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kurzbeschreibung
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Japanische Dorfbewohner wollen sich die alljährlichen Plünderungen einer
Horde von Banditen nicht weiter gefallen lassen. Sie werben sieben Samurai
(adelige Krieger im mittelalterlichen Japan) an, damit ihr Dorf diesmal
wirkungsvoll verteidigt werden kann.
meine meinung |
Vielleicht zur Verwunderung mancher Filmfans muß ich gestehen, daß
ich fast dreißig Jahre alt werden mußte, um diesen Film zu
sehen. Nicht etwa, daß mir "Seven Samurai" nicht bekannt
war - nein, es handelte sich hierbei um eine gewisse "Einstellung".
Denn bis vor kurzem konnte ich mich einfach nicht dazu durchringen, mir
einen "alten" Film anzusehen. Filmklassiker interessierten mich
nicht. Dazu gab es viel zu viele "aktuelle" Filme, die gesehen
werden mußten. Wie ich mittlerweile gelernt habe - ein großer
Fehler! Und heute kann ich Filmfans, die vielleicht ähnlich denken
wie ich, nur sagen: Ihr wisst gar nicht, was ihr verpaßt!
Natürlich kann ich gewisse Voruteile verstehen. "Dreieinhalb
Stunden Film - in Schwarz/Weiß - japanisch mit englischen Untertiteln!
Das würde ich nie schaffen". Das es aber mittlerweile gar nicht
mehr so unüblich ist, einen Film mit dreistündiger Laufzeit
zu Gesicht zu bekommen, darüber denkt wohl keiner nach.
Egal! Auch ich hatte ehrlich gesagt solche Voruteile. Im nachhinein kann
ich nur sagen daß "Seven Samurai" natürlich ein sehr
langer Film ist. In keinster Weise ist er allerdings langweilig. Und auch
wenn ich während des Sehens das Gefühl hatte, dies wäre
ein harter Brocken, wüßte ich nicht, was man hätte kürzen
können.
Denn hier hat jedes kleinste Detail, jede Unterhaltung, jedes Bild seinen
Sinn. Die Länge des Films ist also meiner Meinung nach vollkommen
gerechtfertigt. Schließlich haben wir es hier mit einem "Epos"
zu tun. Und wie wir alle wissen, brauchen solche Filme einfach Zeit um
sich zu entwickeln.
So beginnt "Seven Samurai" damit, daß Banditen planen,
ein unschuldiges Dorf auszurauben. Einer der Bauern hört heimlich
diese Unterhaltung mit und es kommt zu einer großen Diskussion im
Dorf. Darüber was man gegen die brutalen, starken Banditen tun könne.
Schon hier beginnt Kurusawa überzeugend damit, uns die Gefühle
und Ängste der Menschen nahezubringen. Und wie es in einer Gemeinschaft
so üblich ist, einige wollen nichts unternehmen und sich dem Schicksal
stellen, andere würden lieber sterben, als sich den Räubern
zu unterwerfen. Das "Dorfoberhaupt" entscheidet sich für
den Kampf. Da dieser von den, im Gefecht unerfahrenen Bauern, wohl nicht
zu gewinnen ist, sollen einige von ihnen losziehen um Samurai "anzuheuern".
Und hier beginnt schon das nächste Problem - wie sollen die armen
Bauern Kämpfer finden, die ohne Lohn ihr Leben opfern?
So zeigt uns das erste Drittel des Films die Suche nach geeigneten Kriegern
zur Verteidigung des Dorfes. Was sich zu Anfangs als ein unlösbares
Problem darstellt, kann dann aber doch gelöst werden und am Ende
sind 6 Samurai auf dem Weg in das Dorf. Der letzte im Bunde ist ein eher
ausgeflippter Bursche (gespielt von Toshiro Mifune), der gerne ein richtiger
Samurai wäre. Er gibt sich zwar als solcher aus, doch wir erkennen
sofort, daß er kein wahrer Krieger ist, sondern nur ein kleiner
Betrüger auf der Suche nach Anerkennung.
Im zweiten Teil der Geschichte lernen wir langsam die "sieben Samurai"
kennen, welche genaugenommen "Ronin" sind, also ehemalige Samurai.
Dies geschah seinerzeit entweder durch den Tod des "Herrn",
oder oftmals auch durch eigenes Verschulden, welches zum Verlust des "Lehensverbandes"
führte. Somit hatten diese ehemaligen "Diener" sehr oft
nichts mehr als ihre wertvollen Schwerter. Sie zogen durchs Land und waren
angewiesen auf wohltätige Gaben. So kam es durchaus vor, daß
aus den ehrenwerten Samurai Diebe und Mörder wurden. Andere, die
immer noch an ihrer Ehre festhielten, hofften, in irgendeinem Kampf gebraucht
zu werden. So auch unsere sieben "Helden", die scheinbar trotz
mangelnder Bezahlung bereit waren, ihr Leben für die armen Farmer
zu opfern.
Doch die Ankunft im Dorf läuft eher enttäuschend ab. Denn alle
Bewohner verstecken sich vor den "Samurai". Es dauert einige
Zeit, bis sich das Verhältnis entspannt hat. Und so werden nach und
nach die Dorfbewohner auf den bevorstehenden Kampf vorbereitet.
Zum einen werden die Zugangswege "sicher" gemacht, zum anderen
werden die Bauern von den Samurai im Umgang mit Waffen ausgebildet.
Der dritte Teil des Films beschäftigt sich dann ausschließlich
mit dem Kampf selbst. Diese Geschehnisse sollte aber jeder selbst "erleben".
Ich denke ich habe mit meinen bisherigen Worten schon ein wenig zu viel
verraten.
Kurusawas Film ist unglaublich vielseitig. So beschäftigt er sich
mit all den Themen, die Stoff für ein filmisches Meisterwerk bieten.
Ehre, Angst, Hoffnung, Zusammenhalt, Liebe, Haß, Rache... Kein Wunder,
daß "Seven Samurai" als Vorlage für einige spätere
Filme verwendet wurde. Der bekannteste ist wohl "Die glorreichen
Sieben" in welchem die Geschichte als Western aufbereitet wurde.
Aber auch in aktuellen Filmen, wie Disneys "A Bugs Life" erkennen
wir Grundelemente von "Seven Samurai" wieder.
Ein großes Thema des Films ist wohl die Kraft des Zusammenhaltes.
Denn wie so oft im Leben, kann man soviel mehr erreichen, wenn man sich
vereint. Und im Falle dieses Filmes haben die Bauern dann doch eine wirklich
reelle Chance auf den Sieg. Das eigentliche Ende werde ich nun aber wirklich
nicht mehr ansprechen.
Auch die Schauspieler sind fabelhaft. Natürlich ist Mifunes Leistung
brilliant, nicht umsonst ist er wohl einer der besten und bekanntesten
Schauspieler Japans geworden. Doch ganz ehrlich gesagt, war ich von Takashi
Shimura, welcher den "Anführer" der Samurai spielt, noch
mehr begeistert.
Nicht zu vergessen ist außerdem die technische Seite des Films.
Die Kameraführung ist fabelhaft. So entsteht beispielsweise bei den
Kampfszenen eine enorme "Wucht", die wohl auch heute, rund fünfzig
Jahre später, noch so manchen Film "alt" aussehen läßt.
"Seven Samurai" ist ein Meisterwerk. Und diese Meinung teile
ich wahrlich nicht allein! So habe ich bisher keine einzige Kritik gefunden,
die negative Worte zu diesem Film dargelegt hätte. Aussagen wie "der
beste Film der jemals gedreht wurde" sind vielleicht dann doch ein
wenig übertrieben. Sicher ist allerdings, dass Kurusawas Film ein
wunderbares Beispiel zum Thema Filmkunst ist. Ansehen!
dvd | code 1
Leider gibt es neben einigen gekürzten Videofassungen (ca. 156 min.)
keine deutschsprachige Edition dieses Films. Es ist mir zwar unbegreiflich,
warum keine deutsche Verleihfirma diesen Titel auf DVD herausbringen möchte,
aber ehrlich gesagt spielt es auch keine Rolle, denn es gibt eine ungekürzte
Fassung in der "Criterion Collection".
Zwar wurde das Bild komplett remastered, doch auf den ersten Blick ist
man doch recht enttäuscht. Von einen brillianten Bild ist man hier
leider weit entfernt. Für mich stellte dies allerdings kein Problem
dar. Man weiß, dass "Seven Samurai" über fünfzig
Jahre alt ist und es diesen Film in keiner besseren Qualität zu kaufen
gibt. Außerdem ist man nach einer halben Stunde so in die Handlung
vertieft, daß man auf kleine Unschärfen oder Kratzer keinen
Wert mehr legt. Man sollte auch die Laufzeit von 3 1/2 Stunden berücksichtigen.
Denn der gesamte Film ist auf einer DVD untergebracht. Es muß also
an keiner Stelle des Films (wie früher) eine Kassette oder Laserdisc
gewechselt werden. Man kann den kompletten Film in einem Stück genießen.
Der Ton hat mich positiv überrascht. Selbstverständlich kann
man ihn nicht mit effektgeladenen aktuellen Streifen vergleichen, aber
darüber brauchen wir nicht reden. Ich finde der Sound ist durchaus
lobenswert. Alle Dialoge sind klar verständlich, nun gut, insofern
man der japanischen Sprache mächtig ist ;). Auch die Kampfszenen
am Ende des Films klingen überraschend "wuchtig".
Das Zusatzmaterial beschränkt sich auf einen Audiokommentar des Filmexperten
Michael Jeck. Angeblich soll dieser Kommentar sehr interessant sein. Leider
habe ich bisher noch nicht die Zeit gefunden mich selbst davon zu überzeugen.
Sollte also jemand diesen Film mögen, gibt es keine Punkte gegen
den Kauf dieser DVD. Und wie wir von "Criterion" wissen, kann
es sein, daß auch diese DVD irgendwann zu einer Rarität wird...
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