Bezeichnung der Polizei für Personen, deren richtige Namen nicht bekannt sind). Währenddessen sehen wir Mills, wie er an anhand von Tatortfotos Licht in den Fall bringen will. Er arbeitet vorrangig aus praktischer Sicht - möchte wissen, WER es getan hat. Allerdings scheitert er bald und versucht mit Hilfe eine Baseball-Spiels im Fernsehen abzuschalten. Wir begreifen, wie unterschiedlich die beiden Persönlichkeiten doch sind. Die Figur "Tracy" (Mills Frau) ist für das weitere Geschehen nicht unwichtig! Mit der Einladung von Sommerset zum Essen versucht sie, die beiden einander näher zu bringen. Ab diesem Zeitpunkt verschwinden praktisch die anfänglichen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem reifen Detective (Sommerset steht kurz vor der Pensionierung und hat nur noch 7 (!) Tage zu arbeiten) und dem jungen, hitzköpfigen, unerfahrenen Mills. Nun können sie endlich beginnen "miteinander" zu ermitteln. Außerdem steht Tracy für die warmherzige, liebe Ehefrau - denkt man (sofern man den Film schon kennt) an dieser Stelle über den Schluss nach (ihr Kopf im Karton), so wirkt dieser noch grausamer, noch furchtbarer! In der folgenden Sequenz (HELP ME, am zweiten Tatort, mit Fingerabdrücken an die Wand geschrieben) werden wir ein wenig eingeweiht in die Verhaltensweisen von Serienkillern. "Helft mir" möchte Doe den Polizisten sagen. Helft mir, denn ich finde keinen Ausweg. Wir erwarten (auch aufgrund der "Ansprache" des Polizeichefs, der seinem Team erzählt, dass wir es mit einem bekannten verdächtigen Ganoven zu tun haben) bald auf den Mörder selbst zu stoßen. Allerdings begreifen wir sehr bald, dass wir es eben nicht mit dem Killer selbst, sondern mit dem nächsten Opfer zu tun haben. Serienkiller handeln vollkommen unvorhersehbar. Sie sind keine Menschen, die nachts in eine Wohnung einbrechen um etwas zu stehlen - Nein - sie steigen ein, um jemand während des Schlafs zu töten! Aus welchen Beweggründen auch immer! Dann kommen wir im weiteren Verlauf der Handlung John Doe wieder ein Stück näher. Aber bevor wir in sein "Reich" eindringen können, kommt es zu einer Verfolgungsjagd. Bei deren Ende könnte der Killer den Detective problemlos töten, aber er tut es nicht! Er weiß, dass er ihn für seine weiteren Pläne benutzen kann und er weiß, dass er Mills mit seinem Verhalten dazu zwingt, illegal in seine Wohnung einzudringen. Die geschieht nun auch - wir bekommen Does Appartement zu Gesicht. Alles, was man hier sieht, erscheint logisch in Bezug auf das Verhalten von Serienkillern. Das erste, was auffällt: die gesamten Räume sind frei von Tageslicht! Die Fenster wurden schwarz gestrichen. Verständlich für eine Mörder, der unentdeckt bleiben möchte. Wie soll er sich mitten in einer Großstadt verstecken? Was ist naheliegender, als die Scheiben zu verdecken, um jegliche Einblicke zu verhindern? In den Räumen finden wir (aufgrund der Hauptthematik des Films - Todsünden) natürlich auch religiöse Symbole, bespielsweise ein riesiges, rot beleuchtetes Kreuz über Does Bett. Außerdem hat sich der Killer quasi eine Sammlung seiner bisherigen Taten "angelegt. Das Badezimmer wurde zum Fotolabor umgestaltet. Außerdem sind John Does Notizbücher zu sehen, in denen er seine Morde, bzw. all seine Gedanken genauestens niederschreibt. Später kommen wir mit zwei weiteren "Sünden" und den damit verbundenen Morden in Kontakt. An dieser Stelle erkennt man, wie krank dieser Typ eigentlich sein muss. Was geht in diesem Menschen vor? Man stellt sich die Frage, warum er beispielsweise "LUST" in der heutigen Zeit als Todsünde ansieht? Denkt man genauer darüber nach, haben wir alle im gewissen Sinne schon einmal eine Todsünde begangen. Vielleicht erziehlt auch dieser Gedanke wieder eine gewisse unterbewusste Angst. Zurück zur Handlung. Mit der "Pride" Szene wird quasi ersteinmal eine falsche Fährte ausgelegt. Der Arzt, der die Leiche untersucht, bemerkt nebenbei, dass der Mörder seine Arbeit gründlich gemacht hat. Als wir John Doe daraufhin blutverschmiert im Präsidium sehen, nehmen wir selbstverständlich zuerst einmal an, es handle sich um das Blut des "Hochmut"-Opfers. Das dies eigentlich Tracys Blut ist, erfahren wir erst am Ende des Films. Auch denken wir uns natürlich - warum stellt sich der Killer jetzt schon der Polizei? Es sind doch zwei Sünden (Morde) offen! Über diese anscheinend fehlenden Opfer werden wir aber bald mehr erfahren. Die Endsequenz greift die Sünden "Neid" und "Zorn" auf. Wir bekommen erzählt, das Doe in Mills Wohnung und somit in dessen Leben eingedrungen ist. Wir hören von ihm, dass er Mills um dieses Leben "beneidet" Wir erkennen in dieser (in der Wüste spielenden) Sequenz, dass John Doe Tracy getötet hat. Er hat alles genauestens geplant, ist mit den beiden Polizisten an diesen einsamen Ort gekommen, hat einen Kurier genau um sieben (!) Uhr dorthin bestellt. Dieser soll ein Paket für Mills liefern. Ein Paket, in dem sich Tracys Kopf befindet. Sie ist somit quasi das "NEID-Opfer". Man ist schockiert und sich dessen bewusst, dass es in diesem Film wohl kein Happy End geben wird! Die letzte der sieben Sünden, die noch verbleibt, ist "Zorn". Dieser Mord wird vollzogen von Mills selbst. Vollkommen am Boden zerstört über den Verlust seiner (schwangeren) Frau, hat er sich nicht mehr unter Kontrolle und erschiesst John Doe. Dieser hat somit natürlich sein grausames Spiel gewonnen. Das allerletze Opfer ist Doe selbst. Sein Plan hat bestens funktioniert.... optik | Der erste Eindruck ist wohl: Se7en ist ein "Farbfilm", der aussieht, als wäre er "schwarz-weiss". Bei diesem Film wurde mit einem speziellen Entwicklungsprozess gearbeitet, der einen besonders hohen Kontrast zwischen schwarzen und hellen Flächen schafft. Fincher war es wichtig, dass schwarze Farben auch wirklich "schwarz" aussehen. Dies erklärt er im Audiokommentar der DVD am Beispiel einer schwarzen Lederjacke. Wenn jemand vor uns steht, empfinden wir diese Jacke auch wirklich als "black". Auf der Leinwand wurde daraus meist ein Grauton. Gerade solches wurde mit diesem Verfahren unterdrückt. Nehmen wir die DVD zum Vergleich, ist dies hier auf jeden Fall gelungen. In Bezug auf den Film ist dieser Effekt sehr wichtig. Stellen wir uns vor - wir hören ein Geräusch in der Nacht. Aber so sehr wir uns auch anstrengen, es ist nichts in der Dunkelheit zu erkennen. Schon allein dieser Gedanke versetzt uns in ein Angstgefühl. Dieses wollte der Regisseur in Se7en umsetzen. Oft befinden wir uns auch in kleinen, unübersichtlichen Räumen - auch dies erzeugt eine gewisse Angst, da man nicht weiss, was in einem dieser vielen dunklen, schattigen Ecken "lauert". Zum Gesamteindruck des Films ist hier zu erwähnen, dass es die meiste Zeit regnet. Dieser ständige Regen zeigt quasi die grausame, kranke, ja gar schreckliche Welt in der wir uns befinden und der wir nicht entfliehen können. Gedreht wurde der Film zum Teil in New York Downtown. Dort gibt es z. B. viele alte Warenhäuser oder Fabrikgebäude, die sich von einer modernen, sauberen Architektur unterscheiden. In Anlehnung an den Film Noir (von franz. Kritikern geprägter Begriff für ein bestimmtes Genre von Film in den vierziger und fünfziger Jahren, meist Kriminalgeschichten mit Betonung des düsteren städtischen Milieus) hat beispielsweise das Polizeipräsidium einen Look, der sehr gut in die 20er bzw. 30er Jahre passen könnte. Nebenbei bemerkt entsteht beim Zuschauer ein gewisser Konflikt. Rein optisch könnte Se7en wirklich in dieser Zeit spielen. Doch plötzlich sieht man auf einem Schreibtisch einen Computer, der uns dann doch daran errinert, dass wir uns in den 90ern befinden. Die Bibliothek wurde zu meiner Überraschung völlig neu in einem alten Bankgebäude aufgebaut. (Mehrere tausend Bücher, Tische, Lampen usw.) Dies musste so geschehen, weil die Architektur des Gebäudes wunderbar zum Film passt und außerdem keine "vorhande" Bibliothek diese Anforderung erfüllte - sollte doch das Gebäude zum Look der alten Bücher passen, die Sommerset hier durchforstet. Diese Szene wurde übrigens bewusst - ich sage einfach einmal - "schön" gestaltet. Dies soll uns zeigen, dass Sünden nicht von anderen gemacht werden, nein, Sünden begehen wir auch selbst - eben deshalb, weil sie eigentlich "schön" sind. Außerdem unterstreicht dieser kostspielige Neuaufbau der Bibliothek auch den Charakter von Sommerset. Er ist kein "moderner" Mensch, sondern eher eine "traditionelle" Person - er ist somit quasi wie die Bücher in diesen Räumen. Folglich wäre eine moderne Bibliothek hier völlig unvorteilhaft. Die Auswahl der Wohnung von Mills macht uns indirekt auf verschiedene Aspekte aufmerksam. Zum einen wird in dieser Szene gezeigt, dass wir es mit ganz stinknormalen Menschen zu tun haben. Kameramann Darius Khondji erzeugt mit indirekter Beleuchtung eine warme, menschliche Umgebung. Zum anderen - in der Szene, in der Tracy aufwacht, sich plötzlich ganz alleine in der Wohnung befindet - wird sichtbar, dass dieses Heim gar nicht so hell und gemütlich ist. Wir bemerken, dass der Regen an den Wänden seine Spuren hinterlassen hat, dass es auch dunkle Ecken gibt und es wird einem bewusst, dass man selbst in den eigenen vier Wänden nicht sicher sein kann. Auch die Auswahl des "Sloth-Tatorts" ist wieder eine Anlehnung an den "Film Noir". Zu Anfangs wissen wir nicht, in was für einem Gebäude wir uns befinden. Ist es eine Fabrik? Soll dies eine Wohnhaus sein? Wir kommen in die Wohnung von Victor. Was passiert? Was kommt auf uns zu? Warum hängen tausende Duft-Bäume an der Decke? Unterstützt wird diese Ungewissheit durch eine geschickte Ausleuchtung. Die Räume sind düster, nur durch die Fenster scheint "softes" Tageslicht. Eigentlich wirkt dieser Schauplatz "warm" - durch die Verwendung eine eher "grünen" Farbe erscheint das Ganze aber dunstig, gar dreckig und dies schafft eine Optik, die uns auf perfekte Weise darauf vorbereitet, was hier grausames auf uns zukommt. Hier bewirken - wie auch an vielen anderen Stellen des Films - gut platzierte Lichtquellen einen unglaublichen Kontrast von "schwarz" zu "leuchtend". Man sieht, wie gut Khondji mit der Ausleuchtung des Sets bzw. der Personen umgehen kann und wie überaus bedeutend dies auch ist. Ihm scheint es unheimlich wichtig, von woher die Hauptlichtquelle kommt, um damit verschiedene Effekte zu erzielen. Ein Vergleich: das Polizeipräsidium ist hell beleuchtet, man kann alles deutlich sehen - somit erscheint dieser Ort sicher, während die Tatorte spärlich ausgeleuchtet sind, um wieder die Angst vor Dunkelheit in uns wach zu rufen. Den oft im Film vorkommenden, überaus "harten" Kontrast finde ich so und so faszinierend. Ein grell leuchtendes Fenster im Hintergrund des Geschehens - man sieht ausschließlich die Lichtquelle - die Zeichnung ist komplett verloren. Oder auch der Kontrast in den Gesichtern - manchmal ist nur eine Hälfte der Person beleuchtet, die andere ist nur eine schwarze Fläche. An der Szene, in der Mills und Sommerset vor Does Appartement von ihm überrascht werden, wird auch die sehr gute Schnitt-Arbeit des (Oscarnominierten) "Cutters" Richard Francis-Bruce deutlich sichtbar. Die gesamte Sequenz dieser "Verfolgungsjagd" besteht aus eine schnellen Schnittfolge. Auch die Mischung aus "verwackelter" Handkamera (wenn Mills zu sehen ist) und ruhiger Steadycam (bei John Doe) erzielt einen unglaublich "chaotischen" Ablauf des Geschehens. Gerade diese Kamera-Schnitttechnik-Mischung zusammen mit widerum geschickter Ausleuchtung erzeugt eine unglaubliche Spannung. An der folgenden Szene - die Durchsuchung von Does Wohnung - sieht man erst einmal, welch fantastische Arbeit die Set-Designer geleistet haben. Diese unglaublich detallierte Darstellung aller Gegenstände hier ist mitunter das Beste, was ich jemals zu Gesicht bekommen habe. Als kleines Beispiel sei hier nur einmal die aufwendige Gestaltung von John Does Notizbüchern erwähnt - und dies, obwohl sie nur für einige Sekunden zu sehen sind. Auch die Fotografien (Bilder von Victor, Fotos des "Lust"-Opfers bwz. alle Tatortfotos) mussten ja erst einmal hergestellt werden. Zurück zum Zusammenhang von Optik und Handlung. In der Wohnungsdurchsuchung treten wir außerdem in das Leben des Mörders ein. Wir sehen Dinge, die uns durch die bisherigen Untersuchungen bekannt sind, aber auch Details, die kurzzeitig im Vorspann gezeigt wurden. Diese Szene ist mitunter die bemerkenswerteste, zusammen mit der anfänglichen "Gluttony" Sequenz. Beide sind ein meisterhaftes Beispiel des Zusammenspiels von Set-Design, Kameraarbeit und natürlich Ausleuchtung. Auch werden hauptsächlich die Lichtkegel der Taschenlampen als Hauptlichtquelle benutzt. Das Aussehen des Films ändert sich an der Stelle, in der John Doe zum ersten Mal zu sehen ist. Es hat aufgehört zu regnen, das einzige Mal im gesamten Film scheint kurzzeitg die Sonne. Dies ist praktisch eine optische Trennung zwischen den Szenen, in denen wir John Doe nicht zu Gesicht bekommen haben, bis zu diesem Zeitpunkt, wo er sich der Polizei stellt. Außerdem sehen wir das erste Mal den Schauspieler Kevin Spacey. Weder auf Plakaten, Vorschauen noch in der Titelsequenz wird sein Name erwähnt. (Nebenbei angemerkt ein großes Lob an einen deutschen Fernsehsender, der vor der Ausstrahlung des Films Spacey in Filmausschnitten angekündigte, und somit die von den Machern gewünschte Zurückhaltung des Schauspielers in Sekunden zunichte gemacht hat! Hatte es doch einen gewissen Sinn, die Identität des Killers nicht von Anfang an preiszugeben.) Ab dieser Stelle ändert sich der Look des Films von dunklen, schwarzen, grünen Farbtönen zu einem warmen braun, das die abendliche Tageszeit der Schlußsequenz perfekt einfängt. dvd | Zu anfangs einmal ein grosses "DANKE" an New Line Cinema für diese DVD! Diese Scheibe ist mit unter das Beste, was man in diesem Bereich für Geld bekommen kann! Beginnen wir ganz vorne, und zwar mit der Aufmachung. Die beiden DVDs werden in einer Hülle präsentiert, die aussieht wie eines der Notizbücher von John Doe. Diese Idee finde ich als sehr gelungen und sie bereitet uns schon optisch darauf vor, was wir auf den Scheiben selbst zu sehen bekommen. Legt man die DVD in den Player, sieht man ein Menu, das in seiner Gestaltungsform genauso den "Notebooks" von Doe nachempfunden wurde. An dieser Stelle vielleicht noch ein paar Bemerkungen zum ganzen Design (bzw. zur Typografie) aller Texte, die mit Se7en zu tun haben. Dazu gehören natürlich auch die Anfangs- und Endtitel des Films selbst. Hier hat Kyle Cooper (R/G Digital Studios) wahrlich fantastische Arbeit vollbracht. Eine derart geniale Gestaltung für "Credits" habe ich schon lange nicht mehr gesehen! Besser könnten sie gar nicht zum Film passen. Das Design findet man übrigens außerdem auf allen "Drucksachen" (Plakate, Cover usw.) und, wie schon erwähnt, auch im Menu der DVD. bild | Das Bild dieser Disc ist sensationell, so viel sei vorrangig schon einmal gesagt. Se7en wurde für diese Veröffentlichung komplett, nach den Original-Negativen "restauriert". Dies klingt jetzt vielleicht ein wenig übertrieben, ist er doch noch gar nicht so alt! Mit restauriert meine ich, dass eine komplette Überabeitung vorgenommen wurde. Es wurden zum Beispiel jeglicher Schmutz und Kratzer entfernt. Ausserdem hat man den Film teilweise "retuschiert". Manche Szenen, wie die Endsequenz in der Wüste wurde zu verschiedenen Tageszeiten gefilmt. Dies hat zur Folge, dass die Farbtöne nicht immer perfekt zueinander passen. Der Schluss des Films spielt um sieben Uhr abends. Somit ist die Farbe des Himmels eher "braun" als "blau". Diese Dinge konnten natürlich beim Dreh nicht immer berüchsichtigt werden. Für die DVD wurden diese "Fehler" jetzt digital nachbearbeitet. Laut Fincher hat der Film jetzt genau den "Look", den er sich schon immer gewünscht hat. Und ich kann mich seiner Meinung nur anschliessen! In einer derart brillianten Qualität habe ich Se7en noch nie gesehen. War damals schon das Bild der "Criterion Special Editon" Laserdisc bemerkenswert, so sind diese beiden Veröffentlichungen noch einmal Welten voneinander entfernt! Auch der, von Fincher gewollte, "HELL/DUNKEL"-Kontrast wird hier überragend wiedergegeben. Schwarze Flächen sind auch wirklich richtig tiefschwarz und nicht etwa gräulich. ton | Der komplette Soundtrack wurde für diese DVD neu abgemischt! Und zwar bewusst für das "Heimkino". Aus folgendem Grund: im Kino selbst gibt es viele Elemente, die Schall "schlucken". Vorhänge, Sitze und auch die Zuschauer selbst. Somit wird der Filmton normalerweise mit viel "Höhen" abgemischt. Dies hat zu Hause natürlich zur Folge, dass wir den Ton oftmals als unangenehm (zu "hell") empfinden. Genau diesem unglücklichen Effekt wollten die Sounddesigner entgegenwirken. Das Resultat ist fantastisch. Der Ton der DVD ist überwältigend. Musik, Effekte und Dialoge wurden perfekt aufeinander abgestimmt. Es kommt so gut wie nie zu ärgerlichen Lautstärkeunterschieden. Außerdem wurden auch die neuen "Heimkino-Tonsysteme" Dolby Digital EX, bzw. DTS ES Discreete (6.1) berücksichtigt. Das heisst es wurde ein weiterer Centerkanal für die rückwärtigen Lautsprecher mit einbezogen. Leider kann ich diesen Effekt nicht beurteilen, da ich bisher nur eine Dolby Digital 5.1 Anlage besitze. extras | Als wichtigstes Zusatzmaterial sehe ich die vier Audiokommentarspuren über die gesamte Laufzeit des Films. Hier hören wir unter anderem Regisseur David Fincher, Morgan Freeman, Brad Pitt, Sounddesigner, Drehbuchautor, Kameramann.... Gerade diese Kommentare halfen mir, den Film nochmals unter ganz "neuen" Gesichtspunkten kennenzulernen. Auf der zweiten DVD befinden sich: - Geschnitte Szenen - Ein alternatives Ende mit animierten Storyboard- Zeichnungen. - Eine Erklärung der Anfangssequenz mit unterschiedlichen Einstellungen (Storyboard, ursprünglich geplante Sequenz und die im Film verwendete) mit umschaltbaren Tonspuren. - Trailer - Fotogalerien ("John Does" Fotos, Tatortfotos, Produktionsbilder) - Ein ausführlicher Bericht über die Realisierung der DVD mit der Möglichkeit das alte und neue Bild (bzw. den Ton) miteinander zu vergleichen. Mit der Neuveröffentlichung dieses brillianten Films hat "New Line Cinema" eine bemerkenswerte DVD auf den Markt gebracht. Ich könnte mir keine bessere Präsentation für Se7en vorstellen... < top |