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 < back                                      WONDER BOYS |
  info |

Länge: 112 Min.
Bildformat: 2,35:1, anamorph
Ton: Dolby Digital 5.1

Regie: Curtis Hanson
Kamera: Dante Spinotti
Musik: Christopher Young
Darsteller: Michael Douglas, Katie Holmes, Tobey Maguire
 

oscars |

Best Song

Nominiert für:
Schnitt
Drehbuch

  zusammenfassung |

Film: A-
Kamera: B+
Musik: B+

Bildqualität: A
Ton: B+
Extras: -
   
 

kurzbeschreibung |

Es ist ein Wochenende in der Hölle für Grady Tripp (Michael Douglas)): Der Erfolg seines erstens Romans machte ihn zum "Wonder Boy" der Literatenszene, doch das ist lange her. Als Literaturprofessor ist er geschätzt und beliebt, aber sein Privatleben ist ein einziges Chaos. Sein Protegé und Vorzeigestudent ist verwirrt, die hübsche Studentin Hannah (Katie Holmes) verfolgt ihn mit eindeutigen Avancen, er unterhält ein Verhältnis zu Sara (Frances McDormand), der Frau seines Chefs, die auch noch schwanger wird ...


meine meinung |

"Wonder Boys" ist nach "L. A. Confidential" die neueste Arbeit von Regisseur Curtis Hanson. Hatte er sich früher mit eher weniger anspruchsvollen Stoffen wie "Die Hand an der Wiege" oder "Am wilden Fluß" beschäftigt, so beweist er mittlerweile, daß er zu einem der wirklich großen Regisseure unserer Tage zählt.
"Wonder Boys" ist ein wunderbarer Film. Auf den ersten Blick erscheint uns die Geschichte als nichts besonderes, doch sieht man genauer hin, erkennt man genau jene Kleinigkeiten, die ihn so sehenswert machen. Was ist "Wonder Boys" eigentlich? Ein Drama, eine Komödie, eine liebevolle Darstellung von unterschiedlichen Personen, die ihr Leben der Schriftstellerei gewidmet haben? Er ist alles davon.

"Wonder Boys" ist zum einen Drama, weil alle Charaktere mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen haben. Grady Tripp (Douglas), ein alternder, kiffender Schriftsteller und Literaturprofessor, dem seine Frau weggelaufen ist und der sein Leben nicht mehr so recht in den Griff bekommen will. Er hat eine Affäre mit der Frau seines Chefs und muß sich nun entscheiden, ob er die damit verbundenen Konsequenzen in Kauf nehmen möchte.
Da ist einer seiner Studenten (Maguire), der von seinen Mitschülern nicht ernst genommen wird, weil sie denken, er wäre nicht ganz bei Verstand. Zurecht?
Wir treffen auf Hannah (Katie Holmes) - die bei
Tripp zur Untermiete wohnt - und immer wieder versucht sich an diesen ranzumachen, womöglich weil sie sich dadurch mehr Erfolg erhofft?

Der gesamte Film lebt eigentlich nicht unbedingt von der Geschichte selbst, sondern von der wunderbaren Zeichnung der einzelnen Personen. Und gerade dies schafft Hanson fabelhaft, obwohl er uns meist nur winzig kleine Häppchen vorwirft, aus denen man sich aber sofort eine ganze Geschichte zusammenreimen kann. Ein Beispiel - als wir Hannah auf einer Party mit einem alten, aber berühmten Schriftsteller tanzen sehen, wird uns sofort bewusst, daß sich hinter ihrer hübschen, unschuldigen Fassade wohl ein kleines Luder versteckt hält. Solche kleinen Andeutungen gibt es viele in "Wonder Boys", man muß nur genau hinsehen.

Der Film ist aber, wie zu Anfangs schon erwähnt, auch eine Komödie. So gibt es unzählige wunderbare, kleine Szenen, die uns zum lachen bringen. Beispielsweise ein toter Hund, der während des gesamten Films immer wieder eine wichtige Rolle spielt.
Unseren Hauptpersonen werden immer wieder Steine in den Weg geworfen. Für diese mag dies nicht sonderlich lustig sein, wir als Zuschauer können uns darüber köstlich amüsieren.

Was mir außerdem an "Wonder Boys" gefallen hat, ist die "Literaturszene" in der er spielt. Schriftsteller, Professoren, Lektoren und Studenten. Das gesamte literatische Leben wird wunderbar dargestellt. Und das James Leer außerdem eine Schwäche für alte Filme hat, war ein angenehmer und interessanter Nebeneffekt. So weiss er alles über seine Filmstars - vor allem wann und wie diese gestorben sind. Auch dies ist wieder ein kleiner Wink, der uns sagen möchte, hoppla - mit dem Typ stimmt doch was nicht!

Einen Teil des Erfolgs von "Wonder Boys" kann man wohl Hanson, der wie immer wunderbaren Kameraarbeit von Dante Spinotti und dem bezaubernden Drehbuch von Steven Kloves zuschreiben.
Den Großteil verdankt der Film aber der fantastischen Arbeit seiner Schauspieler. Alle Rollen wurden perfekt besetzt. Michael Douglas ist wie immer klasse, das war mir eigentlich schon klar, noch bevor ich den Film gesehen hatte. Aber auch Tobey Maguire spielt die Rolle des undurchschaubaren, leicht verrückten James Leer absolut überzeugend. Nicht zu vergessen ist Katie Holmes. Ich wusste es immer, gebt ihr eine vernünftige Rolle und sie beweist euch, daß sie eine durchaus ernst zu nehmende Schauspielerin ist. Und so bin ich der Meinung, daß sie nicht nur sehr hübsch ist, sondern noch eine große Karriere vor sich hat, sofern man ihr die richtigen Rollen anbietet.

Liest man Kritiken über "Wonder Boys" so sind diese oftmals durchwegs lobend oder vernichtend. Ich glaube dies liegt daran, daß dies eher ein Film für etwas ältere Zuschauer ist. Und ich kann mir durchaus vorstellen, daß sich ein junges Publikum nicht sonderlich für die Probleme eines alternden Literaturprofessors interessieren wird.
In vielen Reviews wurde er mit "American Beauty" verglichen. Und dies ist doch schon ein sehr großes Lob. Und wenngleich "Wonder Boys" vielleicht nicht ganz die Qualität von "American Beauty" erreicht, so ist er doch verdammt nah dran!

Mich hat der Film überzeugt. Er ist komisch, ergreifend, liebenswert, unterhaltsam. Er ist perfekt inszeniert, schön gefilmt und überzeugt mit fantastischen Schauspielern. Was will man mehr?


dvd | code 2

Die DVD dieses Films ist bisher leider nur als Leihversion erhältlich. Ich hoffe, dass sich VCL für die Kaufversion ein wenig mehr Mühe gibt. Ansonsten werde ich aus Ärger auf die Code 1 DVD zugreifen. Die Bild und Tonqualität ist zwar sehr gut, der Rest aber mehr als enttäuschend. So ist zwar der Originalton vorhanden, allerdings nur in Stereo und mit nicht ausblendbaren deutschen Untertiteln. Hallo ihr deutschen Verleihfirmen!!!! Womöglich gibt es auch hierzulande Menschen, die dazu fähig sind, die englische Sprache zu verstehen! Hier geht es womöglich wieder nur ums Geld - so war wohl eine Version ohne Zwangsuntertitel aus Lizenzrechtlichen Gründen, wie es immer so schön formuliert wird, nicht machbar? Komisch, es sind immer wieder die selben Firmen! Und wir wissen alle, daß es auch anders geht! Ich persönlich finde es schlicht und einfach enttäuschend. Herrje, wann werden endlich DVDs produziert, die für den Filmfan bestimmt sind, die es wert sind, daß man sie sich ins Regal stellt???
Auch an Extras ist außer einem Trailer nichts vorhanden. Sehr sehr schade....



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