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kurzbeschreibung
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Im Zweiten Weltkrieg stellen Mitglieder des Navajo-Indianervolks mit ihrem
seltenen, von den Japanern nicht entschlüsselten Sprachdialekt den harten
Kern der amerikanischen Codetalker. Der junge Yahzee (Adam Beach) ist
einer von ihnen. Sein Schicksal ist auf Gedeih und Verderb verbunden mit
dem des Elitekriegers Enders (Nicolas Cage), zugleich sein bester Freund
und schlimmster Feind: Sollte Yahzee gefangen genommen werden, hat Enders
gemäß der Logik des Krieges die Aufgabe, ihn zu töten, bevor der Sprachcode
in die Hände des Feindes fällt... (moviedata)
meine meinung |
Um gleich mal mein Fazit vorwegzunehmen - Windtalkers ist einer
der schlechtesten Filme, die ich jemals gesehen habe... Dabei habe ich
mich eigentlich auf diesen Film gefreut. Der Name John Woo stand bisher
eindeutig für Qualität in Sachen Actionfilm. Auch wenn seine Werke nicht
als besonders anspruchsvoll zu bezeichnen sind, so waren es bisher immer
kleine Meisterwerke in diesem Genre. Zeitlupen, genial ausgearbeitete
Actionszenen, perfekte Schießereien - dies alles hat Woo in Filmen wie
The Killer, Face Off oder Mission Impossible II souverän
auf die Leinwand gebracht.
Was aber nun? Wollte er sich mit Windtalkers in die Riege der ausländischen
Filmemacher einreihen, die sich mit ihrem Schrott beim amerikanischen
Publikum beweisen wollen? Mit "Riege" meine ich beispielsweise Wolfgang
Petersen oder Roland Emmerich, die mit Müll wie Air Force One oder
Der Patriot übertriebenen patriotischen Kitsch ins Kino gebracht
haben. Ich kenne mich mit Besucherzahlen nicht sonderlich gut aus, aber
hatte dieser Film viele Besucher, lief Windtalkers überhaupt bei
uns im Kino? Wenn ja, dann aber für sehr kurze Zeit. Ich hatte vor der
DVD-Veröffentlichung eigentlich so gut wie nichts über diesen Film gehört.
Wahrscheinlich wäre es auch besser gewesen. Denn selbst die Leihgebühr
in der Videothek ist noch zu schade für diesen Schwachsinn!
Die Story ist schnell erzählt. Im zweiten Weltkrieg arbeiteten die Amerikaner
mit Navajo-Indianern. Diese entwickelten einen Geheimcode für den Funkverkehr
- basierend auf deren Sprache. Dies mag ja eigentlich ganz interessant
sein, aber muss man wirklich darüber eine zweistündigen Film drehen? Wohl
kaum.
Die Hauptfigur, gespielt von Nicolas Cage wird gleich am Anfang des Films
in einem Feuergefecht verletzt. Hierbei verliert er auch all seine "Kameraden"
und macht sich dafür verantwortlich. Und obwohl er aufgrund seiner Verletzung
nicht mehr richtig laufen kann und auch kaum mehr etwas hört, schafft
er es mit Hilfe einer Krankenschwester wieder zurück aufs Schlachtfeld.
Hier angekommen bekommt er einen Spezialauftrag (wie klasse, aber naja
- er ist halt schließlich einer der Besten!!!!). Er soll die äußerst wichtigen
"Windtalkers", also die Funker beschützen.
Der Rest des Films ist schnell erzählt, denn es gibt so gut wie keine
Handlung. Und wenn, dann besteht diese lediglich aus langweiligen Kämpfen
oder dazwischen aus uninteressanten Klischees, die es schon zur Genüge
in anderen Kriegsfilmen gab! Ich muss zugeben, dass ich nahe dran war,
den Film vorzeitig aus dem Player zu nehmen. Doch ich wollte nichts verpassen,
wollte dem Film doch noch seine Chance geben... Ich hätte ausschalten
können, denn selbst im zweiten Teil der Geschichte passiert nichts wirklich
aufregendes...
Ich glaube John Woo war sich womöglich selbst nicht sicher, was für eine
Art Film Windtalkers eigentlich hätte werden sollen. Ein Antikriegsfilm
ist es jedenfalls nicht geworden. Dafür vermittelt er keinerlei Emotionen.
Nicht eine Sekunde des Films hat man Mitleid mit den gefallenen Soldaten.
Um nicht zu sagen, es ist einem vollkommen egal, wie viele Menschen hier
niedergemetzelt werden.
Und auch wenn Woo versucht hat mit einigen Nebenhandlungen etwas mit diesem
Film zu erreichen, es gelingt ihm absolut nicht! Letztendlich spielt er
nur mit abgedroschenen Klischees. Beispielsweise mit der Thematik Rassenhass.
Ein Soldat der Truppe ist nicht sonderlich gut auf die "rothäutigen" Funker
zu sprechen und fängt mit einen von ihnen eine Schlägerei an. Ja und,
dachte ich mir, bringt euch doch um, dann ist der Film vielleicht endlich
vorbei. Auch dass dieser Soldat seine Meinung im Lauf der Geschichte ändert,
weil die Indianer sein Leben gerettet haben, ist ein langweiliges und
abgedroschenes Klischee.
Kommen wir zu den Darstellern. Gegen Christian Slater habe ich sowieso
eine Abneigung. Fand ich ihn in Der Name der Rose als Newcomer
noch ganz gut, so hat er mit jedem weiteren Film bewiesen, dass er nicht
besonders gut spielen kann. Nicolas Cage ist normalerweise ein sehr guter
Darsteller, doch für Windtalkers war er eine absolute Fehlbesetzung.
Er passt einfach nicht in die Rolle eines Soldaten. Da hat er mir ja in
Family Man noch wesentlich besser gefallen...
Gibt es überhaupt nur ein paar Kleinigkeiten, die dieses Werk sehenswert
machen? Für mich kann ich diese Frage leider mit einem klaren NEIN beantworten.
Denn auch wenn Woo versucht hat, seinen bisher genialen Stil auf diesen
Film zu übertragen, so scheitert auch das! Somit funktioniert auch der
Versuch, Windtalkers als einen reinen Actionfilm zu sehen, keine
Minute.
Vielleicht mag meine Kritik in diesem Fall zu schlecht ausfallen. In einigen
Foren konnte ich komischerweise durchaus positive Meinungen entdecken.
Aber nein, es tut mir leid, ich persönlich kann diesem Film
keinerlei Pluspunkte zusprechen! Selbst im Vergleich mit dem ebenfalls
schlechten Wir waren Helden geht Windtalkers absolut unter.
Selbst Ridley Scotts Black Hawk Down ist gegen diesen Film ein
Meisterwerk!!!
Somit bleibt nur zu hoffen, dass John Woo sein Versagen einsieht und uns
bald wieder mit dem beglückt, was er wirklich kann - nämlich seichtes
aber dafür perfektes Actionkino.
dvd
| code 2
Die Qualität der DVD ist sehr gut. Bei der Bildqualität gibt es so gut
wie keine Kritik. Hier bekommt man ein sehr gutes Bild geboten, auch wenn
man es nicht unbedingt als Referenz bezeichnen kann. Der Ton ist nahezu
perfekt. Es scheppert und kracht aus allen Lautsprechern. Vielleicht der
einzige Vorteil an diesem Film. Denn über die Tonqualität kann man nicht
meckern. Über die Extras kann ich nichts sagen. Ich war froh, als nach
zwei Stunden der Film vorbei war. Für Zusatzmaterial hatte ich dann wirklich
keinen Nerv mehr!
Vielleicht sollte man noch anmerken, dass es Windtalkers in 2 Versionen
zu kaufen gibt. Eine 16er Fassung und die ungeschnittene 18er Version.
Außerdem ist in den USA ein Directors Cut geplant, der 20 Minuten
mehr Filmmaterial enthalten soll. Ob dieser seinen Weg nach Deutschland
schaffen wird, ist allerdings unklar. Wobei - ganz ehrlich gesagt, ich
kann mir nicht vorstellen, dass weitere 20 Minuten den Film verbessern
würden.
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25/02/03
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