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 < back                                      SEVEN SAMURAI |
  info |

1954
Länge: 203 Min.
Bildformat: 1,33:1, s/w
Ton: Dolby Digital 1.0

Regie: Akira Kurosawa
Kamera: Asakazu Nakai
Musik: F. Hayasaka
Darsteller:Toshiro Mifune, Takashi Shimura, Keiko Tsushima
 

oscars |

Nominierung für:

Ausstattung
Kostüme

  zusammenfassung |

Film: A
Kamera: B+
Musik: B

Bildqualität: B-
Ton: B
Extras: B
   
 

kurzbeschreibung |

Japanische Dorfbewohner wollen sich die alljährlichen Plünderungen einer Horde von Banditen nicht weiter gefallen lassen. Sie werben sieben Samurai (adelige Krieger im mittelalterlichen Japan) an, damit ihr Dorf diesmal wirkungsvoll verteidigt werden kann.


meine meinung |

Vielleicht zur Verwunderung mancher Filmfans muß ich gestehen, daß ich fast dreißig Jahre alt werden mußte, um diesen Film zu sehen. Nicht etwa, daß mir "Seven Samurai" nicht bekannt war - nein, es handelte sich hierbei um eine gewisse "Einstellung". Denn bis vor kurzem konnte ich mich einfach nicht dazu durchringen, mir einen "alten" Film anzusehen. Filmklassiker interessierten mich nicht. Dazu gab es viel zu viele "aktuelle" Filme, die gesehen werden mußten. Wie ich mittlerweile gelernt habe - ein großer Fehler! Und heute kann ich Filmfans, die vielleicht ähnlich denken wie ich, nur sagen: Ihr wisst gar nicht, was ihr verpaßt!

Natürlich kann ich gewisse Voruteile verstehen. "Dreieinhalb Stunden Film - in Schwarz/Weiß - japanisch mit englischen Untertiteln! Das würde ich nie schaffen". Das es aber mittlerweile gar nicht mehr so unüblich ist, einen Film mit dreistündiger Laufzeit zu Gesicht zu bekommen, darüber denkt wohl keiner nach.
Egal! Auch ich hatte ehrlich gesagt solche Voruteile. Im nachhinein kann ich nur sagen daß "Seven Samurai" natürlich ein sehr langer Film ist. In keinster Weise ist er allerdings langweilig. Und auch wenn ich während des Sehens das Gefühl hatte, dies wäre ein harter Brocken, wüßte ich nicht, was man hätte kürzen können.
Denn hier hat jedes kleinste Detail, jede Unterhaltung, jedes Bild seinen Sinn. Die Länge des Films ist also meiner Meinung nach vollkommen gerechtfertigt. Schließlich haben wir es hier mit einem "Epos" zu tun. Und wie wir alle wissen, brauchen solche Filme einfach Zeit um sich zu entwickeln.

So beginnt "Seven Samurai" damit, daß Banditen planen, ein unschuldiges Dorf auszurauben. Einer der Bauern hört heimlich diese Unterhaltung mit und es kommt zu einer großen Diskussion im Dorf. Darüber was man gegen die brutalen, starken Banditen tun könne. Schon hier beginnt Kurusawa überzeugend damit, uns die Gefühle und Ängste der Menschen nahezubringen. Und wie es in einer Gemeinschaft so üblich ist, einige wollen nichts unternehmen und sich dem Schicksal stellen, andere würden lieber sterben, als sich den Räubern zu unterwerfen. Das "Dorfoberhaupt" entscheidet sich für den Kampf. Da dieser von den, im Gefecht unerfahrenen Bauern, wohl nicht zu gewinnen ist, sollen einige von ihnen losziehen um Samurai "anzuheuern". Und hier beginnt schon das nächste Problem - wie sollen die armen Bauern Kämpfer finden, die ohne Lohn ihr Leben opfern?

So zeigt uns das erste Drittel des Films die Suche nach geeigneten Kriegern zur Verteidigung des Dorfes. Was sich zu Anfangs als ein unlösbares Problem darstellt, kann dann aber doch gelöst werden und am Ende sind 6 Samurai auf dem Weg in das Dorf. Der letzte im Bunde ist ein eher ausgeflippter Bursche (gespielt von Toshiro Mifune), der gerne ein richtiger Samurai wäre. Er gibt sich zwar als solcher aus, doch wir erkennen sofort, daß er kein wahrer Krieger ist, sondern nur ein kleiner Betrüger auf der Suche nach Anerkennung.

Im zweiten Teil der Geschichte lernen wir langsam die "sieben Samurai" kennen, welche genaugenommen "Ronin" sind, also ehemalige Samurai. Dies geschah seinerzeit entweder durch den Tod des "Herrn", oder oftmals auch durch eigenes Verschulden, welches zum Verlust des "Lehensverbandes" führte. Somit hatten diese ehemaligen "Diener" sehr oft nichts mehr als ihre wertvollen Schwerter. Sie zogen durchs Land und waren angewiesen auf wohltätige Gaben. So kam es durchaus vor, daß aus den ehrenwerten Samurai Diebe und Mörder wurden. Andere, die immer noch an ihrer Ehre festhielten, hofften, in irgendeinem Kampf gebraucht zu werden. So auch unsere sieben "Helden", die scheinbar trotz mangelnder Bezahlung bereit waren, ihr Leben für die armen Farmer zu opfern.

Doch die Ankunft im Dorf läuft eher enttäuschend ab. Denn alle Bewohner verstecken sich vor den "Samurai". Es dauert einige Zeit, bis sich das Verhältnis entspannt hat. Und so werden nach und nach die Dorfbewohner auf den bevorstehenden Kampf vorbereitet.
Zum einen werden die Zugangswege "sicher" gemacht, zum anderen werden die Bauern von den Samurai im Umgang mit Waffen ausgebildet.

Der dritte Teil des Films beschäftigt sich dann ausschließlich mit dem Kampf selbst. Diese Geschehnisse sollte aber jeder selbst "erleben". Ich denke ich habe mit meinen bisherigen Worten schon ein wenig zu viel verraten.

Kurusawas Film ist unglaublich vielseitig. So beschäftigt er sich mit all den Themen, die Stoff für ein filmisches Meisterwerk bieten. Ehre, Angst, Hoffnung, Zusammenhalt, Liebe, Haß, Rache... Kein Wunder, daß "Seven Samurai" als Vorlage für einige spätere Filme verwendet wurde. Der bekannteste ist wohl "Die glorreichen Sieben" in welchem die Geschichte als Western aufbereitet wurde. Aber auch in aktuellen Filmen, wie Disneys "A Bugs Life" erkennen wir Grundelemente von "Seven Samurai" wieder.
Ein großes Thema des Films ist wohl die Kraft des Zusammenhaltes. Denn wie so oft im Leben, kann man soviel mehr erreichen, wenn man sich vereint. Und im Falle dieses Filmes haben die Bauern dann doch eine wirklich reelle Chance auf den Sieg. Das eigentliche Ende werde ich nun aber wirklich nicht mehr ansprechen.

Auch die Schauspieler sind fabelhaft. Natürlich ist Mifunes Leistung brilliant, nicht umsonst ist er wohl einer der besten und bekanntesten Schauspieler Japans geworden. Doch ganz ehrlich gesagt, war ich von Takashi Shimura, welcher den "Anführer" der Samurai spielt, noch mehr begeistert.

Nicht zu vergessen ist außerdem die technische Seite des Films. Die Kameraführung ist fabelhaft. So entsteht beispielsweise bei den Kampfszenen eine enorme "Wucht", die wohl auch heute, rund fünfzig Jahre später, noch so manchen Film "alt" aussehen läßt.

"Seven Samurai" ist ein Meisterwerk. Und diese Meinung teile ich wahrlich nicht allein! So habe ich bisher keine einzige Kritik gefunden, die negative Worte zu diesem Film dargelegt hätte. Aussagen wie "der beste Film der jemals gedreht wurde" sind vielleicht dann doch ein wenig übertrieben. Sicher ist allerdings, dass Kurusawas Film ein wunderbares Beispiel zum Thema Filmkunst ist. Ansehen!



dvd | code 1

Leider gibt es neben einigen gekürzten Videofassungen (ca. 156 min.) keine deutschsprachige Edition dieses Films. Es ist mir zwar unbegreiflich, warum keine deutsche Verleihfirma diesen Titel auf DVD herausbringen möchte
, aber ehrlich gesagt spielt es auch keine Rolle, denn es gibt eine ungekürzte Fassung in der "Criterion Collection".
Zwar wurde das Bild komplett remastered, doch auf den ersten Blick ist man doch recht enttäuscht. Von einen brillianten Bild ist man hier leider weit entfernt. Für mich stellte dies allerdings kein Problem dar. Man weiß, dass "Seven Samurai" über fünfzig Jahre alt ist und es diesen Film in keiner besseren Qualität zu kaufen gibt. Außerdem ist man nach einer halben Stunde so in die Handlung vertieft, daß man auf kleine Unschärfen oder Kratzer keinen Wert mehr legt. Man sollte auch die Laufzeit von 3 1/2 Stunden berücksichtigen. Denn der gesamte Film ist auf einer DVD untergebracht. Es muß also an keiner Stelle des Films (wie früher) eine Kassette oder Laserdisc gewechselt werden. Man kann den kompletten Film in einem Stück genießen.

Der Ton hat mich positiv überrascht. Selbstverständlich kann man ihn nicht mit effektgeladenen aktuellen Streifen vergleichen, aber darüber brauchen wir nicht reden. Ich finde der Sound ist durchaus lobenswert. Alle Dialoge sind klar verständlich, nun gut, insofern man der japanischen Sprache mächtig ist ;). Auch die Kampfszenen am Ende des Films klingen überraschend "wuchtig".

Das Zusatzmaterial beschränkt sich auf einen Audiokommentar des Filmexperten Michael Jeck. Angeblich soll dieser Kommentar sehr interessant sein. Leider habe ich bisher noch nicht die Zeit gefunden mich selbst davon zu überzeugen.
Sollte also jemand diesen Film mögen, gibt es keine Punkte gegen den Kauf dieser DVD. Und wie wir von "Criterion" wissen, kann es sein, daß auch diese DVD irgendwann zu einer Rarität wird...




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