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info |

Länge: 125 Min.
Bildformat: 2,35:1, anamorph
Ton: Dolby Digital 5.1,

Regie: Robert Zemeckis
Kamera: Don Burgess
Musik: Alan Silvetri
Darsteller: Michelle Pfeiffer, Harrison Ford

 

oscars |

Nominiert für:
--

 

zusammenfassung |

Film: B+
Kamera: A
Musik: B+

Bildqualität: A
Ton: A
Extras: B

   
 

kurzbeschreibung |

Dr. Norman Spencer (H. Ford) und seine hübsche Frau Claire (M. Pfeiffer) sind das, was man ein Traumpaar nennen könnte. Und seit sie ihr neues Haus bezogen haben, scheint die Ehe nahezu perfekt. Doch die Fassade beginnt gefährlich zu bröckeln, als Claire plötzlich unheimliche Stimmen hört und eine mysteriöse Frauenerscheinung zu sehen glaubt. Als sie ihrem Mann davon erzählt, stempelt er ihre Ängste als verrückte Wahnvorstellung ab. Verzweifelt sucht sie nach einer Erklärung für die Vorkommnisse, doch je näher sie der grauenvollen Wahrheit kommt, desto deutlicher wird, dass sich dieser Geist nicht so einfach vertreiben lässt. (Cover)


meine meinung |

What lies beneath (dt. Schatten der Wahrheit) ist während der Drehpause zu Cast Away entstanden. Nachdem Tom Hanks für seine Rolle ein halbes Jahr "abspecken" musste, nutzte Robert Zemeckis die Zeit, um einen weiteren Film zu drehen.

Mit What lies beneath wagt sich Zemeckis auf ganz und gar neues Gebiet. Und zwar zum Thriller, wenn man so will zum "Horrorfilm". So war ich sehr gespannt, ob ihm dies gelingen würde. Die Antwort ist schwierig und so beginne ich dieses Review mit einem "JEIN". Denn leider war ich teilweise mit dem Drehbuch nicht sonderlich einverstanden. So "drifted" dieser Film sehr oft in Richtung "Klischee" ab.
Gerettet wird er allerdings durch die fabelhafte Leistung der Schauspieler und durch eine stilistisch brilliante Umsetzung. Wenn man ein Auge zudrückt, kann man hier auch anmerken, dass sich Zemeckis sehr stark an Werken von Hitchcock orientiert hat, was auch nicht zu übersehen ist. Die einen werden dies als "Hommage" bezeichnen, andere vielleicht als "Ideenklau".

Was ich in anderen Reviews sehr often lesen konnte, war der Ärger über den Trailer des Films. Ich hatte diesen (glücklicherweise) vorher nicht gesehen und rate allen, die What lies beneath nicht kennen, sich zuerst den Film anzusehen bevor sie einen Blick auf das Zusatzmaterial werfen. Denn es ist leider wirklich so, der Trailer verrät einige wichtige Details, die wir normalerweise erst nach über einer Stunde erfahren.

Vielleicht ging es den Machern dieser Filmvorschau ähnlich wie mir an dieser Stelle. Denn eigentlich müsste diese Review hier enden. Man dürfte kein weiteres Wort über What lies beneath aussprechen, um anderen nicht den Filmspass zu verderben. Auch wenn es wahrlich nicht einfach ist, so versuche ich trotzdem weiter zu schreiben. Ich rate aber allen, die sich hunderprozentig überraschen lassen möchten, die nächsten Zeilen nicht zu lesen! Trotz dieser Warnung versuche ich so wenig wie möglich zu verraten.

Eigentlich könnte man den Film in drei Teile aufgliedern. Besonders der erste Part hat es mir besonders angetan.
Als die Tochter der Spencers von zu Hause auszieht, ist Claire (M. Pfeiffer) ganz alleine im Haus der Familie. Ihr Mann arbeitet sehr lange und kommt meist erst sehr spät nach Hause. So ist sie quasi den gesamten Tag über alleine. Während sie versucht, sich mit dieser Tatsache zu trösten, geschehen plötzlich unheimliche Dinge.
Türen gehen von alleine auf oder sind kurz nach dem Schliessen wieder geöffnet. Ein Bild fällt ohne sichtlichen Grund um. Dazu kommt noch, dass Claire von unheimlichen Visionen "verfolgt" wird. Vor allem im Badezimmer sieht sie im Spiegel oder im Wasser der Wanne das Bildnis einer anderen Frau.

All diese Dinge erzeugen eine wahnsinnige Spannung. Eine Spannung wie ich sie schon lange nicht mehr in einem Film erlebt habe. Andere Thriller arbeiten recht häufig mit jeder Menge Special Effects um uns zu erschrecken. Nicht bei What lies beneath. Hier wird die Spannung mit vollkommen "einfachen" Mitteln erzeugt. Mittel die wir alle aus unserem eigenen Leben kennen. Wie oft erschrecken wir, weil irgendwo im Raum ein unerwartetes Geräusch auftaucht? Ein Knacken bespielsweise. Wir sehen uns völlig angespannt im Zimmer um, können aber nichts erkennen. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass solche unheimlichen Dinge vorzugsweise dann passieren, wenn wir alleine zu Hause sind.
Wenn man genau überlegt, wie oft sind wir schon erschrocken, weil wir dachten es stehe plötzlich jemand im Flur? Erst Sekunden später erkennen wir, dass lediglich unser Mantel am Kleiderbügel der vermutete "Übeltäter" war.

Und genau mit diesen kleinen Ängsten und Erfahrungen, die in jedem von uns stecken, spielt Zemeckis. Er lässt uns lange Zeit mit Claire im Haus. Wir wissen, dass sie sich unwohl fühlt, wir wissen, dass sie Angst hat. Und genau dies überträgt sich auch auf uns Zuschauer selbst. Die gesamte Stimmung des Films ist wahnsinnig unbehaglich. Zemeckis hat es meiner Meinung nach überragend geschafft, dass wir uns mit Claire identifizieren, dass wir mit ihr alleine sind, dass wir mit ihr leiden! Was mich ausserdem sehr beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass die "Bösen" in Filmen dieses Genres vorzugsweise dann auftauchen, wenn es dunkel ist. Nicht bei What lies beneath. Hier geschehen all die unbehaglichen Dinge auch bei Tageslicht. Dies schafft eine noch größere Angst und Spannung, weil wir uns zu keiner Zeit sicher sein können, uns niemals sicher fühlen. Es könnte jederzeit etwas passieren.

Der erste Teil der Geschichte, in dem Claire ihre Nachbarn beobachtet, weil sie annimmt die Nachbarin sei verschwunden und ihr Ehemann ist dafür verantwortlich, hat mich schon sehr stark an Hitchcocks Das Fenster zum Hof erinnert. Doch komischerweise empfand ich dies nicht als schlimm. Denn die Qualität dieses ersten Aktes kann es durchaus mit den Werken von Hitchcock aufnehmen.

Im Mittelteil versucht nun Claire herauszufinden, was es mit der Person auf sich hat, die sich wie ein Geist in ihrem Haus aufhält und wird quasi zur Detektivin. Nach und nach wird alles aufgelöst und es kommt zu einem teilweise genial inszenierten, teilweise dann doch unglaublich übertriebenen Ende.

Eigentlich ist What lies beneath nichts wirklich neues. Der Film erinnert, wie schon erwähnt, an schon dagewesene Werke, vorzugsweise an die von Alfred Hitchcock. Das gesamte Drehbuch an sich ist nicht sonderlich gut gelungen und konnte mich eigentlich nicht überzeugen. Wären da nicht andere Kriterien, so hätte ich dem Film eine weitaus schlechtere Bewertung zukommen lassen.

Was hat mich aber nun so fasziniert? Natürlich die Schauspieler. So bin ich der Meinung, dass Michelle Pfeiffer hier eine ihrer besten Leistungen überhaupt abgegeben hat. Sie spielt fabelhaft. So schafft sie es, dass man sich als Zuschauer voll und ganz mit ihren Ängsten und Sorgen identifizieren kann. Auch Harrison Ford ist keine Fehlbesetzung (was von vielen Seiten behauptet wurde)!

Nicht zu vergessen ist ein ganz wichtiger "Nebendarsteller". Und dieser ist das HAUS in dem die Geschichte spielt. Und in diesem Haus natürlich hauptsächlich das Badezimmer. So erfährt man im Audiokommentar der DVD, dass die Gestaltung des Bades (rechteckig) einen besonderen Sinn hat. Durch die Länge wirkt es noch unheimlicher und bedrohlicher. Der ein oder andere wird sich vielleicht fragen, warum ist ein Badezimmer denn unheimlich? Vielleicht liegt es an den Fliesen, die an eine Leichenhalle erinnern. Ein Bad strahlt einfach eine gewisse Kälte und Unbehaglichkeit aus. Wenigstens im Falle dieses Films.

Nachdem im gesamten Film so gut wie keine Special Effects verwendet wurden, behilft sich What lies beneath mit ganz anderen Mitteln um uns zu erschrecken. Zum einen trägt hierzu die absolut brilliante Kameraführung von Don Burgess bei. Es gibt unzählig viele ungewöhnliche Einstellungen, Kamerafahrten und Positionen die eine sehr gute Atmosphäre zur Folge haben. Hier wird das Breitbildformat geschickt ausgenutzt, um auch auf Dinge, die sich neben den Personen befinden, aufmerksam zu machen. Noch dazu gibt es einige ungewöhnlich lange Szenen, vollkommen ohne Schnitt. Womöglich auch wieder an eine "Anspielung" zu Hitchcock, der seinen Film "Cocktail für eine Leiche" vollkommen ohne Schnitte inszeniert hat.

Neben der perfekten Kamera spielt bei What lies beneath auch der Ton eine entscheidende Rolle. Somit dürften diejenigen, die sich diesen Film ohne eine vernünftige Dolby Digital Anlage ansehen, einiges an Atmosphäre verpassen.

Mögen einige womöglich anders denken, ich habe What lies beneath sehr genossen. Schon lange habe ich keinen Film mehr gesehen, der mich ähnlich gefesselt hat. Und ist auch die Story nicht unbedingt ein Highlight, so konnte mich vor allem die geniale technische Umsetzung und die Leistung der beiden Hauptdarsteller voll und ganz überzeugen.


dvd | code 2

Die Qualität der DVD liegt auf jeden Fall im oberen Bereich. Die Bildqualität gibt keinerlei Anlass zu negativer Kritik. Auch der Ton ist sehr gut abgemischt und spielt hier, wie oben schon erwähnt, eine äußerst wichtige Rolle in Bezug auf Atmosphäre.
Das Zusatzmaterial ist in Ordnung. Natürlich hätte ich mich auch über mehr Extras gefreut, aber was hier vorhanden ist, ist interessant. Vor allem der Audiokommentar gibt einige wichtige Informationen über die Entstehung des Films.




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Pictures © 2001 Dreamworks.