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 < back                                      THE THIN RED LINE |
  info |

Länge: 164 Min.
Bildformat: 2,35:1, anamorph
Ton: Dolby Digital 5.1

Regie: Terrence Malick
Kamera: John Toll
Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Nick Nolte, Sean Penn, John Cusack, Ben Chaplin
  oscars |

Nominierung für:
Bester Film
Beste Regie
Beste Kamera
Bestes adaptiertes Drehbuch
Bester Ton
Bester Schnitt
Beste Musik
  zusammenfassung |

Film: A
Kamera: A
Musik: B

Bildqualität: A
Ton: A
Extras: D
   
  kurzbeschreibung |

Als eine US-Schützenkompanie 1942 auf der feindlich besetzen Südsee-Insel Guadalcanal landet, ahnt niemand, welche Kriegshölle dort auf sie wartet. Bald schon bekommen die Männer zu spüren, dass das Leben des Einzelnen wertlos ist und nur der Sieg zählt. Blutige Gefechte und gefährliche Patroullien durch den unwegsamen Regenwald fordern gnadenlos ihre Opfer.


meine meinung |

"The thin red line" kam fast zeitgleich mit Steven Spielbergs "Saving Private Ryan" in die Kinos. Und diese Tatsache war wohl auch sein Verhängnis. Während sich alle den Film des berühmten Regisseurs ansahen, ging "Der schmale Grat" regelrecht unter. Ganz ehrlich gesagt, mir ging es ganauso, ich sah "Ryan" im Kino, während mir die Romanverfilmung von Terrence Malick mehr oder weniger verborgen blieb... Erst als der Film auf Video erschien, lieh ich ihn mir aus. Und nicht nur, dass ich ihn recht spät sah, nein ich war auch nicht sonderlich von ihm begeistert. Wohl auch deshalb, weil ich "The Thin Red Line" insgeheim immer mit Spielbergs Film verglich. Ein Fehler! Denn Malicks Werk bietet so vieles mehr! Doch während "Private Ryan" eher auf ein großes Publikum zugeschnitten ist, muss man bei Malick genauer hinsehen. Man muss sich auf dieses Meisterwerk konzentrieren, man muss sich auf diesen Film einlassen um ihn schätzen zu können. Jetzt einige Jahre später tat ich dies und er konnte mich mehr als begeistern. Wobei "begeistern" wohl nicht gerade der geschickteste Ausdruck ist. Denn "Der schmale Grat" ist kein leicht zu verdauendes Werk.

"Je näher man Caesar ist, um so größer ist die Furcht..."
Um nochmal einen Vergleich mit Spielberg anzustellen, während "Saving Private Ryan" mit einem Paukenschlag beginnt, lässt sich Malick viel viel Zeit. Und das ist gut so, denn er bringt uns auf diese Art und Weise den Personen näher. Und mit einzelnen Geschichten aus dem Leben der Soldaten nähern wir uns gleichzeitig auch dem Kriegsgeschehen. Ganz sachte, ja fast behutsam werden wir an die Grausamkeit und den Wahnsinn herangeführt. Der gerade erwähnte Paukenschlag folgt erst viel später. Wobei es einen derartigen Effekt eigentlich nicht gibt, der gesamte Film strahlt mehr oder weniger eine erschreckende Ruhe aus. Doch gerade diese Ruhe gibt genug Zeit, um uns mit den Soldaten auf den "Weg" zu machen. Auf eine Reise durch eine fantastische, ja gar wunderschöne Inselwelt. Und hier beginnt schon der Kontrast, der sich wie ein roter Faden durch den Film zieht. Gegensätze, die uns immer wieder verwirren...
Erschreckend schöne Landschaften stellen sich den dreckigen Gesichern der Soldaten entgegen. Menschen sterben und gleichzeitig entsteht neues Leben, dargestellt mit der Geburt eines Vogels. Und die Kamera von John Toll ist stets ganz nah dabei. Tief unten am Boden begleitet sie die Männer durch das hohe Gras. Die Kamera gleitet, fast möchte man meinen, schwebt regelrecht über dem Geschehen, was den Eindruck eines Traums erahnen lässt. Wieder ein Kontrast, denn was hier gezeigt wird ist bestimmt kein Traum, es ist die brutale Realität. Unterstützt werden die technischen Meisterleistungen der Kameraarbeit John Tolls zusammen mit einer grandiosen Musik von Hans Zimmer selbstverständlich auch durch das brilliante Auftreten der Schauspieler.
Allen voran Nick Nolte, den ich noch nie so gut habe spielen sehen. Er verkörpert die Rolle des erfolgssüchtigen Lt. Colonel Tall mit einer Wucht, die ich selten von einem Schauspieler gesehen habe! Nebenbei bemerkt - ich bin jedes Jahr sehr interessiert am Verlauf der Oscarverleihung. Oftmals werden auch Menschen ausgezeichnet, die es wirklich verdient haben. Aber warum bitte hat Nolte für diese Glanzleistung nicht wenigstens eine Nominierung bekommen? Unverständlich! Im weiteren Verlauf der Handlung bringt uns Malick immer näher an den Wahnsinn des Krieges. Dies geschieht mit Hilfe fabelhafter Dialoge ("Wie viele Soldaten sind sie bereit, für diesen Stützpunkt zu OPFERN?") genauso wie mit erschreckenden Bildern von schmerzverzerrten Gesichtern, der wahnsinnig zu werdenden Soldaten.
Doch auch hier arbeitet Malick mit anderen Mitteln als Spielberg. Hier gibt es keine Schockeffekte von zerfetzen Körpern, nein das Grauen entsteht hauptsächlich im Kopf des Zuschauers. Vielleicht scheiterte "The thin red line" auch am fehlenden Patriotismus, den das amerikanische Publikum doch scheinbar so liebt. Selbstverständlich gibt es auch hier Helden, aber diese wollen keine Helden sein und werden auch nicht als solche dargestellt. Sie sind es schon aufgrund der Tatsache, beim Wahnsinn des Krieges dabei zu sein und vielleicht am Ende zu überleben. "Der schmale Grat" erzählt von Liebe, Hoffnung, Glauben, Schönheit, Wahnsinn, Vergessen... Doch was am Ende bleibt ist ein bitterer Nachgeschmack, denn der Tod hat immer das letzte Wort!


dvd | code 2

Die Code 2 DVD überzeugt mit einer fantastischen Bildqualität, die John Tolls brilliante Kameraarbeit gut auf den heimischen Fernseher überträgt. Auch der Ton besticht durch eine geniale Qualität und passt sich jeder Situation des Films perfekt an. So ist von den leisen Bewegungen der Blätter, den Dialogen, der Musik, wie auch den brachialen Effekten bei den Kampfszenen alles sehr gut abgemischt. Leider gibt es sehr wenig interessantes Extramaterial. Vielleicht gibt es Menschen, die sich an Melanesischen Gesängen erfreuen können, mir persönlich wären ein paar Zusatzinformationen zum Film lieber gewesen.


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