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 < back                                     WINDTALKERS |
  info |

Länge: 134 Min.
Bildformat: 2,35:1, anamorph
Ton: Dolby Digital 5.1

Regie: John Woo
Kamera: Jeffrey L. Kimball
Musik: James Horner
Darsteller: Nicolas Cage, Adam Beach, Christian Slater
  oscars |

Nominiert für:

-



  zusammenfassung |

Film: F+
Kamera: B
Musik: C

Bildqualität: A-
Ton: A-
Extras: -
   
 

kurzbeschreibung |

Im Zweiten Weltkrieg stellen Mitglieder des Navajo-Indianervolks mit ihrem seltenen, von den Japanern nicht entschlüsselten Sprachdialekt den harten Kern der amerikanischen Codetalker. Der junge Yahzee (Adam Beach) ist einer von ihnen. Sein Schicksal ist auf Gedeih und Verderb verbunden mit dem des Elitekriegers Enders (Nicolas Cage), zugleich sein bester Freund und schlimmster Feind: Sollte Yahzee gefangen genommen werden, hat Enders gemäß der Logik des Krieges die Aufgabe, ihn zu töten, bevor der Sprachcode in die Hände des Feindes fällt... (moviedata)


meine meinung |

Um gleich mal mein Fazit vorwegzunehmen - Windtalkers ist einer der schlechtesten Filme, die ich jemals gesehen habe... Dabei habe ich mich eigentlich auf diesen Film gefreut. Der Name John Woo stand bisher eindeutig für Qualität in Sachen Actionfilm. Auch wenn seine Werke nicht als besonders anspruchsvoll zu bezeichnen sind, so waren es bisher immer kleine Meisterwerke in diesem Genre. Zeitlupen, genial ausgearbeitete Actionszenen, perfekte Schießereien - dies alles hat Woo in Filmen wie The Killer, Face Off oder Mission Impossible II souverän auf die Leinwand gebracht.

Was aber nun? Wollte er sich mit Windtalkers in die Riege der ausländischen Filmemacher einreihen, die sich mit ihrem Schrott beim amerikanischen Publikum beweisen wollen? Mit "Riege" meine ich beispielsweise Wolfgang Petersen oder Roland Emmerich, die mit Müll wie Air Force One oder Der Patriot übertriebenen patriotischen Kitsch ins Kino gebracht haben. Ich kenne mich mit Besucherzahlen nicht sonderlich gut aus, aber hatte dieser Film viele Besucher, lief Windtalkers überhaupt bei uns im Kino? Wenn ja, dann aber für sehr kurze Zeit. Ich hatte vor der DVD-Veröffentlichung eigentlich so gut wie nichts über diesen Film gehört. Wahrscheinlich wäre es auch besser gewesen. Denn selbst die Leihgebühr in der Videothek ist noch zu schade für diesen Schwachsinn!

Die Story ist schnell erzählt. Im zweiten Weltkrieg arbeiteten die Amerikaner mit Navajo-Indianern. Diese entwickelten einen Geheimcode für den Funkverkehr - basierend auf deren Sprache. Dies mag ja eigentlich ganz interessant sein, aber muss man wirklich darüber eine zweistündigen Film drehen? Wohl kaum.
Die Hauptfigur, gespielt von Nicolas Cage wird gleich am Anfang des Films in einem Feuergefecht verletzt. Hierbei verliert er auch all seine "Kameraden" und macht sich dafür verantwortlich. Und obwohl er aufgrund seiner Verletzung nicht mehr richtig laufen kann und auch kaum mehr etwas hört, schafft er es mit Hilfe einer Krankenschwester wieder zurück aufs Schlachtfeld. Hier angekommen bekommt er einen Spezialauftrag (wie klasse, aber naja - er ist halt schließlich einer der Besten!!!!). Er soll die äußerst wichtigen "Windtalkers", also die Funker beschützen.
Der Rest des Films ist schnell erzählt, denn es gibt so gut wie keine Handlung. Und wenn, dann besteht diese lediglich aus langweiligen Kämpfen oder dazwischen aus uninteressanten Klischees, die es schon zur Genüge in anderen Kriegsfilmen gab! Ich muss zugeben, dass ich nahe dran war, den Film vorzeitig aus dem Player zu nehmen. Doch ich wollte nichts verpassen, wollte dem Film doch noch seine Chance geben... Ich hätte ausschalten können, denn selbst im zweiten Teil der Geschichte passiert nichts wirklich aufregendes...

Ich glaube John Woo war sich womöglich selbst nicht sicher, was für eine Art Film Windtalkers eigentlich hätte werden sollen. Ein Antikriegsfilm ist es jedenfalls nicht geworden. Dafür vermittelt er keinerlei Emotionen. Nicht eine Sekunde des Films hat man Mitleid mit den gefallenen Soldaten. Um nicht zu sagen, es ist einem vollkommen egal, wie viele Menschen hier niedergemetzelt werden.
Und auch wenn Woo versucht hat mit einigen Nebenhandlungen etwas mit diesem Film zu erreichen, es gelingt ihm absolut nicht! Letztendlich spielt er nur mit abgedroschenen Klischees. Beispielsweise mit der Thematik Rassenhass. Ein Soldat der Truppe ist nicht sonderlich gut auf die "rothäutigen" Funker zu sprechen und fängt mit einen von ihnen eine Schlägerei an. Ja und, dachte ich mir, bringt euch doch um, dann ist der Film vielleicht endlich vorbei. Auch dass dieser Soldat seine Meinung im Lauf der Geschichte ändert, weil die Indianer sein Leben gerettet haben, ist ein langweiliges und abgedroschenes Klischee.

Kommen wir zu den Darstellern. Gegen Christian Slater habe ich sowieso eine Abneigung. Fand ich ihn in Der Name der Rose als Newcomer noch ganz gut, so hat er mit jedem weiteren Film bewiesen, dass er nicht besonders gut spielen kann. Nicolas Cage ist normalerweise ein sehr guter Darsteller, doch für Windtalkers war er eine absolute Fehlbesetzung. Er passt einfach nicht in die Rolle eines Soldaten. Da hat er mir ja in Family Man noch wesentlich besser gefallen...

Gibt es überhaupt nur ein paar Kleinigkeiten, die dieses Werk sehenswert machen? Für mich kann ich diese Frage leider mit einem klaren NEIN beantworten. Denn auch wenn Woo versucht hat, seinen bisher genialen Stil auf diesen Film zu übertragen, so scheitert auch das! Somit funktioniert auch der Versuch, Windtalkers als einen reinen Actionfilm zu sehen, keine Minute.

Vielleicht mag meine Kritik in diesem Fall zu schlecht ausfallen. In einigen Foren konnte ich komischerweise durchaus positive Meinungen entdecken. Aber nein, es tut mir leid, ich persönlich kann diesem Film keinerlei Pluspunkte zusprechen! Selbst im Vergleich mit dem ebenfalls schlechten Wir waren Helden geht Windtalkers absolut unter. Selbst Ridley Scotts Black Hawk Down ist gegen diesen Film ein Meisterwerk!!!
Somit bleibt nur zu hoffen, dass John Woo sein Versagen einsieht und uns bald wieder mit dem beglückt, was er wirklich kann - nämlich seichtes aber dafür perfektes Actionkino.



dvd | code 2

Die Qualität der DVD ist sehr gut. Bei der Bildqualität gibt es so gut wie keine Kritik. Hier bekommt man ein sehr gutes Bild geboten, auch wenn man es nicht unbedingt als Referenz bezeichnen kann. Der Ton ist nahezu perfekt. Es scheppert und kracht aus allen Lautsprechern. Vielleicht der einzige Vorteil an diesem Film. Denn über die Tonqualität kann man nicht meckern. Über die Extras kann ich nichts sagen. Ich war froh, als nach zwei Stunden der Film vorbei war. Für Zusatzmaterial hatte ich dann wirklich keinen Nerv mehr!
Vielleicht sollte man noch anmerken, dass es Windtalkers in 2 Versionen zu kaufen gibt. Eine 16er Fassung und die ungeschnittene 18er Version. Außerdem ist in den USA ein Directors Cut geplant, der 20 Minuten mehr Filmmaterial enthalten soll. Ob dieser seinen Weg nach Deutschland schaffen wird, ist allerdings unklar. Wobei - ganz ehrlich gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass weitere 20 Minuten den Film verbessern würden.





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25/02/03